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Agony

Agony

Game - Horror
Bewertung: ★★★★★

Lange mussten Fans von Horrorspielen auf Agony warten. Das Kickstarter Projekt wurde bereits 2016 angekündigt und einige konnten vorab die Hölle in Previews besuchen. Doch jetzt ist es endlich soweit. Agony stieg der Hölle empor und findet den Weg in die Verkaufsregale. Ich habe mir das Spiel angesehen und berichte hier von dem Höllentrip.

Handlung

In Agony erforschen wir als Seele ohne Erinnerungen über die Vergangenheit die Hölle. Je weiter wir in der Hölle kommen, umso schneller wird uns klar, dass der einzige Ausweg darin besteht die mysteriöse rote Göttin zu besiegen. Doch dies ist ein langer, steiniger und vor allem ekelerregender Weg.

Trailer

Bewertung

Ja ich muss zugeben die Storybeschreibung fällt leider sehr mager aus, dies liegt aber nur daran, dass meiner Meinung nach dazu nichts weiter gesagt werden muss. Wenn es eine Story geben soll, dann ist sie sehr gut versteckt. Eine weitere Kleinigkeit vorab, ich persönlich bin ein riesiger Horrorfan und habe mich sehr lange auf Agony gefreut. Dennoch fällt es mir sehr schwer ein gutes Wort über dieses Spiel zu verlieren. Aber fangen wir von vorne an. Alles beginnt mit einem tiefen Fall in die Hölle. Auf den ersten Metern wird die Steuerung dem Spieler noch näher gebracht, soweit nicht sonderlich spannend, denn diese Aussage trifft auf gut 99% aller Spiele zu. Dennoch ist in diesem Satz schon ein Kritikpunkt enthalten, die Steuerung an sich. Klar das Spiel spielt in der Hölle und soll schockieren, aber warum muss auch die Steuerung aus der Hölle sein? Viel zu ungenau, hakelig, stellenweise sorgt diese zu dem virtuellen Tod und vielen Frustmomenten.

Das zweite was auffällt, ist die Dunkelheit. Ich habe die Gammawerte wie empfohlen eingestellt und habe absolut nichts gesehen. Klar Horrorspiele leben von dieser Atmosphäre, aber wenn es so Dunkel ist, dass man nicht mal mehr den Weg sieht, sorgt auch dies eher für Frust. Nachdem ich den Gammawert vollständig hochgedreht habe, konnte ich auch was sehen und muss zugeben Agony sieht gut aus. Mir gefällt zum Teil das Leveldesign, welches überwiegend natürlich in schwarz und rot gehalten wurde. Es gibt verschiedene Gebiete und man bekommt nicht immer dasselbe zu sehen.

Das Spiel soll selbst ein Horrorstealthgame sein, was bedeutet es geht hauptsächlich um das Schleichen und unentdeckt bleiben. Dies wird aufgrund der Steuerung zur wahren Herausforderung. In manchen Passagen muss der Protagonist die Luft anhalten, damit man nicht seinen Atem hört. Leider wird man trotz verstecken und Luft anhalten oft entdeckt. Der Sound ist an sich echt gut und macht gerade mit Kopfhörer was her. Allerdings gibt es auch hier Bugs. Gegner scheinen zum Teil zu schweben, zumindest kann ich es nicht anders erklären, warum diese plötzlich hinter mir stehen, ohne sie vorher zu hören. Mir ist es auch mal passiert, das sich ein Dialog immer wiederholt hat. Sobald ein Dämon den Spieler zerfleischt, heißt es nicht sofort Game over. Die Seele hat noch etwas Energie um sich einen neuen Körper zu suchen. Dies muss aber innerhalb einer gewissen Zeit geschehen. Diese doch recht interessante Mechanik muss zum Teil auch genutzt werden, um durch die Level zu kommen. Dies finde ich eine sehr gute Abwechslung im Vergleich zu den eher langweiligen Aufgaben. Denn die Hauptaufgabe kann man mit sogenannten Escaperooms vergleichen. Man muss entweder verschiedene Körperteile finden, um eine Tür zu öffnen oder versteckte Runen zusammen führen. Oftmals wird dies mit einem Labyrinth voller Gegner kombiniert. Die meisten Spiele belohnen einen Spieler, wenn dieser eine optionale Sammelaufgabe löst. Agony ist da etwas anders. Nach Erfüllung einer freiwilligen Suchaktion setzt mir das Spiel einen Bossgegner vor.

Das ganze Spiel über ist man wehrlos, man kann allerdings in die Rolle eines Dämons schlüpfen und somit auch endlich zurückschlagen. All die Frustmomente sind dann vergessen und man kann den NPC's zeigen, wo es lang geht. Aber dies geht auch nur für begrenzte Zeit. Ist diese abgelaufen, wird man vom Jäger zum Gejagten.

Die Checkpoints sind zum Teil sehr weit voneinander entfernt gesetzt und ein Bug, welcher manche Spieldaten zerstört, erschwert das Durchspielen enorm.
Jetzt kommen wir zu einem meiner persönlichen größten Kritikpunkte. Anfangs habe ich bereits erwähnt, dass ich das Leveldesign sehr gut finde, allerdings finde ich es gleichzeitig auch sehr erschreckend. Was hier der Entwickler einem vorsetzt, hatte für mich mehr was mit Ekel zu tun als mit Kunst. Kiefer mit Zähnen fahren aus den Wänden, überall liegen Gedärme und Köperteile, ein NPC nutzt Babys mit erwachsenen Gesichtern als Mörtel für eine Mauer. Mir ist absolut bewusst, dass dieses Spiel schockieren soll, aber das finde ich geht schon zu weit. Ich habe bereits sehr viele Horrospiele gespielt aber keines zuvor hat das geschafft, was Agony bereits nach 30 Minuten schafft. Der Ekelfaktor ist so hoch, dass ich das Spiel einfach ausmachen musste. Ich konnte es nicht einmal länger als eine halbe Stunde am Stück spielen. Und das grausamste für mich ist, dass wohl bereits an einem VR-Modus gearbeitet wird.

Zum Schluss muss ich aber eines noch den Entwicklern zugutehalten. Sie bringen dauernd neue Patches raus, welche die Probleme nach und nach aus der Welt schaffen. Für mich wird es aber gerade wegen des letzten Punktes eines der schlechtesten Horrorspiele, welches ich je gespielt habe.

Fazit

Agony ist das was es sein will, ein Spiel direkt aus der Hölle, wobei der eigentliche Horror hier eher der technischen Umsetzung geschuldet ist. Es ist das ekelhafteste Spiel was ich je gesehen habe und hat zum Teil für mich mit Kunst nichts mehr zu tun. Ich hoffe, dass zumindest die Gameplayelemente mit Updates verbessert werden. So wie es jetzt auf dem Markt ist, kann ich aufgrund des guten Leveldesigns mit zugedrückten Augen 2 Sterne geben.