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L.A. Noire

L.A. Noire

Game - Action |
Bewertung: ★★★★

Stimmungsvolle Settings, eine packende Story und unendliche Möglichkeiten und Freiheiten im Spielgeschehen. Wer das hört, denkt vielleicht auch an den Publisher Rockstar Games. Der Vorreiter des Open-World-Genres hat seit dem Erscheinen mit Grand Theft Auto 3 immer wieder neue Maßstäbe gesetzt. Im Jahr 2011 erschien das Actionspiel L.A. Noire für die PS3, Xbox360 und PC. 6 Jahre später wird dem Spieler eine Neuauflage des Spieles spendiert. Diese erschien sowohl für die PS4 und Xbox One als auch für die Nintendo Switch. Wie das Spiel gealtert ist und was in der Neuauflage steckt, habe ich getestet.

Handlung

Los Angeles im Jahr 1947. Eine Stadt voller Glanz und Wohlstand. Allerdings hat sie auch ihre Schattenseiten. Wir spielen den jungen Polizisten Cole Phelps, welcher noch am Anfang seiner Karriere steht. Mit jedem erfolgreich gelösten Fall steigt auch unser Ansehen und wir bekommen mehr die Schattenseiten der Stadt zu sehen. Cole findet sich schnell in einem Leben geprägt von Intrigen, Korruption und Macht wieder.

Trailer

Bewertung

Rockstar Games weiß ihre Ideen in Games sehr gut und stimmungsvoll umzusetzen. Die Idee eines Krimispieles im Film Noire Stil der 1940er und 1950er Jahre wurde wieder in Perfektion umgesetzt. Die Autos, die Kleidung, die Dialoge und die Stadt an sich. Der Spieler fühlt sich quasi in diese Zeit zurück versetzt. Ziel des Spielers ist es einzelne Fälle zu lösen und immer mehr in den einzelnen Dezernaten aufzusteigen. Beginnen tun wir natürlich als ganz normaler Streifenpolizist. Dies ändert sich allerdings sehr schnell und ehe man sich versieht, ist man im Verkehrsdezernat unterwegs. Im späteren Spielverlauf löst man Verbrechen im Morddezernat, Sittendezernat und bei der Brandermittlung.

Die einzelnen Einsätze verlaufen fast immer gleich. Zu Beginn gibt es eine kurze Besprechung, in der wir den Auftrag von unserem Vorgesetzten erhalten. Dann geht es zuerst zum Tatort. Hier werden Beweise gesichert, das Opfer untersucht und die ersten Zeugen verhört. Die Verhöre sind eines der Highlights im Spiel. Hier muss der Spieler gut abschätzen, ob der Zeuge oder Verdächtige gerade die Wahrheit sagt, etwas absichtlich verschweigt oder uns eiskalt anlügt. Wenn wir die richtige Entscheidung treffen, erhalten wir mehr Informationen, eine Lüge müssen wir anhand der gesammelten Beweise aber nachweisen. Dank der Motionscan-Technik hilft die Mimik und Gestik der Figuren der Einschätzung was sich hinter der Aussage verbirgt. Sollten wir hier mal Schwierigkeiten haben oder uns nicht sicher sein, was nun richtig sein kann, kann der Spieler einen Intuitionspunkt einsetzen. Hier kann man eine falsche Möglichkeit streichen lassen oder sich anzeigen lassen, was die Mehrheit der Spieler gewählt hat. Zweiteres war leider bei der PS4-Version nicht möglich. Ob das nur ein Fehler ist oder ob das Spiel einfach zu wenig Anhänger auf dem System findet, kann ich leider nicht genau sagen. Mit jeder richtigen Deutung steigt auch unser Rang. Mit jedem Aufstieg verdienen wir neue Intuitionspunkte.

Nach dem Tatort geht es oftmals zum Wohnort des Opfers oder zu seinem zuletzt bekannten Aufenthaltsort. Natürlich kommt es auch manchmal zu actiongeladenen Schießereien und Verfolgungsjagden. Das Spiel selbst hat zum Teil eine sehr drückende Stimmung, was perfekt zu dem Stil der damaligen Filme passt. Die einzelnen Fälle sind abwechslungsreich gestaltet und sind oft nicht so, wie es am Anfang scheint. Keine Sorge, ich verzichte natürlich auf Spoiler.

L.A. Noire ist zwar ein Open-World-Game, allerdings fühlt sich für mich die offene Spielwelt wieder sehr gezwungen an. Es gibt verschiedene Sammelobjekte zu finden und insgesamt 40 kleinere Straßenverbrechen, welche sich leider im Grunde sehr ähneln. Es wäre vielleicht ratsamer gewesen, auf eine offene Spielwelt zu verzichten. Falls es einen zweiten Teil geben sollte, hoffe ich auf eine lebende Stadt, dass Rockstar dies kann haben sie schon mit Spielen wie GTA und Red Dead Redemption unter Beweis gestellt.

Insgesamt enthält die „neue“ Version alle 21 Fälle des Hauptspieles plus die 5 erschienenen zusätzlichen Fälle. Für eine lange Spielzeit von ungefähr 30 Stunden ist also gesorgt.
Sprachausgabe gibt es in englischer Vertonung mit deutschen Untertiteln.

Fazit

L.A. Noire fühlt sich auf der neuen Generation der Konsolen genauso an wie zur Erstveröffentlichung im Jahr 2011. Die Gestik und Mimik der Figuren sind, wie auch damals, grandios umgesetzt. Leider wirkt das virtuelle L.A. wieder sehr leblos. Wer L.A. Noire bis jetzt noch nicht gespielt hat, dem bietet sich nun eine super Gelegenheit dies nachzuholen.