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Bad North

Bad North

Game - Strategie
Bewertung: ★★★★

Das Kriegshorn ertönt. Im Nebel auf dem Wasser sind erste Umrisse sichtbar. Wir werden angegriffen! Also alle Truppe bereit machen, die Insel muss verteidigt werden. Das minimalistische Taktik-RPG Bad North hat am 20. August den Weg auf die Konsolen zuerst über die Nintendo Switch gefunden.

Handlung

In Bad North steht keine komplexe Story im Mittelpunkt. Vorgegeben ist lediglich die Tatsache, dass der Spieler mit seinen Truppen zu den letzten Überlebenden seines Vikingerstammes gehört und auf einer Reihe kleiner Inseln ums weitere Überleben kämpfen muss. Feindliche Truppen fallen auf jeder Insel, die man auf seiner Flucht besucht ein und versuchen zu brandschatzen und zu töten. Wird die Insel erfolgreich verteidigt erhalten wir für jedes nicht-zerstörte Haus auf ihr Gold, mit dem wir unsere Kommandeure belohnen können. Haben wir auf einen Kommandeur genügend Gold verteilt, besteht die Möglichkeit ihn einer Kriegerklasse (Bogenschütze, Pikenier oder Infanterie) zuzuteilen und entsprechende Fähigkeiten zu erlernen und verstärken. Dies ist auf der Flucht durch die zufällig erstellt und verteilten Inseln auch bitter nötig, denn je weiter man voranschreitet, desto stärker werden auch die Feinde, die die Inseln zu erobern beabsichtigen. Auch die eigenen Kommandeure, sowie Kommandeure, die wir unterwegs treffen und bei erfolgreichem Verteidigen ihrer Insel dazu bewegen sich uns anzuschließen, sind vollkommen zufällig ausgewählt.

Trailer

Bewertung

Das Kampfsystem von Bad North ist simpel. Unsere Kommandeure haben eine Truppe um sich geschart, die nur gemeinsam bewegbar ist. Wir können diese Truppe auf der kleinen Insel frei über Felder bewegen. Wichtig dabei ist es, die in Booten anstürmenden Gegner im Blick zu behalten. Stellen wir unsere Truppe unvorsichtig genau auf dem Feld ab, auf dem der Feind an Land geht, so kann uns das andonnernde Boot lähmen. Fallen Bogenschützen ein, sollten wir keine Truppen auf deren Ankunft warten lassen, die keine Schilde haben, um sich gegen Fernangriffe zu verteidigen. So kommen einige interessante Taktikelemente und Strategien zustande. Zwar beinhaltet Bad North einige kleine RPG-Elemente und Aufstiegsmöglichkeiten, im Kern ist es aber eben eher als Taktik- bzw. Strategiespiel zu verstehen. Die Positionierung und Auswahl unserer Truppen spielt bei der Schlacht eine wichtige Rolle.

Besonders wichtig ist die Tatsache des Permadeath in Bad North. Fällt ein Kommandeur im Kampf, so ist er für immer verloren. Lediglich seine ihn umgebenden Truppen werden nach jeder verteidigten Insel wieder aufgefüllt, sollte mindestens der Kommandeur überlebt haben. Wird der letzte Kommandeur Opfer der Kriegswirren erscheint das „Game Over“ und wir müssen ganz von vorne beginnen. Nach Abschluss einer solchen Partie wird uns dann angezeigt, wieviel Prozent wir absolviert haben. Das sorgt für Nervenkitzel, aber gleichzeitig auch für den nötigen Wiederspielwert. Zwar ist es sehr frustrierend nach einer guten Runde irgendwann doch das zeitliche zu segnen, bevor wir das Ende erreicht haben, aber wir können daraus lernen und entsprechende Schritte für einen weiteren Spielstart einleiten.

Auch optisch ist Bad North absolut minimalistisch gehalten. Die Truppen tragen zum Beispiel keine detailliert ausgestalteten Rüstungen und Waffen, sondern lediglich die Elemente, die wir benötigen, um Kämpferklassen und Truppenstärke zu unterscheiden. Einerseits ist das schade, denn auch unter Beibehaltung des grundsätzlich gewählten Stils wäre hier sicherlich noch mehr Liebe zum Detail möglich. Andererseits wirkt das Spiel auch nicht so, als habe man sich keine Mühe gegeben, sondern eben wie ein absichtlich simpel gehaltener, kleiner Taktik-Spaß für Zwischendurch.

Das bringt uns zu der Nintendo-Switch-Version des Spiels, die angesichts der spielerischen Ausrichtung von Bad North zweifelsohne als optimale Variante des Spiels bezeichnet werden kann. Zwar funktioniert die Steuerung mit Controller auch, wesentlich angenehmer und schneller gestaltet sich allerdings das Bedienen mittels Touchscreen im Handheld-Modus der Switch.

Fazit

Bad North ist ein zwar sehr minimalistisches, aber durchaus gutes roguelite Echtzeit-Taktik-RPG. Aufgrund der kurzen Kämpfe auf kleinen Inseln, zwischen denen immer automatisch gespeichert wird, ist es optimal für zwischendurch und unterwegs, sofern man es auf der Nintendo Switch spielt. Leider geht Bad North auch nach einiger Spielzeit aber nicht allzu sehr in die Tiefe, sodass sich vermuten lässt, dass das Spiel eher nichts für langfristigen Spielspaß ist. Spaß macht es dennoch vor allem in den ersten Runden und ich kann mir gut vorstellen, dass Bad North eines der Spiele ist, die man nicht ewig lang spielt, dafür aber immer mal wieder.