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Max - The Curse of Brotherhood

Max - The Curse of Brotherhood

Game - Jump and Run
Bewertung:★★★★★

Ende 2013 auf der XboxOne erstmals erschienen wurde Max – The Curse of Brotherhood später Mitte 2014 für den PC und Xbox360, im November 2017 für die PS4 und schließlich im Dezember desselben Jahres für die Nintendo Switch umgesetzt. Wie die am 26. April erschienene Retailfassung der Nintendo Switch-Version zeigt, scheint es sich für Entwickler und Publisher zu lohnen den Titel wieder und wieder verschiedenen Zielgruppen der Gaming-Gemeinde anzubieten. Wir sagen euch, ob wir empfehlen können bei der neuen physischen Version für Nintendos Hybridkonsole zuzuschlagen.

Handlung

Max kommt von der Schule nach Hause, ist grundlos genervt von seinem kleinen Bruder Felix und sucht daher im Internet nach einem Zauberspruch, um ihn verschwinden zu lassen. Während er diesen aufsagt öffnet sich ein Portal, eine riesige Monsterhand greift hindurch und schnappt sich Felix. Als Max springen wir hinterher, um den Bruder dann doch lieber zu retten. Nach dem Intro folgt eine kurze spielbare Passage in der wir Felix‘ monströsen Entführer verfolgen, ohne Erfolg. Doch zum Glück begegnen wir einer alten Dame, die ihre Kraft in die einzige uns zur Verfügung stehende Waffe, einen Filzstift, transferiert und uns erklärt, dass Felix vermutlich beim Zauberer Mustacho ist, der ihn nutzen wird, um sich ewige Jugend zu verschaffen. Los geht die Reise von Level zu Level, von Welt zu Welt.

Trailer

Bewertung

Die gesamte Geschichte wird uns in wenigen Minuten und zu Beginn des Spiels präsentiert und ist neben einigen zusätzlichen Informationen zu sammelbaren Items, bzw. Augenpflanzen die Mustacho in der Welt verteilt hat, um uns zu beobachten, das einzig Storyrelevante.
Optimistisch betrachtet könnte man die Story von Max – The Curse of Brotherhood als auf das wesentliche beschränkt bezeichnen. Ich finde aber, dass sie fast ein wenig zu simpel ist. Dass das Spiel bewusst auch auf eine jüngere Zielgruppe ausgerichtet ist, zeigt sich vor allem an dem etwas patzig-pubertären Raufbold Max, der während seiner Abenteuer immer einen „coolen“ Spruch parat hat.
Was die Optik des Spiels betrifft bin ich hin und her gerissen. Der Titelscreen lässt einen zunächst glauben es handele sich um ein Spiel im motion-capturing-Stil, was sich dann leider überraschend als falsch herausstellt. Dennoch ist das Spiel atmosphärisch in Ordnung, was an den abwechslungsreichen Schauplätzen liegen dürfte. Grafisch ist das Spiel eben auf des Messers Schneide: In manchen Szenen sieht es wirklich schick aus. Aber wenn die Perspektive näher an das Geschehen heranzoomt sehen wir aber, dass an Details häufig gespart wurde.
Im wichtigsten Teil eines Videospiels, dem Gameplay, kann Max – The Curse of Brotherhood aber punkten. Während einige kurze, etwas schnellere Abschnitte, in denen wir zum Beispiel vor größeren Ungeheuern fliehen, etwas behäbig wirken, bieten die Rätsel, auf denen der Fokus liegt, einige pfiffige Ideen. Das Spiel lässt sich genretechnisch daher eher den Puzzle-Plattformern zuordnen, als den klassischen Jump´n´Runs. Im Laufe seiner Reise lernt Max verschiedene Fähigkeiten mit seinem Magic Marker Filzstift, die es ihm erlauben seine Umgebung an vorgegeben Punkten zu beeinflussen. Dort kann er zum Beispiel Ranken herabhängen lassen, Äste erschaffen, Plattformen aus dem Erdreich hochziehen, oder Wasser sprudeln lassen, das ihn katapultiert. Der Kniff liegt letztlich aber in der Kombination dieser Möglichkeiten (Ranken können an Ästen oder Plattformen befestigt werden, Wasser kann abgeschnittene Äste wegschleudern usw.). Das macht die Rätselpassagen wirklich interessant. Aber auch hier gibt es leider einen kleinen Wehmutstropfen, denn auch wenn wir das Rätsel als solches verstanden haben, heißt das nicht immer, dass die Aktionen die wir ausführen möchten auch funktionieren. Max springt zum Beispiel gerne auf Knopfdruck an ein Seil, um sich über einen Abgrund zu schwingen. Hatte er aber bereits den Bruchteil einer Sekunde zuvor die Idee das heranschwingende Seil von selbst zu greifen, so führt unsere Aktion zum genauen Gegenteil und Max reißt sich am Seil hoch, lässt los und landet sofort im Abgrund. Derartige Überschneidungen zwischen tatsächlichem Input und intuitiver Steuerung machen das Gameplay hier und da hakelig.

Fazit

Max – The Curse of Brotherhood hat grafisch und inhaltlich zweifellos seine Schwachstellen. Dennoch ist es auch 4 Jahre nach dem ersten Release noch ein interessanter kleinerer Titel. Wie so oft bei Spielen dieser Art ist vor allem die Nintendo Switch-Version durchaus empfehlenswert. Das Spiel speichert abschnittsweise auch innerhalb eines Levels ab, sodass es sich ideal für zwischendurch und unterwegs eignet. Auch können wir im Handheld-Modus der Switch den Touchscreen zum „Zeichnen“ in den Rätseln nutzen, was das Gameplay nochmal ein wenig vereinfacht. Wer Spaß an kreativen Rätseln hat sollte es durchaus mal versuchen. Die nun erschienene physische Version des Spiels dürfte mit ihrem doppelten Preis, im Vergleich zur digitalen EShop-Version, aber eher etwas für Sammler sein.