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Stranger Things

Stranger Things

Horror | mit Winona Ryder, David Harbour
Trailer | Bewertung:★★★★

Ein fantastischer Nostalgie-Trip, der sich allerdings nicht nur als simple Hommage versteht, sondern auch losgelöst von seinen Vorbildern eine spannende Mystery-Story zu erzählen hat. „Stranger Things“ ist eine echte Genre-Offenbarung mit klasse Figuren, gruseligen Momenten und einem durchweg starken Cast mit bekannten Gesichtern und erfrischenden Newcomern.

Handlung

1983 – in der amerikanische Kleinstadt Hawkins, Indiana, machen sich die Freunde Mike, Lucas und Dustin auf die Suche nach ihrem Freund Will, der unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Doch neben zwielichtigen Regierungswissenschaftlern und der übernatürlich begabten El, scheint auch eine unheimliche Kreatur in Hawkins sein Unwesen zu treiben…

Bewertung

Strenggenommen bin ich kein Kind der 80er-Jahre! Doch die Filme und die Musik dieses Jahrzehnts haben mich so sehr geprägt, wie kaum etwas anderes. „Indiana Jones“, „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Zurück in die Zukunft“ und „E.T.“ gehören zu den wichtigsten Filmen in meinen cineastischen Werdegang.

„Stranger Things“ – produziert von Netflix und erschaffen von den Brüdern Matt & Ross Duffer – ist ein offener Liebesbrief an all die Filme, die ich als Kind geliebt habe. Die Serie atmet buchstäblich die Luft der 80er-Jahre und macht ihren Job dahingehend auch mehr als gut. Es ist aber nicht so, dass man sich auf diesen Vorbildern und den Verweisen dazu ausruht.

Die Duffer-Brüder erzählen eine liebenswerte Coming-of-Age-Geschichte, im Stil von „Stand by Me“ oder den „Goonies“, unterfüttern diese aber mit ihrer ganz eigenen Geschichte über Militär-Experimente, übernatürliche Begabungen und Monster. Die Gruppe von Kids, die sie aus diesem Grund zusammengetrommelt haben, ist sofort sympathisch und es macht Spaß, ihnen zuzuschauen. Ein absolutes Highlight ist allerdings Millie Bobby Brown mit einer absolut furchtlosen Darbietung als kahlgeschorene El, die man einer Schauspielerin in ihrem Alter nicht alle Tage zutraut.

In der Riege der Erwachsenen sind es wohl Winona Ryder, in ihrem Comeback als besorgte Mutter von Will und David Harbour als Sheriff, die die meisten Augen auf sich ziehen dürften. Beide entwickeln sich von anfangs recht einseitigen Klischees, im Laufe der 8 Folgen langen Staffel, zu runden Figuren, deren Stories involvieren. Die Teenager der Geschichte sind auch nicht schlecht, bieten aber weniger, als der Rest des Casts. Matthew Modine, in der Rolle des Chefs der Forschungseinrichtung, ist immer wieder die Geheimwaffe, ist er doch so angenehm un-angenehm und unsympathisch in seiner Rolle. Zusammenfassend: ein Hoch auf’s Casting-Team!

Atmosphärisch, machen die Duffer-Brüder und die verantwortlichen Regisseure ihren Job auch sehr gut. Der Nebel in den Wäldern um Hawkins und das Spiel mit den Lichtern im Haus von Will’s Familie, sind auf ihre eigene Art und Weise faszinierend inszeniert und sorgen für die ein-oder-andere Gänsehaut. Dazu kommt dann aber auch noch der starke Soundtrack, der mit Tracks von, unter anderem, „Toto“ und „New Order“ aufwartet.

Ihr merkt, ich beschreibe hier alles recht oberflächlich, was daran liegt, dass die Serie viel und oft mit Mystery-Elementen und Überraschungen spielt, die ich hier fürchte, fahrlässiger Weise zu verraten, wenn ich zu sehr in Detail gehe.

Alles in allem ist „Stranger Things“ ein weiteres Brett im Angebot von Netflix und ein weiterer Beweis dafür, dass man es durchaus schaffen kann, aus bekannten Elementen einen originellen Remix zu kreieren, der für sich alleinstehen kann.