Horror
Register
Focus 10: Phase 1

Focus 10: Phase 1

Comic - Horror | Martina Peters
Bewertung: ★★★★★

Mangas kommen nicht nur aus Japan sondern werden auch hierzulande produziert und das gar nicht mal so wenig. Bei Carlsen Manga erscheint aktuell Focus 10 von Martina Peters, eine Horrorserie in der Nachtmahre versuchen einen Weg in unsere Welt zu finden. Grund genug für mich einmal einen Blick zu riskieren.

Handlung

Die Waisen Ada und Adrian leben gemeinsam im letzten aus ihrem Erbe verbliebenen Haus und versuchen irgendwie über die Runden zu kommen. Neben diesen weltlichen Problemen machen beide sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Nachtmahren, die sie nicht nur in ihren Träumen heimsuchen. Während Ada schreckliche Ängste durchsteht und sich von ihrem großen Bruder damit alleingelassen fühlt, nimmt dieser die Bedrohung nicht sonderlich ernst. In seiner Haltung sieht er sich dadurch bestätigt, dass sich die Gespenster regelmäßig auflösen wenn er diesen selbstsicher gegenüber tritt. Dabei ignoriert er allerdings den Umstand, dass es ihn regelmäßig in eine Parallelwelt verschlägt aus der er erst nach stundenlanger Suche einen Weg zurück in die Realität findet. Auch dass er auf diesem "Torweg" einer Gruppe anderer Schläfer begegnet, die die Nachtmahre dort bekämpfen, hält er nicht für real.

Bewertung

Mit Focus 10: Phase 1 führt Martina Peters erst einmal in die Welt der beiden Waisen ein. In der Rahmenhandlung, die sich auch kurzer Rückblicke bedient, wird geschildert wie die beiden mit ihrem Verlust umgingen und nun versuchen ihren Alltag zu bewältigen. Das innige Verhältnis der Geschwister zueinander wird allerdings durch den sehr unterschiedlichen Umgang mit den Nachtmahren belastet. Dies wird nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt.

Optisch gut gelungen ist dann alles rund um die Nachtmahre und den Torweg, eine Welt in der gänzlich andere Regeln gelten als in der unseren. Allein das Aussehen der Kämpfer dort konnte mich nicht überzeugen, da diese wie aus einem Jump and Run Game entstiegen wirkten. Ebenfalls nicht geglückt finde ich die Profilansichten der Charaktere bei denen die Zeichnerin versucht sämtliche Merkmale auf einer Gesichtsseite unterzubringen. Das wirkt auf mich leicht schräg, mag aber ein gängiges – mir anderswo bislang nicht aufgefallenes – Stilmittel sein.

Unterm Strich finde ich diesen Auftakt gut erzählt. Optisch wechseln sich Licht und Schatten ab. Die Handlung im Torweg erinnerte mich ein wenig an Suckerpunch, nur dass die dort agierenden Kreaturen vermutlich weniger „Einbildung“ sind. Da in dieser Welt keine physischen Regeln wie in unserer Realität gelten, variiert eventuell die Darstellung der Figuren in den Folgebänden. Ich würde mir das wünschen.

Der Erstauflage des Bandes ist eine Postkarte als Extra beigefügt. Das Format weicht vom gängigen Manga-Standard ab und ist etwas größer. Darüber hinaus wurde Focus 10 in westlicher Erzählrichtung gedruckt.

Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Carlsen Manga.

Fazit

Focus 10: Phase 1 deutet inhaltliches Potenzial an, konnte mich optisch aber leider noch nicht so recht überzeugen. Für eine klare Kaufempfehlung reicht es bei mir daher noch nicht. Genrefans dürfen allerdings einen Blick riskieren.