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Wolfenstein II The New Colossus

Wolfenstein II The New Colossus

Game - Shooter
Bewertung: ★★★★

Wolfenstein 3D, welches 1992 erschienen ist, gilt mit als eines der ersten 3D-Ego-Shooter. Aufgrund der damaligen Darstellung der Gewalt und der mit der Thematik verbundenen Symbolik landete der Titel schnell in Deutschland auf dem Index. Nach dem großen Erfolg von the new Order und the old blood war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung erscheint. Mit Wolfenstein: the new Colossus werden Fans der Reihe wieder in den Krieg geschickt. Ob es sich auch lohnt, lest ihr hier.

Handlung

Es ist das Jahr 1961. Das Regime hat mit bahnbrechender Technologie den zweiten Weltkrieg gewonnen und die USA erobert. Unter der Herrschaft von Irene Engel sorgt die neue Regierung für Unterdrückung und macht kurzen Prozess mit jedem, der sich ihnen nicht beugen wird. Der US-Ranger B.J. Blazkowicz will mit Hilfe des Widerstandes die Macht des Regimes unterbinden. Für diesen Kampf benötigt er allerdings mehr Unterstützung als je zuvor.

Trailer

Bewertung

Zu Beginn entscheiden wir uns zuerst für einen der insgesamt 7 Schwierigkeitsgrade. Bereits auf der zweiten und dritten Stufe wird das Spiel schwer, sodass häufiges sterben und neu laden vorprogrammiert ist. Bethesda spendiert uns nochmal eine kleine Sequenz mit den Geschehnissen aus dem Vorgänger. So ist das Spiel auch für Neulinge der Reihe zugänglich. Außerdem müssen wir hier eine Entscheidung treffen, welche einen geringen Einfluss auf das Spiel hat, aber das findet ihr lieber selbst raus. Ich will hier ja nicht zuviel verraten.

In den ersten 5 Minuten wird der Fokus des Spieles klar definiert. Actionreiche Gefechte in einem U-Boot, während man im Rollstuhl sitzt. Klingt abgedreht und total übertrieben? Ist es auch. Wer auf Realismus hofft, ist bei Wolfenstein fehl am Platz. Und das ist auch beabsichtigt. Das Spiel hat häufige Momente, in denen man seinen Augen nicht trauen mag und die so unglaubwürdig und abgedreht sind, dass Langeweile hier definitiv nicht aufkommt. Gerade bei der Hälfte des Spieles kommt es zu einer gleichzeitig überraschenden und absurden Wendung, dass spätestens jetzt jedem klar wird, dass er kein virtuelles Geschichtsbuch vor sich hat. Die Level sind sehr abwechslungsreich und man hat nicht das Gefühl einfach einem Schlauchlevel zu folgen. Mir persönlich ist es des Öfteren passiert, dass ich mich im Level verlaufen habe. Bethesda hat natürlich wieder einige Easter Eggs versteckt, welche auch Liebhaber der alten Teile aus den 90er Jahren freuen wird.

Zwischen den einzelnen Missionen erholen wir uns auf dem U-Boot, welches gleichzeitig als Basis fungiert. Hier wird der nächste Schritt geplant, Nebenaufträge angenommen und mit den gut gezeichneten und charakteristisch verschiedenen Verbündeten kommuniziert. Auch die Antagonistin Irene Engel wird so gut in Szene gesetzt und greift immer wieder in das Geschehen ein, sodass man das Hauptziel des Protagonisten besser nachvollziehen kann. Die Zwischensequenzen zeigen einem erstmals einen Einblick in B.J.'s Kindheit. Dadurch wirkt die Figur noch viel menschlicher. Stellenweise passt leider der Ton nicht zur Lippenbewegung und gelegentliche Tonausfälle trüben etwas das Spielerlebnis, dies kommt allerdings selten vor. Die Synchronisation und die deutschen Stimmen sind trotzdem sehr gut gewählt und bringen die Story glaubhaft rüber.

In jedem Level gibt es Offiziere, die bei Sichtkontakt oder durch Zuruf anderer Soldaten sofort Alarm schlagen und gefühlt unendlich Verstärkungen holen. Natürlich kann der Spieler auch versuchen sich durch die Level zu schleichen. Dies hat bei mir im Test leider nur in wenigen Passagen geklappt, sodass ich die bleihaltige Lösung gewählt habe und alles, was sich bewegt hat, ein paar Kugeln geschenkt habe. Als Neuerung findet man in den Leveln immer wieder Äxte, mit denen B.J. seine Gegner auf sehr blutige Weise aus dem Weg räumen kann. Allgemein ist der Gewaltgrad sehr hoch und es vergehen kaum Minuten, in denen man nicht das digitale Blut sieht. Die Einstufung der USK „ab 18“ ist somit komplett berechtigt. Im eben genannten Bereich ist das Spiel auch vollkommen ungeschnitten.

Was allerdings geschnitten werden musste, ist die Symbolik. Da das Spiel im zweiten Weltkrieg oder besser gesagt danach spielt, sind nationalsozialistische Symbole unumgänglich. Diese sind aber in Deutschland in Videospielen verboten und somit mussten sämtliche Symbole entfernt werden. Auch einzelne Wörter in Dialogen mussten geändert werden. Oder warum kämpft man in der Deutschen Version gegen das Regime? Mich persönlich stört es nicht, da der Rest des Spieles weltweit identisch ist.

Grafisch kann das Spiel mit einer lupenreinen und detailreichen Optik überzeugen. Ruckler oder gar Abstürze habe ich nicht bemerkt. Nach der gut 14 stündigen Hauptstory gibt es noch genug Nebenmissionen zu erledigen, welche die Spielzeit nochmals ungefähr verdoppeln. Für einen Shooter eine durchaus sportliche Spielzeit. Je nach anfangs ausgewähltem Schwierigkeitsgrad kann sich diese aber ebenfalls verlängern.

Fazit

Wolfenstein 2 the new Colossus setzt genau an seinen Vorgänger an und ist ein wahres Fest für jeden Actionliebhaber. Realismus wird allerdings klein geschrieben. Hier steht eher die Frage „was wäre wenn“ im Vordergrund. Für alle, die auf riesige Explosionen, überspitzten Humor und atemberaubender Grafik stehen, werden hier ihren Spaß haben. Wer allerdings auf eine geschichtstreue Umsetzung gehofft hat, wird hier enttäuscht.