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Sierra Burgess Is a Loser

Sierra Burgess Is a Loser

Netflix | mit: Shannon Purser, Kristine Froseth, RJ Cyler
Bewertung: ★★★★

Mit der Serie „Insatiable“ ist Netflix in die Schlagzeilen gekommen, weil der Online-Streaming-Dienst den Schlankheitswahn bewirbt. Mit dem Film „Sierra Burgess Is a Loser“ geht der Sender jedoch in eine komplett andere Richtung. Er thematisiert auf der einen Seite den Schönheitswahn und auf der anderen spricht er sich gegen ihn indirekt aus. Wasser auf der Mühlen der Kritiker? Man wird es sehen. Wenn man rein den Film betrachtet, dann muss ich sagen: Leider durchgefallen!

Handlung

Sierra Burgess (Shannon Purser) ist adipös aber gerissen. Ihr Vater ist ein berühmter Schriftsteller und von ihm hat sie wohl einiges abbekommen. Die Attacken in der Schule kontert sie mit Wort, Witz und Charme. Ihr bester Freund Dan (RJ Cyler) steht ihr immer mit Rat und Tat zur Seite. Durch eine Gemeinheit ihrer Mitschülerin Veronica (Kristine Froseth), der Highschool-Schönheit, kommt ein hübscher Junge aus Sierras Schule an ihre Nummer, aber in dem Glauben, dass es sich eben um die blonde Vorzeige Dame handelt.

Die beiden schreiben munter drauf los und verlieben sich in die Worte des anderen. Als es dann aber zum ersten Online-Chat kommen soll, bricht bei Sierra Panik aus. Wie wird ihr Schwarm auf sie reagieren und auf die aufgesetzte Lüge? Sie schmiedet einen Plan, der vorsieht, sich mit ihrer Erzfeindin Veronica zu verbünden. Sie hilft ihr beim Lernen und sie bei ihrem Mr.Right.

Trailer

Bewertung

Die Grundidee ist genial. Sind Worte stärker als das Aussehen, stärker als Gesten und Mimik. Autoren, so sagt man, haben Angst vor der ersten öffentlichen Vorlesung. Alleine nur, weil sie so viel von sich Preis geben, sie machen sich quasi nackig. Und zwischen den beiden Jugendlichen klappt es ja auch wunderbar, wenn sie sich schreiben. Und genauso ist es mit dem Film „Sierra Burgess Is a Loser“. Denn sobald das Handy weggelegt wird, dümpelt die Story nur vor sich hin. Sie langweilt und lädt damit nicht gerade dazu ein, den Streifen bis zum Ende zu sehen.

Die Handlung ist natürlich in den stereotypischen Grundsätzen aufgebaut, die jeder Highschool-Teenie-Liebesfilm aufzuweisen hat. Das weiß man vorher, das ist nicht schlimm. Doch irgendetwas muss dann kommen, die Story muss etwas anbieten oder die Schauspieler. In „Midnight Sun“ zum Beispiel haben Bella Thorne und Patrick Arnold Schwarzenegger eine solide Idee mit so viel Charme gefüllt, das jeder Zuschauer mitgefühlt hat. Shannon Purser hingegen spielt so versteinert, dass solche Gefühle oder überhaupt eine Reaktion des Publikums nicht nur im Keim erstickt werden, sondern gar nicht erst auftauchen.

Gleichermaßen verhält sich Kristine Froseth. Schon beim ersten Auftritt, als sie - auch hier folgt „Sierra Burgess Is a Loser“ dem obligatorischen Klischees - den Flur der Schule mit ihren zwei Begleiterinnen entlangschreitet, hat sie mich in keinster Weise angesprochen. Es gab nicht diesen Peng Effekt, wie in „DUFF – Hast du keine, bist du eine“ in der ebenfalls Bella Thorne ganz gegensätzlich zu „Midnight Sun“ die Schönheit und Oberzicke spielt.

Das der Vater ein Autor ist, ist der einzige Charmepunkt, den ich vergeben kann. So traurig es sich auch anhört und ja, es ist ein Strohhalm an den sich „Sierra Burgess Is a Loser“ verzweifelt klammern kann. Dieser rettet das Schiff aber nicht vor dem Untergang.

Fazit

„Sierra Burgess Is a Loser“ ist die schlechteste Netflix-Produktion, die ich je gesehen habe.