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Geralds Game-Das Spiel

Geralds Game-Das Spiel

Netflix | mit: Carla Gugino, Bruce Greenwood u.a. Regie: Mike Flanagan
Bewertung:★★★★★

Stephen King ist eine Marke die für sich steht. Es wurden schon sehr viele Romane und Kurzgeschichten des „Meisters“ verfilmt, doch die wenigsten Umsetzungen sind als gelungen anzusehen. Netflix hat sich nun schon ein zweites Mal eines seiner Stories vorgenommen, diesmal als Spielfilm. Dieses Werk war mir als „Vielleser“ des „Vielschreibers“ als schwierig umzusetzen vorgekommen. Netflix hat es geschafft.

Handlung

Gerald Burlingame (Bruce Greenwood), seines Zeichens gestresster Anwalt, und seine Frau Jessie (Carla Gugino) reisen in ihr abgelegenes Wochenendhaus am See, in den Wäldern von Maine um ihr Sexleben wieder etwas zu beleben. Weil seichte Fesselspielchen schon einmal geholfen haben, soll es in aller Abgeschiedenheit etwas „ausführlicher“ probiert werden. Beide sind aufgeregt vor dem ersten „Experiment“ und schon bald ist es Abend. Gerald kann Jessie dazu überreden sich mit Handschellen an die Bettpfosten fesseln zu lassen, nachdem er seine blauen Pillen eingeworfen hat. Als es dann losgehen soll hat Jessie jedoch plötzlich bedenken und überlegt es sich anders. Gerald soll sie wieder losmachen. Der reagiert aber nicht darauf in seiner Erregung und macht beharrlich weiter mit seiner sexuellen Fantasie. Zumal er Jessies Abweisung als zum „Spiel“ gehörig realisiert in seinem „erotischem Rausch“. Auch nach mehrmaliger, mittlerweile verzweifelter Aufforderung seiner Frau gibt er nicht nach, und stirbt plötzlich und unerwartet an einem schweren Herzinfarkt zwischen den Beinen seiner Frau.
Nach dem ersten Schock schafft es Jessie die Leiche ihres Mannes mit den Beinen von sich herunter, und aus dem Bett zu wälzen. Doch sie ist noch immer relativ hilflos am Bett gefesselt, und dann taucht auch noch ein streunender Hund auf, der es auf Geralds Leichnam abgesehen hat. Aber das scheint bei Weitem nicht das Einzige zu sein, was in dem Haus vor sich geht. Jessie hat nicht nur mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen, von denen sie beherrscht wird, sondern im Dunkeln lauert etwas Monströses. Oder fällt sie in den hilflosen Stunden einfach nur mehr und mehr dem Wahnsinn anheim? Besteht noch Hoffnung auf Rettung?

Trailer

Bewertung

Ein Buch zu verfilmen in dem es um eine mit Handschellen am Bett gefesselte Frau geht, ist ganz bestimmt eine Herausforderung für jeden Regisseur. Doch Horror-Spezialist Mike Flanagan hat es einfach nur clever und mit Inspiration umgesetzt. Dank seiner Hauptdarstellerin Carla Gugino, der es gelingt sich äußerst intensiv in die Figur der „Jessie“ hinein zu versetzen, ist ihm ein Kammerspiel gelungen, das Seinesgleichen sucht. Netflix hat mit diesem Psycho-Horror-Drama eine der besten King-Verfilmungen der letzten zehn Jahre produziert. Den Vergleich mit dem äußerst spanneden Buch braucht diese Umsetzung wirklich nicht zu scheuen. Fast übergreifend wirkt der Horror den Jessie erlebt auf den Zuschauer. Die Atmosphäre ist stimmig und die Gefahren, die im Dunkeln und im Licht lauern sind allgegenwärtig. Die Handlung ist fesselnd und mitreißend, und die Angst fast fühlbar. Es bleiben keine Fragen offen, und alles wird aufgelöst. Ob es eine Happy - End wird, bleibt dem Zuschauer letztendlich selbst überlassen. Nachdenken ist erlaubt und erwünscht.

Fazit

Spannender geht es kaum noch. Eine kurzweilige Geschichte die mit viel psychologischem Know – How, wie man es auch von Stephen King gewohnt ist, umgesetzt wurde. Mitreißender Film der brillant die Verzweiflung einer hilflosen Frau bildhaft darstellt. Nicht nur psychologisch wertvoll sondern auch empfehlenswert.