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The Staircase: Tod auf der Treppe

The Staircase: Tod auf der Treppe

Netflix | von: Jean-Xavier de Lestrade (Regie)
Bewertung: ★★★★★

Der Online-Stream-Dienst Netflix ist bekannt für gute Crime-Dokumentationen, wie zum Beispiel „Amanda Knox“ oder „Audrie & Daisy“. Mit „The Staircase: Tod auf der Treppe“ strahlt der Sender die Serie von Oscar-Preisträger Jean-Xavier de Lestrade aus und verlängerte diese um ein paar Folgen, weil es eine aktuelle Wendung in dem Fall gab. Es werden Widersprüche aufgezeigt, die in dem Mordprozess von Schriftsteller Michael Peterson passiert sind und lassen zumindest Zweifel an der offiziellen Version aufkommen.

Handlung

Der amerikanische Schriftsteller Michael Peterson macht am 09. Dezember 2001 eine grausame Entdeckung. Seine Frau Kathleen Peterson liegt blutüberströmt am Ende einer Treppe. Aufgelöst und durcheinander ruft er den Notruf an, doch kurze Zeit später verstirbt sie.

Die örtlichen Ermittler glauben der Theorie eines Unfalls nicht und beginnen mit ihren Ermittlungen, die zielgerichtet geführt werden, um Peterson wegen Mordes hinter Gittern zu bringen. Der erfolgreiche und finanziell unabhängige Peterson beauftragt mit seiner Verteidigung Staranwalt David Rudolf, dem es gelingt einige Widersprüche vor Gericht aufzuzeigen. In der Verhandlung selbst kommt es zu zweifelhaften Ereignissen.

Trailer

Bewertung

In der Review schreibe ich einige Details aus der Gerichtsverhandlung. Wenn Euch der Fall also gänzlich unbekannt sein sollte, solltet ihr jetzt aufhören zu lesen.

Das liebe amerikanische Justizsystem muss sich seit Jahren berechtigte Kritik anhören. Nicht nur, dass Reiche sich teurere Anwälte leisten können, die Prozesse deutlich erfolgreicher abschließen als Pflichtverteidiger, sondern es immer wieder vorkommt, dass Staatsanwälte oder Polizisten Fälle fingieren. „The Staircase: Tod auf der Treppe“ zeigt letztgenannten Fall eindrucksvoll auf und klagt zwischen den Zeilen an. Die Serie appelliert an den gesunden Menschenverstand, dass während der Verhandlung etwas schief gegangen ist. Jean-Xavier de Lestrade sagt nicht, dass er unschuldig ist, also die Tat nicht begangen hat. Es ist der Staatsanwaltschaft aber nicht gelungen, die Schuld des Angeklagten unwiderlegbar zu beweisen.

Als Zuschauer schüttelt man nur den Kopf, wenn angebliche Experten für die Verurteilung sorgen und der Staatsanwalt mutmaßlich flunkert. Fairerweise muss man an dieser Stelle sagen, dass aus der Sicht von Michael Peterson erzählt wird. Jedoch wurde damals in den Medien genau anders herum berichtet. Insbesondere Nancy Grace tat sich damit hervor, Sachen „komisch, darzustellen. Dies wird in der Dokumentation verdeutlicht.

Es grenzt schon an einer gewissen Ironie, dass Michael Peterson in einer Kolumne über die Missstände innerhalb der Polizei und Verwaltung in der lokalen Zeitung berichtete. Dass er damit Recht hatte, bewahrheitete sich Jahre nach seinem Prozess, denn einige seiner Ankläger wurden aus ihren Ämtern entlassen, weil sie die Spielregeln nicht eingehalten hatten. Die zweifelhaften Methoden kann der Zuschauer in „The Staircase“ sehen.

Fazit

„The Staircase: Tod auf der Treppe“ klagt das amerikanische Justizsystem an und zeigt auf, dass im Mordprozess Michael Peterson nicht alles „sauber“ ablief.