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Hidden Agenda

Hidden Agenda

Game - Action
Bewertung: ★★★★★

Unter Sonys PlayLink-Banner vereinen sich zahlreiche Spiele, bei denen es Besitzer einer PlayStation gelingt auch normalerweise Gaming-fremde Freunde vor dem Fernseher zu versammeln. Im Mittelpunkt steht dabei die interessante Technologie die PlayStation, via dedizierter Apps, über das Smartphone zu steuern. So ergeben sich auch neue Interaktionsmöglichkeiten, wie zum Beispiel dem Einbringen von Fotos oder eigenen Zeichnungen in das Spiel einzubringen, was für lustige Momente sorgen kann. Ausserdem wird die Hemmschwelle für Neugierige, die mit Videospielen wenig oder gar nichts zu tun haben so gering wie möglich gesetzt: Der Controller entfällt beim Spielen komplett.

Hidden Agenda ist dabei neben dem für PS-Plus-Nutzer kostenlosen Party-Spiel That’s You! sicherlich einer der grössten und interessantesten Titel der Reihe, zumal er einer der wenigen ist, der eine echte Story erzählt. Ob es sich lohnt das PlayLink-Experiment zu wagen und ob Hidden Agenda in die Fußstapfen des genialen geistigen Vorgängers treten kann erfahrt ihr in unserer Review…

Handlung

Hidden Agenda ist das nächste Spiel der Until Dawn-Entwickler Supermassive Games und folgt einem ähnlichen Spielprinzip, das eng mit der Story verknüpft ist. Hidden Agenda ist, wie Until Dawn mehr interaktiver Film als Spiel. Es geht dabei vor Allem um die Entscheidungen, die die ablaufende Story um zwei Detektive und einen vermeintlich gefassten Serienmörder doch nachhaltig beeinflussen können. Die Story beginnt mit der Ergreifung des vermeintlichen Killers durch die Hauptcharakterin Becky Marnie, die zu diesem Zeitpunkt als Polizistin gerade erst anfängt. Jahre später kommen Zweifel daran auf den Richtigen erwischt zu haben und damit natürlich auch an Beckys Karrieregrundstein.

Der Plot ähnelt eher einer klischeeerfüllten Cop-TV-Show gepaart mit der Jagd auf einen Serienmörder, was die Geschichte aber doch interessant macht sind eben die Möglichkeiten zur Interaktion. An manchen Stellen besteht der Einfluss der Spieler aus einem leicht geänderten Kommentar oder An- bzw. Abwesenheit einer sichtbaren Verletzung, an wieder anderen geht es um nicht weniger als Leben und Tod bestimmter Charaktere.

Leider leidet die Story an einigen Ungereimtheiten und Plotholes, sowie einigen nicht nachvollziehbaren Reaktionen von Charakteren. Zudem ist die Geschichte und ihre Auflösung zu durchschaubar. Mittelmäßig begabte Hobbydetektive haben den Täter lange vor Abschluss der rund 90-120 minütigen Spielrunde enttarnt; ihn tatsächlich zu fassen ist aber letztlich doch nicht so einfach. Mehrmaliges Durchspielen ist hier aber ohne weiteres möglich und eventuell auch nötig.

Trailer

Bewertung

Über Glück und Unglück entscheiden in Hidden Agenda, neben Quicktime-Events bei denen man einen Cursor mittels Smartphone-Display lenken muss, die Entscheidungen der Spieler. Mit bis zu 6 Spielern durchlebt man den interaktiven Film und wie man in bestimmten Punkten fortfährt oder welche Antwortmöglichkeit man auswählt bestimmt letztlich die Mehrheit. An einigen Stellen pausiert das Spiel aber auch komplett und führt eine interessante Mechanik ein: Das Spiel fährt erst fort wenn sich alle Spieler auf eine Option geeinigt haben. Dabei entstehen teilweise interessante Diskussionen auf der Couch, die dem Spiel ein einzigartiges Element zuteil werden lassen.

Neben dem kooperativen Durchspielen der Story gibt es noch den namensgebenden Hidden-Agenda-Modus, bei dem jeder Spieler einen Geheimauftrag, beispielsweise dem Herbeiführen oder Vermeiden einer bestimmten Situation, auf sein Smartphone bekommt, den er in der jeweiligen Szene zu erledigen hat. Im Endeffekt löst dies aber nur die Nutzung der sogenannten Übernahmekarten aus, mit der man für die gerade anliegende Entscheidung alle anderen Spieler ausschliessen kann. Richtig Spass oder spannende Intrigen bei denen man andere Spieler per Debatte von einer für sich profitablen Option überzeugen muss, existieren quasi nicht. Die eigene Agenda zu verschleiern ist weder nötig noch grossartig möglich.

Fazit

Hidden Agenda ist vom Spielkonzept ein hochinteressanter Versuch auch Personen, die nichts mit Videospielen zu tun haben, den Reiz interaktiver Unterhaltung zu vermitteln. Dieses Konzept funktioniert gut, leider ist der unausgegoren bis schlecht umgesetzt. Zu oft besteht auch eine Diskrepanz zwischen den stichwortartigen Antwortmöglichkeiten und dem was und vor Allem wie etwas von der Hauptfigur gesagt wird. Dies ist teilweise so extrem, dass man sich schon fragt, wie genau es jetzt zu so mancher Situation gekommen ist, suggerierte das Stichwort doch etwas ganz anderes.

Für die 20€ die Hidden Agenda momentan digital wie auf Disc kostet, bekommt man einen netten, interaktiven Film, der ideal für einen gemütlichen Couch-Abend mit Freunden ist. Die Technik beeindruckt, die anderen Aspekte bedürfen nicht nur Feinschliff, um das Konzept endgültig zu etablieren. Der Grundstein ist jedenfalls gelegt um gespannt zu sein, was talentierte Entwickler demnächst unter dem PlayLink-Banner veröffentlichen.