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Zweite Meinung: Nameless

Zweite Meinung: Nameless

Comic - Horror | Autor: Grant Morrison | Zeichner: Chris Burnham
Bewertung: ★★★★★

Nachdem Nameless 2017 bei Cross Cult erschienen ist und ich die eine oder andere Bewertung gelesen habe, war mir klar, dass ich mir den Band einfach kaufen muss. Nun hat es der Comic vor kurzem endlich in mein Regal geschafft. Natürlich musste ich ihn gleich lesen um zu sehen ob die guten Kritiken berechtigt sind. Eins schon mal vorab: ich wurde nicht enttäuscht!

Handlung

Direkt am Anfang wird dem Leser der Tatort eines Mord-Selbstmordes gezeigt. Hier sind verwirrende Zeichen mit Blut an die Wand geschmiert. Direkt danach lernen wir einen Experten für Okkultes namens Nameless kennen.

Nameless ist ein Traumwanderer. Er wurde beauftragt in einen Traum einzusteigen und einen Schlüssel zu besorgen. Das gelingt ihm und mit dem Schlüssel kann eine Kiste geöffnet werden.

Im Anschluss erfahren wir, dass ein Asteroid auf die Erde zurast. Dieser Himmelskörper trägt ein Okkultes Zeichen auf seiner Oberfläche. Deswegen wird Nameless mit dem Gegenstand aus der Kiste und einem Forschungsteam, auf eine Station zum Mond geschickt, von der aus die Mission zum Asteroiden gestartet werden soll.

Sobald das Team aber vor Ort ist, tragen sich sowohl auf dem Mond als auch auf dem Asteroiden schreckliche Dinge zu.

Bewertung

Puh, ich weiß um ehrlich zu sein gar nicht wo ich bei der Bewertung anfangen soll. Schon alleine das erste enthaltene US Heft ist auf den ersten Seiten maximal verstörend.

Ich wusste permanent nicht, ob das beschriebene tatsächlich gerade passiert, oder ob es nur im Kopf von Nameless stattfindet, bzw. In einer anderen Zeit, in einem Traum oder einer Parallel-Welt. Dabei ist die Story sehr packend und spannend erzählt. Aber natürlich auch durch und durch verwirrend und stellenweise sehr brutal und krank.

Man lernt den Protagonisten nur sehr oberflächlich kennen, was ich etwas schade fand, denn Nameless scheint ein sehr vielschichtiger Charakter zu sein. Die Geschichte schreitet ohne Pausen voran und es werden einem die Eindrücke nur so um die Ohren geworfen. Ich fand den Band in Summe wirklich grandios erzählt. Die Atmosphäre die hier erzeugt wird ist wirklich einmalig und sucht seinesgleichen. Das Setting auf dem Mond und dem Asteroiden erzeugt so ein bedrückendes und aussichtsloses Gefühl, wie man es nur aus einem Kinofilm kennt. Das wird wahrscheinlich auch dadurch unterstützt, dass der Böse Gegenpart der Geschichte zwar zu sehen ist, aber nie richtig definiert werden kann.

Das Ende bleib dabei für Interpretationen offen. Und viele der Fragen die sich während des Comics stellen werden erst ganz am Ende beantwortet.

Am Schluss kann man nur sagen, dass die teilweise etwas dreckigen Zeichnungen von Chris Burnham in Grand Morrisons Geschichte on Point sind. Hier könnte man sich kaum eine Alternative vorstellen!

Fazit

Wer auf wirklich abgefahrene Space- und Horrorshocker steht, bekommt hier das volle Programm für sein Geld. Zugleich überzeugt der Comic durch ein sagenhaftes Setting und eine facettenreiche (wenn auch verwirrende) Story!