Science Fiction
Register
Star Wars - Die letzten Jedi

Star Wars - Die letzten Jedi

Filme - Science Fiction | von: Rian Johnson; mit: Daisy Ridley, Mark Hamill, Adam Driver uvm.
Bewertung:★★★★★

Zwei lange Jahre mussten wir warten, nun ist sie endlich da: Die achte Episode der Star Wars Saga. Während wir im letzten Jahr mit „Rogue One – A Star Wars Story“ das erste Spin Off aus der weit, weit entfernten Galaxis erleben durften, welches uns in der Storyline wieder einige Jahre zurückversetzte, erfahren wir in Die letzten Jedi wie es mit Rey, Finn, Poe, und Kylo Ren, und vor allem mit Luke und Leia weitergeht.

Handlung

Auf die hier übliche Zusammenfassung der Handlung möchte ich bewusst verzichten. Das Erwachen der Macht ließ uns alle in vielerlei Hinsicht fragend zurück. Es wurden Ende des letzten Films der Reihe einige Fragen offen gelassen, die nun teilweise – so viel sei verraten – aufgelöst werden. Eine detaillierte spoilerfreie Zusammenfassung wäre daher kaum möglich. Nur so viel: Es geht natürlich um das erste Aufeinandertreffen von Protagonistin Rey und Luke Sykwalker. Fernab von der Insel auf der Rey von Luke ein Training in den Wegen der Macht zu erhalten beabsichtigt ist die Erste Ordnung weiterhin auf dem Vormarsch die Galaxis zu unterwerfen. Der Widerstand geführt von General (ehemals Prinzessin) Leia versucht weiterhin sich diesen Plänen entgegen zu setzten, die Flotte gerät aber in eine scheinbar aussichtslose Situation.

Trailer

Bewertung

Na klar, die oben nur kurz beschriebene Ausgangssituation der Handlung ist nicht ganz unbekannt. „Star Wars - Die letzten Jedi“ schafft es jedoch dauerhaft erfrischend zu wirken. Storyelemente, die wie in „Das Erwachen der Macht“, an eine der älteren Episoden erinnern gibt es, jedoch nicht in der Deutlichkeit. Es sind hier eher kleine Szenen, die dem Star-Wars-Geek absolut ein Lächeln auf´s Gesicht zaubern. Gleiches gilt für zentrale Szenen des Films. Es passiert das eine ums andere Mal Unerwartetes, im Kern bleibt die Geschichte dem Stil der Reihe aber treu. Zur Mitte des Films gibt es einige Längen, aber auch diese lassen sich im Gesamtzusammenhang des Films verkraften – immerhin ist der Film mit 151 Minuten der bisher längste der Reihe und doch kommt das einem am Ende nicht so vor. Regisseur Rian Johnson scheint auch mit der Geschwindigkeit der Erzählung der Geschichte zu spielen. Teils geht es Schlag auf Schlag, teils werden längere Szenen eher genutzt um eine star-wars-typische Atmosphäre zu erzeugen, als dass diese die Story umgehend vorantreiben. So darf zum Beispiel auch eine Kamerafahrt durch ein cantina-ähnliches Setting natürlich nicht fehlen. Hinzu kommt dann noch die Musik, erneut von John Williams beigesteuert, die ihren Teil dazu beiträgt, dass man sich von Anfang an ins bekannte Universum versetzt fühlt. Ebendiese uns so vertraute Atmosphäre wird dann gekonnt mit genialen szenischen Einstellungen und Bildern durchzogen. Ein Beispiel dafür (aber bei weitem nicht das einzige!) ist die schon aus den Trailern bekannte Szene, in der Rey auf einer Klippe der Insel mit ihrem Lichtschwert trainiert. Die Kamera fängt sie zunächst aus der Ferne ein, als sei sie nur ein kleiner Teil der Gesamtheit des Ortes, ganz im Sinne der Mystik um die Macht. Johnson und sein director of photography Steve Yedlin haben diesbezüglich großartige Arbeit geleistet. Kein Wunder also, dass Disney kürzlich bekannt gab, dass unter den zahlreichen Einreichungen für die Oscars im kommenden Jahr auch die Kategorie Best Cinematography zu finden ist.
Ebenso werden auch die Darstellerinnen und Darsteller fast aller wichigen Figuren ins Rennen um die Nominierungen für den begehrten Preis geschickt und auch das teils absolut zu Recht. Oscar Isaacs charismatischer „Badass“ Poe Dameron, John Boyegas Ex-Stormtrooper Finn, die nach Antworten suchende, zerrissene Rey (Daisy Ridley) und Kylo Ren (Adam Driver), der neben dem Supreme Leader seinen Platz auf der dunklen Seite sucht, festigen durch die überzeugenden schauspielerischen Leistungen Figuren als liebgewonnene Star-Wars-Charaktere. Auch die in der Riege der Figuren mit etwas mehr Zeit auf der Leinwand neue Rose (Kelly Marie Tran) reiht sich nahtlos dort ein.
Zu neuem Glanz erweckt haben aber vor allem die alten Hasen ihre geliebten Charaktere. Mark Hamill macht die fehlende Screentime im ersten Film nun mit einer fantastisch facettenreichen und glaubhaften Performance wieder gut. Und auch Carrie Fisher hat sich in ihrem letzten Film ihren Traum erfüllt und die Chance genutzt Leia zu weitaus mehr zu machen, als einer etwas zickigen Prinzessin an der Seite zweier männlicher Protagonisten. Überhaupt fällt positiv auf, dass in den größeren Rollen, vor allem an der Spitze der widerständlerischen Befehlskette mindestens genauso viele Darstellerinnen wie Darsteller zu finden sind.

Fazit

„Star Wars – Die letzten Jedi“ ist ein großartiger Film. Rian Johnson gelingt es den schmalen Grat zwischen massentauglichem Spektakel und detailliert-geekigem Fanservice entlang zu balancieren ohne dabei aus den Augen zu verlieren die Story entscheidend voran zu bringen. Das Ganze wird szenisch und atmosphärisch gelungen untermalt und mit guten schauspielerischen Leistungen untermauert. Natürlich wird nicht immer jeder mit allen Entscheidungen, die getroffen wurden, gleichermaßen zufrieden sein, aber den meisten Star-Wars-Geeks dürfte der Film eine große Freude bereiten.