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Amanda Knox

Amanda Knox

Dokumentation
Trailer | Bewertung:★★★★★

Netflix bietet immer mehr Kriminaldokumentationen an. Das ist kein Wunder, denn der Erfolg spricht für sich. Den Startschuss gab der Online-Streaming-Dienst mit der Serie "Making a Murderer“ und die Welle der Empörung ließ nicht lange auf sich warten. Die erst vor kurzem veröffentlichte Doku „Audrie and Daisy“ zeigte einen weiteren US-Justizskandal und bezog klar Stellung gegen Mobbing im Internet. Amanda Knox hatte mit dem gleichen Phänomen zu kämpfen, jedoch saß ihr keine hungrige Sozial-Media-Meute im Nacken, sondern die Boulevard-Presse. Durch die fanatische Berichterstattung von angeblichen Journalisten, die sämtliche Ethik über Bord geworfen hatten, wurde aus einem gewöhnlichen Mord in einer unbekannten italienischen Stadt ein weltweites Drama. Selbst der jetzige US-Präsident Donald Trump kommt in „Amanda Knox“ mit seiner unverwechselbaren Art kurz zu Wort.

Handlung

Meredith Kercher wird auf brutalste Art und Weise in ihrer Studentenwohnung umgebracht. Schnell fällt der Verdacht auf die junge und hübsche Amanda Knox und ihrem damaligen Freund Raffaele Sollecito. Viele Ungereimtheiten begleiten den Fall und so kann die Polizei auch Jahre nach der Tat nicht genau sagen, was eigentlich passiert ist. Die italienische Justiz macht ebenso keine gute Figur, wie die Journalisten. Aber auch Knox kann nicht alle Fragen beantworten…

Bewertung

Der „Engel mit den Eisaugen“ oder „Foxy Knoxy“ waren die Spitznamen, mit denen Amanda Knox zu kämpfen hatte und es immer noch muss. Dieses Phlegma wird sie nie wieder in ihrem Leben los. Das hat Vor- und Nachteile.

Die Dokumentation hat nicht den Anspruch Antworten zu geben, sondern zeigt auf, was nach den Erkenntnissen der handelnden Personen passiert ist. Durch die Interviews mit den Hauptprotagonisten werden dem Zuschauer die unterschiedlichen Sichtweisen geschildert. Frei nach dem Zitat von Obi Wan in „Star Wars“ „Auch du wirst entdecken, dass viele Wahrheiten, an die wir uns klammern, von unserem persönlichen Standpunkt abhängig sind“ ist die Wahrheitsbildung immer rein subjektiv. Den Regisseuren Rod Blackhurst and Brian McGinn gelingt der Perspektivwechsel gut, sodass sich das Publikum ein breites Bild machen kann.

Technisch gesehen werden Originalaufnahmen in Bild und Ton serviert, die natürlich für echte Gänsehautstimmung sorgen. Die Tatortfotos sind schockierend und sind für jeden „Aktenzeichen XY“ Fan bestens geeignet. Nach der Doku möchte man natürlich nachforschen. Ich denke jeder wird bei solchen Fällen gerne selbst zum Ermittler und mit großer Sicherheit stößt man dann auf einen wichtigen Beweis, der in der eigenen Interpretation zur Lösung des Mordfalls „Meredith Kercher“ führt.

Fazit

Die Dokumentation „Amanda Knox“ von Netflix ist nicht dafür gemacht, um Antworten zu liefern, sondern um einen kritischen Blick auf die Wahrheitsfindung zu erhalten und die mediale Vorverurteilung zu kritisieren. Es ergibt Sinn, dass geschulten Richtern die Suche nach der Wahrheit anvertraut wurde… Tolle Dokumentation, die die Zuschauer mit einer Gänsehaut zurück lässt.