Science Fiction
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Bug 1

Bug 1

Comic - Science Fiction | Enki Bilal
Bewertung: ★★★★★

Wie sieht unsere Zukunft aus? Genau kann man das natürlich nicht sagen, logisch. Jedoch lässt sich eines sicher sagen: In den nächsten Jahren wächst die Digitalisierung immer weiter. Fast unaufhaltsam schreitet sie voran und genau da setzt „Bug“ an. Stellt Euch eine Welt vor, in der alles mit einem Computer gesteuert wird und dann stellt Euch vor, dass es einen Bug, einen Computerfehler gibt, der alles lahm legt. Bedeutet das das Ende?

Handlung

Im Jahr 2041 ist die Welt digital. Herzschrittmacher, Flugzeuge, Raumschiffe und und und werden von einer künstlichen Intelligenz gesteuert. Die Menschen verlassen sich auf die Technik. Sie vernachlässigen ihre Bildung so sehr, dass sie nicht einmal einen Satz fehlerfrei schreiben können. Journalisten hätten in der heutigen, realen Welt keinen Job.

Und dann passiert der Supergau. Ein Bug legt die künstliche Intelligenz lahm. Nichts geht mehr. Flugzeuge können nicht starten, Telefone funktionieren nicht und die Menschen haben keinen Strom. Die Menschheit erlebt ihre Apokalypse. Es sind nicht die Zombies, es ist kein Meteoriteneinschlag oder der dritte Weltkrieg. Die Menschheit wird von der selbst entwickelten Technik außer Gefecht gesetzt.

In einem Raumschiff, das gerade vom Mars zurückkommt, überlebt Obb als einziger Passagier. Alle seine Kameraden sind unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Er selbst steht unter Schock, hat eine ungewöhnliche Wunde und einen komischen blauen Fleck am Auge. Was hat es mit dem Bug und Obb auf sich?

Bewertung

Es ist faszinierend mit anzusehen, was mit den Menschen passiert, wenn sie der Technik vollkommen vertrauen. „Bug“ legt den Finger in die Wunde und stellt zwischen den Zeilen Fragen, wie es uns in Zukunft wohl ergehen könnte. Dabei überzeugt der Ideenreichtum von Autor Enki Bilal, denn er treibt gewisse Aspekte auf die Spitze. Ich möchte nun nicht verraten, welche Szenen ich genau meine. An dieser Stelle nur der Hinweis, dass es reichlich davon gibt.

Die Handysucht wird heutzutage ja schon kritisch hinterfragt, zumindest von einigen. In „Bug“ wird dem noch die Krone aufgesetzt. Bilal verzichtet in seinem SciFi-Comic auf Neuerfindungen, wie zum Beispiel einen Chip im Kopf als Telefonersatz, sondern greift wohl ganz bewusst auf Elemente aus der heutigen Zeit zurück, um sie zu verdeutlichen.
Für Sozialromantiker darf natürlich der Klassenkampf nicht fehlen und „Bug“ lässt uns dabei nicht im Regen stehen. Die Oberen 10.000 leisten sich nämlich die Schwerelosigkeit. Wer Geld hat, bekommt also noch ein paar Extras serviert. Darüber hinaus nimmt er mit den Anspielungen auf Kalifate die aktuelle Politik mit ins Boot. Was es mit diesen auf sich hat, wird hoffentlich in den nächsten Ausgaben erläutert.

Das wirklich Interessante ist aber die Hauptfigur Obb. Was hat es mit seiner Verletzung auf sich, woher kommen seine Fähigkeiten und was ist auf dem Flug vom Mars zur Erde passiert? Die Antwort folgt sicherlich in den nächsten Comics. In meinen Augen kann sich Bilal aber Zeit damit lassen, da so die Spannung konstant hoch gehalten wird. Dadurch entwickelt sich nämlich ein regelrechter Politik-Action-Thriller. Darüber hinaus bleibt natürlich ungeklärt, was den Bug ausgelöst hat.

Die Zeichnungen sind dunkel und düster. Fast schon traurig kommen sie daher. Dennoch gehören sie von der Gestaltung zum oberen Drittel, soll heißen, dass sie sehr gelungen sind. Sehr detailverliebt und dennoch kraftvoll im Erscheinungsbild. Klasse!

Fazit

„Bug“ von Enki Bilal kommt mit tollen Ideen daher und verbindet die Genre Action, Sciene Fiction und Thriller miteinander. Ich freue mich auf die zweite Ausgabe!