Thriller
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The Five

The Five

Serie | mit:  Tom Cullen, O. T. Fagbenle, Sarah Solemani
Bewertung: ★★★★★

Britische Krimi- und Thrillerserien bieten meistens mehr als der ortstypische Tatort. Serien wie “Sherlock”, “Broadchurch” und “The Missing” bieten nicht nur eine spannende und wendungsreiche Handlung, sie sind auch sehr gut gespielt. Die britische Thrillerserie “The Five” schlägt in eine ähnliche Kerbe. Komplett überzeugt hat sie mich aber leider nicht.

Handlung

Mark, Pru, Slade und Danny sind als Teenager beste Freunde. Als sie einen Tag im Park verbringen, schleppt Mark seinen Bruder Jesse mit. Der geht ihnen auf die Nerven, sodass sie ihn verscheuchen. Jesse verschwindet. Und er bleibt verschwunden. Irgendwann behauptet ein Serienkiller, Jesse umgebracht zu haben. Der Fall scheint also aufgeklärt.
20 Jahre später: Die vier sind erwachsen und gehen alle unterschiedlich mit ihren Schuldgefühlen um, die sie über die Zeit mit sich herumgetragen haben. Besonders Mark leidet immer noch unter dem frühen Verlust seines Bruders. Doch dann entdeckt Danny – mittlerweile Polizist – überraschend eine neue Spur: An einem Tatort wird die DNA von Jesse gefunden. Die Verwirrung ist also groß: Lebt Jesse noch? Und ist er womöglich zum Mörder geworden?

Trailer

Bewertung

“The Five” hat einen spannenden Ausgangspunkt: ein Kind verschwindet und ist vielleicht sogar zum Mörder geworden. Hinzu kommt die Dynamik der Figuren, die alle unterschiedlich mit ihrem Schicksal umgehen. Die Serie hat dieses Potential aber nur bedingt genutzt.
Vor allem die Handlung bietet mit ihren vielen Wendungen spannende Höhepunkte. Das liegt vor allem daran, dass sie sehr schnell zur Sache kommt. Das wiederum hat Vor- und Nachteile. Zum einen gibt es dadurch keine langatmigen Einstiegsszenen und auch keine Füllfolgen. Die Handlung schreitet von Episode zu Episode in großen Schritten voran. Ständig glabut man zu wissen, wo es lang geht und wird doch wieder überrascht. Zum anderen nimmt sich die Serie durch die verstrickte Handlung leider zu wenig Zeit für die Figuren. Deren Einführung wirkt sehr gehetzt: Danny ist jetzt Polizist, Mark ein erfolgreicher Anwalt, der immer noch auf Pru steht. Letztere ist mittlerweile Mutter und Ärztin, während Slade sich um schutzsuchende Mädchen kümmert. Es wäre für mich noch spannender gewesen, mehr vom Zusammentreffen dieser unterschiedlichen Lebenswelten zu sehen. Zwar gibt es anfangs ein paar Szenen, in der sich Mark und Pru wieder annähren oder in der Mark Slade auf der Arbeit besucht. Diese Szenen dienen jedoch weniger der Charaktereinführung, als der Handlung. Die Figuren kommen also insgesamt zu kurz.
Und auch die Inszenierung gelingt nur teilweise. Spannende Enthüllungen erscheinen mit einem großen Knall und können den Zuschauer überraschen. Aber gerade wenn es emotionaler wird, schaffen es Schnitt und Kamera leider nur selten, die Stimmung passend einzufangen. Eine ruhigere Erzählweise hätte der Serie mehr als gut getan.

Fazit

Insesamt kann “The Five” vor allem in puncto Spannung zu überzeugen. Das ist auch kein Wunder – Showrunner ist der Thrillerautor Harlan Coben. Wenn die Charaktere jetzt mehr Raum zur Entfaltung bekommen hätten und wenn die Inszenierung frischer gewesen wäre, hätte “The Five” eine richtig gute Serie werden können. So ist sie leider nur oberer Durchschnitt.