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The Evil Within 2

The Evil Within 2

Game - Horror
Bewertung: ★★★★

Allmählich geht das Jahr 2017 dem Ende zu und gerade im Herbst, wenn es draußen wieder zeitig dunkel wird, werden vermehrt Horrorfilme und auch Horrorgames veröffentlicht.
Im Jahr 2014 wagte sich der Erfinder der Resident Evil Reihe, Shinji Mikami, an ein komplett neues Projekt. Am 14.10.2014 war es dann soweit, the Evil Within erschien in Europa und wurde mit einer dichten Atmosphäre und sehr gelungener Horrorstimmung zum wahren Hit des Gamingjahres.
Fast auf den Tag genau 3 Jahre später erschien nun die Fortsetzung am Freitag, den 13.10.2017. Ob The Evil Within 2 seinem Vorgänger das Wasser reichen kann und die Fans schlaflose Nächte beschert, habe ich für euch getestet.

Handlung

Sebastian Castellanos ist zurück. Gut 3 Jahre nach den Ereignissen in der Beacon-Nervenklinik wird Sebastian von seiner Vergangenheit eingeholt. Um herauszufinden, was wirklich mit seiner Frau und seiner Tochter geschehen ist, macht er sich auf den Weg in die Stadt Union. Kaum angekommen geht der Kampf ums Überleben wieder los. Wem kann Sebastian trauen und vor wem sollte er sich lieber in Acht nehmen? Sebastian erfährt mit jedem weiteren Schritt mehr über seine Vergangenheit, ob er möchte oder nicht.

Trailer

Bewertung

The Evil Within 2 fängt mit einem tollen Twist an, welcher seit dem Ende des ersten Teils unbeantwortet blieb. Die ersten 2 Kapitel dienen hierbei eher als Einführung und treiben die Geschichte schnell voran. Hat man dann die Stadt Union erreicht, zeigt sich das wahre Potenzial der Fortsetzung. Anstelle von linearen Leveln, welche uns keine Freiräume boten, haben wir nun eine offene Welt zum Erkunden. Man kann nahezu in jedes Haus. Überall gibt es Geheimnisse, Sammelobjekte und auch Gefahren. Sollte man nur der Hauptstory folgen, kann es durchaus sein, dass man manche Gegner verpasst. Somit hat für mich das Spiel einen höheren Wiederspielwert, da man beim einmaligen Zocken nicht alles erkunden kann. Ich bin ein großer Freund von offenen Spielwelten. Allerdings gibt es hier doch auch einen Kritikpunkt im Vergleich zum Vorgänger. Da war es so, dass die Entwickler uns von einem Schocker in den nächsten geführt haben. Das Tempo des Spieles wurde also direkt bestimmt. In der offenen Welt kann jeder selbst entscheiden, wohin er wann geht. So kann es sein, dass die Schockmomente weiter auseinanderliegen und diese anders wirken als beim Vorgänger. Aber dies macht dem Spielspaß keinen Abbruch.

Die Grafik wurde, dank der neuen Stem Engine, nochmals verbessert, allerdings sieht man immer wieder, wie Objekte nachgeladen werden und plötzlich in die Welt geladen werden. Die Framerate geht auch des Öfteren in die Knie, sodass es zu Rucklern kommt. Komplette Spielabstürze sind mir nur ein einziges Mal passiert. Empfand ich die Steuerung bei dem Vorgänger noch als sehr träge, hatte ich hier ein komplett anderes Gefühl.

Die deutschen Synchronsprecher sind wieder dieselben, wie im ersten Teil. Ich finde die Stimmen passen zu den Figuren und gestalten die Dialoge spannend. Außerdem haben die YouTuber Gronkh und Pandorya eine kleine Gastrolle in dem Spiel.

Das Kampfsystem ist ähnlich wie beim Vorgänger. Man kann 4 Waffen als Schnellauswahl auf das Steuerkreuz legen. In einem Kreismenü hat man die komplette Übersicht seiner Waffen und Heilmittel. Leider ist das Zielen wieder sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem mit der Armbrust. Die Hitbox bei den Gegnern bedarf auch noch etwas an Überarbeitung. Manch 100%-tige Treffer werden einfach nicht gewertet. Das sorgt für Frust, da die Munition zwar wieder knapp bemessen ist, diesmal aber bei Weitem fairer als im Vorgänger. Ein großer Kritikpunkt von Teil 1 fällt zum Glück weg, die Arenakämpfe. Bis auf eine kleine Arena wurden diese komplett entfernt, was einige Fans freuen dürfte. Gegner müssen auch nicht mehr verbrannt werden, so gibt es nicht wieder die lästige Suche nach Streichhölzer und den Ärger, das Basti zu schwach für ein weiteres Streichholz ist.
Kommen wir gleich zu den Kapazitäten im neuen Spiel. Munition kann wieder nur begrenzt aufgenommen werden. Dies kann aber, dank in der Spielwelt versteckte Taschen, aufgewertet werden. Außerdem findet man Waffenteile und das altbekannte grüne Gel. Mithilfe der Waffenteile können Waffen verbessert werden. Hier kann man die Feuerrate, Magazingröße, Feuerkraft und Nachladetempo verbessern. Das grüne Gel ist für „Verbesserungen“ an Sebastian selbst zuständig. Gesundheit, Sportlichkeit, Erholung, Stealth und Kampf sind die einzelnen Kategorien. Um wirklich alles auf 100% zu bringen, bedarf es aber mehrere Spieldurchgänge. Eine Neuerung gibt es jedoch. Es gibt jetzt auch rotes Gel. Mit diesem können Punkte im Skillbaum freigeschaltet werden, um danach an weitere Verbesserungen zu gelangen.
Je nach Spielart beträgt die Spielzeit ungefähr zwischen 16 und 22 Stunden und wird niemals langweilig.

Wer nach dem ersten Spieldurchlauf meint, dass das Spiel ihm doch zu einfach war, der hat nun die Möglichkeit auf klassischen Schwierigkeitsgrad zu spielen. Dieser hat einen großen Vorteil. Man muss sich nicht überlegen, was man wie skillt und welche Waffe man verbessert. Wieso das so ist? Ganz einfach, es gibt keine Verbesserungen. Außerdem ist das automatische Speichern aus und die Speicherstände sollten gut bedacht sein, ihr dürft nämlich nur 7 mal den Fortschritt speichern.

Fazit

The Evil within 2 ist ein Horrorthriller, welcher bis zum emotionalen Finale die Spannung rasant aufbaut. Für mich eines der Gaminghighlights 2017.