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Designated Survivor - Season 1

Designated Survivor - Season 1

Filme - Thriller | mit: Kiefer Sutherland, Natascha McElhone, Virginia Madsen
Bewertung: ★★★★

2016 ging beim US-Sender ABC die Serie „Designated Survivor“ an den Start. Auf Deutsch erschien sie zunächst bei Netflix, bevor sie im Februar diesen Jahres unter anderem als DVD und Blu-Ray in den Handel kam. Ob das Aufgebot an hochkarätigen Stars und die teure Produktion nur Blendwerk sind oder die Serie auch inhaltlich überzeugen kann, davon wollte ich mir bei allen Vorschusslorbeeren ein eigenes Bild machen.

Handlung

Seit den 60er-Jahren gibt es in den Vereinigten Staaten das Amt des Designated Survivor. Ein Mitglied der Regierung wird an einem streng gesicherten Ort untergebracht um für den Fall eines Ausfalls des gesamten Regierungsapparates die Geschäfte interimsweise übernehmen zu können.

Als der Wohnungsbauminister auf Abruf, Thomas Kirkman, das Amt einnimmt, geschieht das Undenkbare. Ein verheerender Anschlag legt das Kapitol in Schutt und Asche und die gesamte Regierung, die der Rede des Präsidenten zur Lage der Nation folgt, kommt dabei um.

Kürzlich noch das Aus seiner politischen Karriere vor Augen, wird Kirkman zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Schnell muss er versuchen im unter Schockstarre stehenden Land für Normalität zu sorgen. Dabei kommen ihm nicht nur Widersacher aus dem Ausland in die Quere. Hinter dem Attentat scheint mehr zu stecken als die Ermittlungsbehörden anfangs annehmen...

Trailer

Bewertung

Die Serie beginnt mit einem Paukenschlag, der die Ereignisse von 9/11 noch in den Schatten zu stellen vermag. Mit Ausnahme des Designated Survivor kommt die komplette US-Regierung ums Leben und die Mitglieder des Obersten Gerichtshofes gleich dazu. Das Land droht in Chaos zu verfallen und während die Ermittlungsbehörden anfangs im Dunkeln tappen, muss sich ein unerfahrener Präsident Kirkman (Kiefer Sutherland) als Krisenmanager versuchen um Normalität wieder herzustellen.

Im Ausland sind es Staaten wie der Iran, Russland und Tunesien, die auszutesten versuchen wie weit sie mit den angeschlagenen USA gehen können. Im Inneren muss sich Kirkman mit den Falken innerhalb der Streitkräfte, einer ebenfalls überlebenden Republikanerin im Wahlkampfmodus (Virginia Madsen) und wildgewordenen Gouverneuren auseinandersetzen. Allen diesen Gruppen ist gemein, dass sie wahlweise die Qualifikation oder Legitimation Kirkmans in Frage stellen.

Ich würde drei Handlungsebenen definieren, von denen die, die sich der Verschwörung im Hintergrund widmet, die wohl spannendste ist. Die hätte auch einen guten Plot für „24“ abgegeben. Auf dieser Ebene wird der Zuschauer mit immer neuen Wendungen überrascht und an dieser Stelle sei soviel verraten, dass diese in der zweiten Staffel fortgesetzt werden dürfte. Beendet wird sie in Staffel 1 jedenfalls nicht.

Dagegen ist die zweite Ebene, die sich dem privaten Umfeld Kirkmans widmet, eher unterrepräsentiert. Die neue Aufgabe als Präsident stellt auch an dessen Familie hohe Anforderungen. Unterstützung erfährt er dabei vor allem von seiner Frau (Natascha McElhone). Schwieriger ist dagegen der Umgang mit seinem Sohn um den schnell Gerüchte in Umlauf kommen.

Die dritte Handlungsebene ist dann das politische Tagesgeschäft und da lassen die Macher kein denkbares Thema aus. Offensichtlich ist, dass zunächst eine Regierung zusammengestellt, ein neuer Gerichtshof gebildet und ein Kongress gewählt werden müssen. Danach stellen sich dann Fragen nach der Besetzung des Amtes des Vizepräsidenten, neuen und schärferen Waffengesetzen, der Flüchtlingsthematik oder Beschlüssen zur Höhe von Bildungsausgaben. Da bietet nahezu jede Folge etwas Neues.

Man könnte nun meinen, dass sich das recht offensichtlich wiederholende Muster von der „Herausforderung der Folge“ in Verbindung mit der immer neue Wendungen nehmenden Verschwörung im Hintergrund und einem stellenweise leicht ermüdenden Patriotismus recht schnell abnutzt. Tatsächlich wusste mich die erste Staffel aber bis zu ihrem Ende nach immerhin 21 Folgen bei der Stange zu halten.

Die erste Staffel erscheint auf insgesamt sechs DVDs. Die letzte Disc bietet mit Präsident Kirkmans erster Rede in voller Länge, einer Nachbesprechung sowie einer Secret Service Set Tour in paar interessant klingende Extras.

Fazit

„Designated Survivor“ bietet eine gelungene Mischung aus Elementen der Serien „24“ und „House of Cards“ und kann von Anfang bis Ende unterhalten. Für Serienjunkies Pflichtprogramm, sollten Gelegenheitsgucker schauen, dass sie sich neben Thrillerelementen zumindest ansatzweise für tagespolitische Themen interessieren. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung.