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Die Einkreisung-The Alienist

Die Einkreisung-The Alienist

Netflix | mit Daniel Brühl, Dakota Fanning, Luke Evans
Bewertung: ★★★★★

Bei einem so komplexen Buch, wie Caleb Carrs „The Alienist“ bietet eigentlich eine Serie alles an, um eine halbwegs werkgetreue Umsetzung zu gewährleisten. In vielen Fällen ist Netflix bzw. der beteiligten Produktionsfirma dies gelungen, jedoch gibt es manchmal auch „Fehlschüsse“, wie dieses vorliegende Machwerk bestens beweist.

Handlung

Eine Mordserie, an als Mädchen verkleideten prostituierten Jungen, schreckt im Jahr 1896 den neuen Polizeichef Theodore Roosevelt (Brian Geraghty) auf. Weil der allerdings genug mit der Korruption in seiner Behörde zu tun hat, mit der endgültig aufräumen will, engagiert er heimlich den Psychologen Laszlo Kreizler (Daniel Brühl), und den ziemlich verkorksten Zeitungs-Illustrator John Moore (Luke Evans). Dazu gesellt sich noch die erste weibliche Angestellte des New York Police Department Sara Howard, die auch die Sekretärin Roosevelts ist.
Dazu kommen dann noch die Zwillinge und Kriminalbeamten Marcus und Lucius Isaacson (Douglas Smith, Matthew Shear), deren jüdischer Glauben den Ermittlungen mehr als einmal im Weg steht.
Diverse dunkle Gestalten, zu denen auch Chief Byrnes (Ted Levine) und sein getreuer Gehilfe Captain Connor (David Wilmot) gehören, versuchen die Ermittlungen zu blockieren, um von einem der Hauptverdächtigen, dem Sohn einer sehr wohlhabenden und einflussreichen New Yorker Familien abzulenken. Sie legen falsche Spuren, verschleiern Vorgänge und Abläufe.
Immer mehr Knaben werden tot und auf grausame Weise verstümmelt aufgefunden, und die Polizei gerät in Zugzwang vor der Öffentlichkeit. Der Täter muss gefasst werden, zumindest ein Verdächtiger vorgeführt.
All das versuchen die korrupten Polizisten zu verhindern.
Da die Ermittlungsmethoden von Dr.Kreizler und seinem Team zu der Zeit noch nicht gerade alltäglich sind, und die Ermittler selbst auch noch mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben, wird der Fall immer verzwickter und erscheint fast unlösbar. Doch Kommissar Zufall spielt wie immer auch noch eine Rolle.

Trailer

Bewertung

Es fing gut an, und ich habe der Serie wirklich alle Chancen eingeräumt, wurde jedoch wirklich komplett enttäuscht. Bei dieser Besetzung hätte es einfach gut werden müssen, aber alles was eine spannende Jagd nach einem Serienkiller ausmacht wurde verschenkt, dank einer unlogischen und nicht nachvollziehbaren Story, die sich stark an „Jack The Ripper“ orientiert aber noch nicht einmal im Ansatz eine schlüssige Erzählweise hinbekommt. Es könnte herausragend sein, jedoch steht das Drehbuch dem im Weg. Dakota Fanning spielt mal wieder alle an die Wand, Daniel Brühl wirkt einfach nur hölzern und gekünstelt und Luke Evans sieht ständig aus als hätte man ihm die Augenbrauen an der Stirn mit Klebeband hochgeklebt.
Schlechte Charakterzeichnung, Logiklücken, wirre Handlungsstränge und total unsinnige Dialoge beherrschen
Fast alle Folgen. Alles wirkt konstruiert, bemüht oder einfach nur fantasielos. Das Buch ist nach nur 30 Seiten schon eine grauenvolle „Tour de Force“(im postiven Sinn), in der die Pro-und Antagonisten reichlich gefordert sind.
Diese Bewegung wird nur oberflächlich und viel zu beiläufig in der Serie behandelt. Es wurde jegliche Substanz verschenkt, und die Schauspieler haben meiner bescheidenen Meinung nach agiert, wie im Bauerntheater. Außer Dakota Fanning, die durch ihre zarte aber auch durchsetzungsfähige Präsenz manches rausholen kann, aber die Serie dennoch nicht rettet. Schade eigentlich. Ich hatte wirklich nur eine Umsetzung erhofft, die zumindest den Kern der literarischen Vorlage trifft. Das ist hier in keiner Weise gelungen.Ich lies mich ständig ablenken, weil die ganze Angelegenheit immer uninteressanter und langweiliger wurde.

Fazit

Wer etwas Anspruchsvolles und Hochwertiges erwartet, der wird nur vom Set begeistert sein, alles andere ist noch nicht einmal Mittelklasse. Langweilige und wenig fesselnde Umsetzung eines wirklich spannenden Buches.