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Passengers

Passengers

Science-Fiction | Jennifer Lawrence, Chris Pratt, Michael Sheen
Trailer | Bewertung:★★★★★

"Passengers" schafft es zwar über weite Strecken hinweg, nur aufgrund der Chemie und dem Charme seiner Hauptdarsteller zu funktionieren. Doch irgendwann können weder Chris Pratt, noch Jennifer Lawrence diese Science-Fiction-Romanze davor bewahren, in bedeutungslosem Kitsch und eine ermüdende Eintönigkeit abzudriften...

Handlung

An Bord des Raumschiffs "Avalon" befinden sich über 5.000 Reisende auf ihrer Reise zur weit entfernten Kolonialwelt "Homestead II". Um die 130 Jahre andauernde Passage lebendig zu überstehen, befinden sich alle im Winterschlaf einer Stasis-Kapsel. Allerdings wird der Mechaniker Jim Preston 90 Jahre zu früh aus seinem Schlaf gerissen, ohne Chance wieder einzuschlafen. Alleine wandert er durch das Schiff - bis er auf Aurora trifft.

Bewertung

Auf dem Papier liest sich die Idee von "Passengers" deutlich interessanter, als sie dann auf der Leinwand tatsächlich ist. Die Liebesgeschichte zwischen den quasi schiffbrüchigen Weltraum-Reisenden (gespielt von Chris Pratt und Jennifer Lawrence) an Bord eines voll automatischen Raumschiffs - komplett mit Videospielen, Schwimmbad, Kino und einem Barkeeper-Androiden (sehr unterhaltsam: Michael Sheen) - verspricht in den Händen von "The Imitation Game"-Regisseur Morten Tyldum zwar kein Meisterwerk zu werden, aber zumindest die Bausteine für eine erfrischende Weltraum-Romanze sind vorhanden.

Doch "Passengers" gerät schon bei den Motivationen der Figuren ins Schwanken, so kann ich es absolut nachvollziehen, dass manche Zuschauer bereits nach knapp einer halben Stunde sämtliche Sympathie für eine der beiden Hauptfiguren verlieren könnten, denn auch wenn manche Romanze schon enorm hart an der Grenze des akzeptablen Balz-Verhalten vorbeischrammen, schafft es der Film eine der schlichtweg fragwürdigsten Tat "im Namen der Liebe" zu präsentieren. Kann man sich irgendwie mit dieser Entscheidung abfinden, entwickelt sich eine anfangs doch recht passable Liebesgeschichte, die vorallem durch die beizeiten knisternde Chemie zwischen Lawrence und Pratt, die sich leider schon allzu bald in Wohlgefallen auflöst.

Die Regie von Morten Tyldum, der zwar mit "Headhunters" einen kompetenten Thriller abliefern konnte, aber zuletzt mit "The Imitation Game" nur ein biederes Historien-Drama auf die Leinwand brachte, ist relativ unspektakulär - mit der Ausnahme einer recht interessanten Szene in der Schwerelosigkeit. Doch für den restlichen Film hat Tyldum keine wirkliche Identität parat. Der Look ist flach, nutzt nur selten den Vorteil der großen Leinwand, was ihn leider sehr häufig eher für den heimischen Fernsehschirm qualifiziert. Auch die Inszenierung der größeren Momente innerhalb der Handlung lässt eine eigene Stimme vermissen. Es fühlt sich leider gar so an, als ob Morten Tyldum hier nicht ganz weiß, wie die Wendung nun wirklich auf das Publikum wirken sollen.

Selbst spätere Enthüllungen, die in anderen Filmen eine enorme emotionale Sprengkraft gehabt hätten, schaffen es hier nicht wirklich zu zünden. Die Gefühle bleiben dabei leider so eintönig und charakterlos wie das Design der "Avalon", welches wahrscheinlich selbst für Apple zu minimalistisch gewesen wäre. Da ist Michael Sheen als Drinks servierender Android eine gern gesehene Ablenkung, welche für einen Großteil der lustigen Momente verantwortlich ist. Schade nur, dass Sheen nur für gefühlte 10 Minuten mit dabei ist, weshalb es auch sehr seltsam erscheint, ihm eine Plot-relevante Szene zu geben.

Generell ist so einiges in "Passengers" sehr fragwürdig, nicht durchweg schlecht, aber halt auch leider nicht wirklich gut. Der Film findet sich mit seiner Durchschnittlichkeit ab und hat zu keiner Sekunde auch nur irgendwelche Ambitionen darüber hinaus zu gehen. Eine Romanze, die in vielen Fällen zutiefst eigenartig und unromantisch ist und ein Weltraum-Abenteuer, welches sich kaum weniger dafür interessieren könnte, dass sich die Handlung an Bord eines Raumschiffs abspielt.

Fazit

"Passengers" verlässt sich zu sehr auf seine beiden Hauptdarsteller und kümmert sich viel zu wenig um so etwas wie Beweggründe, Charaktere oder echtes Drama. Manchmal braucht man eben mehr als zwei bekannte Gesichter und einen halbwegs kompetenten Regisseur, um einen überdurchschnittlichen Film auf die Leinwand zu bringen.

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