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Sniper: Ghost Warrior 3

Sniper: Ghost Warrior 3

Bewertung:★★★★★

Sieben Jahre ist es nun her, dass der polnische Entwickler City Interactive mit Sniper: Ghost Warrior seine Stealth-Shooter-Reihe begann. Nach mehrmaligem Verschieben erschien nun endlich der dritte Teil. Ob sich das lange Warten gelohnt hat, erfahrt Ihr in meinem Test.

Handlung

Jon und Robert North sind Brüder und Elite-Soldaten. Nach einem missglückten Einsatz an der russisch-ukrainischen Grenze wird Robert entführt. Knapp zwei Jahre später verschlägt es Jon nach Georgien. Hier gilt es eine geheime Organisation aufzudecken. Je mehr wir herausfinden, umso mehr erfahren wir auch, was mit unserem Bruder geschehen ist.

Trailer

Bewertung

Anders als in den Vorgängern haben wir hier eine offene Spielwelt zum Erkunden. Es wurde Abstand von Schlauchlevel genommen und somit wird dem Spieler selbst überlassen, wie er in jeder Mission vorgeht.

Meistens geht es darum, eine Zielperson zu neutralisieren. Nun bleiben uns drei Möglichkeiten. Erstens: wir stürmen das bewachte Gebiet und erledigen jeden Gegner. Zweitens: wir versuchen uns anzuschleichen, unsere Zielperson zu erledigen und danach genau so leise wieder zu verschwinden. Oder drittens: wir suchen uns eine Erhöhung, kundschaften die Umgebung mit Hilfe von Zielfernrohr und Drohne aus und erledigen unser Ziel mit einem gut gezielten Schuss. Dementsprechend gibt es auch 3 Skillbäume.

Ich hab mich für die Spielart Sniper entschieden, da ich testen wollte, wie sich die hauptsächliche Spielmechanik anfühlt. Genau hier stecken auch die Stärken des Spiels. Gegner auf Ihren Routen beobachten, planen welchen Gegner man wann erledigt und das genaue Takten der Schüsse wurde sehr gut vom Entwickler umgesetzt. Bei jedem Schuss gibt es mehrere Faktoren, welche berücksichtigt werden müssen. Von welcher Seite kommt der Wind und wie schnell ist dieser? Wie ist die genaue Entfernung zum Ziel und welche Kugelart nehme ich für welchen Feind?

Erwähnenswert ist auch, dass man, wenn man sich für eine Spielweise entschieden hat, diese auch bis zum großen Finale meistens durchziehen kann. Es gibt insgesamt 30 Waffen, welche man individuell anpassen kann. Munition kann man im Unterschlupf kaufen oder selber durch gefundene Ressourcen herstellen.

Ihr möchtet eure Aufträge lieber heimlich im Dunkeln durchführen, habt allerdings keine Lust zu warten, da die virtuelle Sonne gerade erst aufgegangen ist? Hierfür wartet im Unterschlupf ein Bett auf euch, wo Ihr bis zur gewünschten Zeit warten könnt. Missionen werden immer über den Laptop angenommen, den man praktischerweise teilen kann und somit immer ein Tablet dabei hat.

Klingt nach einem recht soliden und guten Spiel bis jetzt? Das kann Sniper: Ghost Warrior 3 durchaus sein, gäbe es da nicht die negativen Aspekte. Über die recht veraltete Grafik kann ich noch etwas hinweg sehen, da es mir eher auf den Spielspaß ankommt.

Wer auf ein visuelles Meisterwerk wie Grand Theft Auto 5 oder Horizon: Zero Dawn hofft, wird sehr enttäuscht sein. Texturen sind zum Teil sehr matschig und brauchen stellenweise sehr lange zum Laden.Die offene Spielwelt wirkt eher aufgedrückt und leider sehr leer und leblos. Mir ist nach gut einer Stunde Spielzeit und einiger Fahrzeit mit dem Auto aufgefallen, dass die Straßen leer sind. Und damit meine ich leer. Keine Autos, keine Fußgänger. Rein gar nichts.

Wenn ich zu meiner Mission fahre und auf dem Weg ein feindlicher Außenposten liegt, bin ich gedankenlos durchgefahren, da diese nicht die Verfolgung aufnehmen.Außerdem bin ich der Meinung, dass eventuell eine weitere Verschiebung des Spieles nicht die schlechteste Idee gewesen wäre. Es gibt unzählige Spielfehler. Mal verschwindet das eigene Auto und es stehen nur noch die 4 Reifen, die eigene Spielfigur weigert sich eine Treppe runter zu laufen oder bleibt beim Schleichen zwischen Bahnsteig und Zug so hängen, dass ein Neustart vom letzten Kontrollpunkt nötig ist. Während meines Durchlaufens kam es insgesamt zu 3 Abstürzen des Spieles und mehreren Ruckeln, kurzzeitigen Einfrieren des Bildes und Grafikfehlern.Im Spiel gibt es mehrere Nebenmissionen und eine Liste mit den meistgesuchtesten Verbrechern die Jon erledigen muss. Von diesen Personen (16 an der Zahl) habe ich 15 ausschalten können, da der letzte durch einen Bug auf der Spielkarte nicht zu finden ist und somit nicht auftaucht.

Dem Spieler werden 3 Gebiete zur Verfügung gestellt, die man nach und nach freispielt.Das Wechseln der Spielwelt geht entweder per Schnellreise oder man fährt mit dem Auto zu einem Tunnel. Ob so oder so, es bleiben einen trotzdem die mit wohl nervigsten „Feature“ des Spieles nicht erspart. Zum einen der schlechte Soundtrack, welcher gefühlt aus nur zwei Liedern besteht, zum anderen die Ladezeit. Es ist, denke ich, jedem klar, dass bei einer offenen Welt viel auf einmal geladen werden muss, als bei einem kleinen Levelabschnitt. Aber 5 Minuten ist heutzutage eine Zumutung. Gefühlt könnte man sich, wenn man alle Ladezeiten während des Spieles zusammenrechnet, selbst als Sniper ausbilden lassen. Während den Zwischensequenzen war ich mir nie sicher, ob ich weinen oder laut los lachen soll.

Die deutsche Synchronisation ist, sagen wir mal „nett ausgedrückt“, bescheiden. Die Sprecher wirken lustlos und man merkt, dass die Texte nur abgelesen wurden. Es fehlt auch hier, wie in der Spielwelt, am Lebhaften. Nach rund zehn Stunden kommt es zu einem Finale, welches nicht vorhersehbarer hätte sein können.

Fazit

Sniper: Ghost Warrior 3 ist ein solider Stealth-Shooter, welcher technisch nicht den heutigen Standards mithalten, dafür allerdings spielerisch punkten kann. Ich habe mich trotz schwacher Story, vorhersehbarem Ende und mehreren Spielfehlern gut unterhalten gefühlt. Hoffen wir, dass in den nächsten Monaten Patches veröffentlicht werden, die dem Spielerlebnis gut tun. .

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