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NBA 2k18

NBA 2k18

Game - Sport
Bewertung: ★★★★★

Was 2K mit seiner NBA-Franchise Jahr für Jahr abliefert ist schlicht phänomenal. Keine Sportsimulation ist näher am echten Spiel, wenige Games so umfangreich wie das Flaggschiff von 2K Sports und noch weniger verkaufen sich so gut. Dabei hat es Entwickler Visual Concepts bisher entgegen aller Erwartungen geschafft ein bereits extrem gutes Grundgerüst immer weiter zu verbessern und wartete stets mit Innovationen auf. Welche euch in der diesjährigen Variante erwarten und ob das Spiel die Tradition exzellenter Sportsimulationen aufrecht erhält erfahrt ihr hier in unserer Review…

Handlung

Die Karriere der NBA 2K-Reihe war immer eines der interessantesten Elemente des Spiels und hatte absolute Vorreiterstellung im Genre. Schliesslich bequemte sich Konkurrent EA erst letztes Jahr einen vergleichbaren Story-Modus, mit einer Geschichte um einen aufstrebenden Athleten, gelenkt vom Spieler, in eines seiner Spiele einzubauen. Da waren die Ableger von 2K längst ein gestandener Veteran auf dem Gebiet der Sport-Stories. Auf Niveau eines Hollywood-Blockblusters waren diese, trotz eingekaufter Film-Grössen wie Spike Lee nie, sondern eher eine nette, leicht kitschige, nie ganz ernste Ergänzung zum eigentlichen Gameplay der Karriere. Trotzdem ist unverständlich wie 2K die Story und den anhängenden Karrieremodus dieses Jahr derart in den Sand setzen konnte.

Die Karriere von NBA 2k18 ist durchzogen von Microtransactions. An jeder Ecke werden Spieler dazu aufgefordert ihren Vorrat an der Spielwährung VC mit Echtgeld aufzustocken um die Fähigkeiten ihres Charakters zu verbessern. Um diesen ohne etwaige auf ein angemessenes Level zu bekommen und somit auch auf höheren Schwierigkeitsgraden eine echte Chance zu haben, müssten Spieler weit über 150 Partien absolvieren. Was den Eindruck, dass Microtransactions ganz oben auf der Prioritätenliste der Entwickler stand, weiter verstärkt, ist die Tatsache, dass Frisuren für die eigenen Charaktere nun auch mit VC erstanden werden müssen. In den Vorgängern waren sie frei gestaltbar.

Ebenfalls geändert hat sich die Menüführung. Während man in den vorigen Teilen alle Aspekte des Spiels, wie dem Avatar neue Schuhe oder Upgrades zu spendieren, über effektive, aber wenig innovative Textmenüs ansteuerte, muss man seinen Spieler nun durch „The Neighborhood“ steuern. Diese virtuelle Nachbarschaft ist eine MMO-artige Hub-Welt, hinter der sich diverse Spielmodi und besagte Anpassungsmöglichkeiten verstecken. Leider ist diese Veränderung keine Verbesserung sondern macht die Menüführung unnötig umständlich. Für jede Option, die sich sonst hinter Textmenüs verbarg, muss der Spieler nun Fußwege durch die ansonsten leere Spielwelt zurücklegen.

Der Geschichte an sich hilft es auch nicht, dass sie jeglicher realen Grundlage entbehrt. Man schlüpft in die Rolle von DJ, der der NBA und dem Basketball an sich den Rücken gekehrt hat um seinem Spitznamen gerecht zu werden und als DJ durchzustarten. Fernab jeglicher Logik hat DJ Lust wieder in den Profisport einzusteigen und ihm werden nach ein paar mittelmässigen Streetball-Partien sämtliche Türen Richtung NBA geöffnet. Weniger Immersion geht nicht.

Trailer

Bewertung

Was NBA 2k18 bleibt ist das eingangs erwähnte, exzellente Gameplay und die umfassenden Spielmodi, die, mit Ausnahme von MyCareer, alle überzeugen können. Auch wenn der Managermodus „MyGM“ nun auch textbasierte Story-Elemente bietet, bleibt bei den anderen Modi alles mehr oder weniger beim Alten.

Auch beim Gameplay spielt Entwickler Visual Concepts auf Sicherheit, grundlegende Änderungen gibt es nicht. Sicherlich ist es schwierig ein sehr gut funktionierendes System zu innovieren, aber man wird das Gefühl nicht los, dass nichtsdestotrotz Raum für Verbesserung vorhanden ist.
Einen Schritt in die richtige Richtung macht dabei einzig die KI, die beispielsweise bei Fast Breaks nicht mehr wie durch Magie einen gewaltigen Raum überbrückt um doch noch zum Chasedown Block zu kommen. Das Rebounding hat zudem zahlreiche neue Animationen und Möglichkeiten spendiert bekommen, sodass nicht mehr ein Rebound dem anderen gleicht und dieser Aspekt besser nachvollziehbar ist.

Was NBA 2k18 wirklich überzeugend umgesetzt ist, ist die Individualität und Einzigartigkeit jedes Spielers. Jeder der bekannteren Spieler hat seinen eigenen Style, sein eigenes Ballhandling und seine eigenen Stärken wie Schwächen auf die es auf dem Court zu achten gilt. So reagiert die KI auch auf diese Stärken und Schwächen und lässt beispielsweise eher schwachen Werfern ein oder zwei Schritte mehr Raum als einem bekannten Scharfschützen. Um gerade Online Spiele zu gewinnen bedarf es echter Kenntnisse der eigenen Spieler und wie diese in Szene zu setzen sind. Baut man beispielsweise in seiner Defense auf offensive Spieler wie Coverstar Kyrie Irving und erhofft sich von ihnen, dass sie den gegnerischen Superstar aus dem Spiel nehmen, wird das schlichtweg nicht funktionieren. Dazu ist das Gameplay von NBA 2k18 eben zu nah am echten Sport.

Fazit

NBA 2k18 ist immer noch die beste Sportsimulation die es gibt. Dennoch sind einige der Entscheidungen die in diesem Jahr getroffen wurden mehr als zweifelhaft und gerade der unsägliche Trend der Microtransactions stören nicht nur das Singleplayer-Erlebnis sondern sorgen auch dafür dass die Multiplayer-Aspekte die sich um den MyPlayer drehen in gefährliches Pay2Win-Territorium schlittern.
Fans müssen auch dieses Jahr wieder zugreifen; Gelegenheitsspieler, die fast ausschliesslich mit den Freunden auf der Couch zocken werden quasi keinen Unterschied zu NBA 2k17 feststellen und sind damit deutlich besser beraten.