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The Wailing - Die Besessenen

The Wailing - Die Besessenen

Filme - Horror | mit: Woo-hee Chun, Jo Han-Cheol
Bewertung: ★★★★

Trotz seiner gemächlichen Erzählweise und kleinerer Eigenheiten, weiß der neueste Film von „The Chaser“-Regisseur Na Hong-jin in beinahe allen Belangen zu überzeugen. „The Wailing – Die Besessenen“ ist ein mysteriöser und tatsächlich unheimlicher Horror-Thriller, der sich angenehm anders anfühlt.

Handlung

Eine Reihe von eigenartigen Morden hält ein südkoreanisches Dorf in Atem. Gemeinsam mit einem örtlichen Schamanen, ermittelt Polizist Jeon Jong-gu die Verbrechen und gerät dabei auf die Spur eines geheimnisvollen Fremden. Doch die Polizeiarbeit kommt schon schnell an ihre Grenzen, da die Taten ganz offensichtlich das Werk eines älteren und weitaus größeren Bösen sind...

Trailer

Bewertung

Nicht erst seit dem Erfolg von Filmen wie „Oldboy“ weiß man als Filmfan über die Qualität des südkoreanischen Genre-Kinos. Die eigenwilligen Konventionen, der (makabre) Sinn für Humor und oftmals verstörende bzw. kompromisslose Erzählweise von Regisseuren wie Bong Joon-ho, Park Chan-wook oder Kim Jee-woon sind es, die diese Filme gerade hierzulande so einzigartig machen. Die Helden in Filmen wie „Memories of Murder“ sind nur selten die genialen Super-Ermittler oder strahlenden Helden, die den Tag retten, sondern tollpatschige Durchschnittsmenschen mit alltäglichen Problemen und Lastern.

Ähnlich verhält es sich bei Jong-gu, dem Protagonisten in „The Wailing“, der im Angesicht der bestialischen Morde und unheimlichen Vorkommnisse schon fast komischerweise hilflos wirkt. Doch gerade dieses Gefühl einer überlegenen und vor allem übernatürlichen Macht gegenüberzustehen, ist es, die „The Wailing“ eine so dichte, unangenehme Atmosphäre verleiht. Dazu kommt die wirklich eindringliche und gruselige Bildsprache, die teils drastische Inszenierung und das gemächliche, aber niemals langatmige Erzählweise.

Insgesamt nimmt sich der neueste Film von Na Hong-jin eine Menge Zeit um seine okkulte Geschichte zu erzählen. Satte 156 Minuten lang weiß „The Wailing“ zu unterhalten und schafft es in dieser Zeit keine Langeweile aufkommen zu lassen, was ja schließlich auch nicht jedem Film gelingt. Vielleicht ist es aber auch die langsam erdrückende Stimmung, die von dieser Laufzeit profitiert, bietet sie doch genug Zeit, um den übernatürlichen Grusel aufzubauen. Vorwerfen kann man den Film letztlich nur ein paar Schönheitsfehler!

Fazit

„The Wailing“ schafft es auf eindringliche Art und Weise eine düstere und beklemmende Stimmung aufzubauen. Die Gruselgeschichte lebt allerdings nicht nur vom übernatürlichen Horror, sondern auch von seinem vielschichtigen Protagonisten, dem interessanten Ensemble und dem schwarzen Humor, der immer mal wieder zum Vorschein kommt. Auch wenn die Länge von mehr als zweieinhalb Stunden etwas abschrecken, so sei versprochen: es lohnt sich!