Science Fiction
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To your Eternity 2

To your Eternity 2

Comic - Science Fiction | Autorin/Zeichnerin: Yoshitoki Oima
Bewertung: ★★★★★

Die Mangaka Yoshitoki Oima dürfte deutschen Lesern wegen ihres Genrehits "A Silent Voice" keine Unbekannte sein. Neben der hiermit erworbenen Meriten bewog mich eine interessante Leseprobe zum Auftaktband der Serie "To your Eternity" dazu, diese einmal anzutesten. Nach dem ersten Band, der es mit seinem ersten längeren Kapitel beinahe schaffte mich zu Tränen zu rühren, lag mir nun der Nachfolger zur Rezension vor. Und der vermochte ganz Ähnliches zu bewirken.

Handlung

Es beginnt damit, dass ein anfangs unbekanntes Wesen eine Kugel mit nahezu unbeschränkten Adaptionsfähigkeiten auf der Erde aussetzt um zu beobachten. Dieses Kugelwesen nimmt die Gestalt verschiedener Objekte an, bis es einen stärkeren Stimulus wahrnimmt, der es zu einem Wolf transformiert. Als dieser begleitet es einen einsamen Jungen auf der Suche nach Menschen solange bis dieser an einer Verletzung verstirbt.

Auf der Suche nach weiteren Stimuli trifft das Wesen auf March, ein Mädchen, das dem Bärengott seines Dorfes geopfert werden soll. Gemeinsam mit diesem und der älteren Parona, die wie eine große Schwester für March ist, fliehen sie in das Reich Yanome. Dort werden sie zu Frondiensten gezwungen und versuchen schließlich die Flucht. Die scheitert jedoch auf tragische Weise und Fushi, wie "Es" nun genannt wird, begibt sich erneut auf die Suche.

Dabei begegnet es einer ihm ähnelnden Kreatur, die es im Auftrag einer Gestalt bekämpfen soll, die sich als sein Schöpfer ausgibt. Dessen Ziel ist es gemeinsam mit Fushi die Welt zu retten...

Bewertung

Wenn man "To your Eternity" liest, geht es einem schnell wie Fushi. Man ist plötzlich in der Rolle des Beobachters, der aus dem Verhalten der ihm fremd scheinenden Menschen lernen will. Ich kann nicht beschreiben wie Yoshitoki Oima das hinbekommen hat, aber so vermittelt sie mit ihrer Erzählweise ein ganz spezielles Leseerlebnis. Man steht den Menschen in einer zunächst distanzierten Sichtweise gegenüber und beginnt nach und nach mit ihnen zu fühlen.

Gefühle sind überhaupt ein ganz großes Thema. Selbst ich, der ich an zu rezensierende Lektüre eher nüchtern und sachlich herangehe, konnte mich dem erzeugten Sog wie schon beim ersten Band nicht entziehen. Auch der zweite Band enthält nämlich ein Kapitel, das mich hoch emotional reagieren ließ. Wer also nah am Wasser gebaut ist, der erhält eine gute Gelegenheit den Pegelstand ordentlich abzubauen.

Ob der Kampf gegen die Kreatur, die den Plan zur Rettung der Welt stören soll und die Begegnung Fushis mit seinem Schöpfer der Geschichte eine neue Ausrichtung geben, bleibt abzuwarten. Mir hat der Stil der ersten beiden Bände außerordentlich gut gefallen und der darf gerne beibehalten werden.

Bei den Zeichnungen bin ich etwas zwiegespalten. Die sind im Großen und Ganzen sehr schön anzuschauen und sparen auch bei den Hintergründen nicht an den Details. Speziell March ist mir aber zu simpel geraten. Da wäre weniger Chibi mehr gewesen. Das fällt mit der Zeit aber gar nicht mehr groß auf, da die Geschichte den Leser auf ganz andere Art und Weise in ihren Bann zieht.

Für das Rezensionsexemplar geht ein herzliches Dankeschön an Egmont Manga.

Fazit

"To your Eternity" ist eine interessant geschriebene Geschichte, die den Leser mit ihren traurigen Momenten emotional zu berühren weiß. Das ist weit mehr als das Gros anderer Erzählungen zu bewirken vermag und so kann ich nicht anders als die Höchstwertung zu ziehen. Wer bei einer Serie der Neunten Kunst mal wieder mehr als nur mitfiebern sondern auch mitfühlen möchte, der sollte hier unbedingt zugreifen. Am besten macht man dies zunächst mit dem Auftaktband, dessen erstes längeres Kapitel eine Klasse für sich ist und der in der ersten Auflage mit einem Schutzumschlag daherkommt. Für mich ist "To your Eternity" im Manga-Bereich ein Must-Read