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Detroit Become Human

Detroit Become Human

Game - Action
Bewertung: ★★★★

Videospiel oder Film? Das ist die Frage, die immer wieder aufgegriffen wird, sobald der französische Entwicker Quantic Dream ein neues Spiel herausbringt. Die letzten beiden Titel dieser Art sind Heavy Rain und Beyond: Two Souls. Während beide Spiele mit ihrem Soundtrack, der Präsentaion und der Grafik beeindrucken konnten, wurden die Storys und die Spielmechanik zum Teil stark kritisiert. Detroit Become Human ist der neueste Ableger von Quantic Dream. Die Geschichte von Detroit spielt in der Zukunft und beschäftigt sich mit der Frage, ob Androiden nicht mehr als Robotersklaven oder Lebenwesen mit einem eigenem Bewusstein sind. Ob sich der Ausflug in das Detroit der Zukunft lont, erfahrt ihr hier.

Handlung

Wir befinden uns im Jahr 2038. Androiden sind inzwischen nicht mehr wegzudenken, da sie alle möglichen Alltagsaufgaben der Menschen übernehmen. Sie putzen, kochen, erledigen die Einkäufe und passen sogar auf die Kinder auf. Es werden aber auch sehr viele Berufe von Androiden übernommen, weshalb in vielen Teilen der Bevölkerung eine große Arbeitslosigkeit herrscht. Zudem ist die politische Lage auf internationaler Ebene angespannt und das Ökosystem scheint auch nicht mehr zu retten sein. Die meisten Arbeitslosen sind außerdem süchtig nach der Droge „Red Ice“.
Die Schuld an diesen Problemen und Missständen wird den Androiden gegeben. Auf Grund dieses Hasses werden Androiden oft angegriffen, beleidigt und misshandelt. Jedoch tauchen plötzlich immer mehr Fälle auf, in denen Androiden Menschen angreifen oder sogar töten, wenn sie attackiert werden oder sich ungerecht behandelt fühlen. Auf Grund der Programmierung der Androiden, darf so etwas aber nicht geschehen. Diese Androiden werden Abweichler genannt und zerstört. Trotzdem bleibt die Frage bestehen, warum die Androiden zu Abweichlern werden. Entwickeln sie tatsächlich ein eigenes Bewusstsein oder steckt doch etwas anderes dahinter?

Trailer

Bewertung

In Detroit Become Human spielen wir mit drei verschiedenen Androiden. Connor arbeitet für den Androidenhersteller Cyber Life und soll die Polizei bei den Ermittlungen gegen die Abweichler unterstützen. Kara arbeitet als Hausmädchen für den drogensüchtigen und gewalttätigen Todd und ist das Kindermädchen für seine kleine Tochter Alice. Markus hingegen arbeitet als Pfleger für einen Künstler, der im Rollstuhl sitzt. Viel mehr kann man im Grunde auch nicht zu unseren drei Protagonisten sagen. Denn jede weitere Information zur Geschichte von Detroit Become Human muss man als potentiellen Spoiler ansehen. Und grade die Story ist eine der großen Stärken dieses Spiels.

Alle drei Charaktere starten an unterschiedlichen Punkten und erleben ihre eigene Geschichte, die sich je nach unseren Entscheidungen ändert. Dabei steht immer die Frage im Vordergrund ob wir als Androiden Lebewesen sind, wie die Mesnschen oder wie man es erreichen kann, dass man die gleichen Rechte erhält. Das macht das Spiel so besonders. Man entscheidet als Spieler selbst, in welche Richtung sich unsere Charaktere entwickeln und wie sie ihre Ziele erreichen.

Die meisten dieser Entscheidungen treffen wir in Dialogen, in denen wir aus mehreren vorgegebenen Antworten eine auswählen und so die Story fortsetzen. Man hat für die Antwort zwar nur begrenzt Zeit, aber man gerät nur wirklich selten in Zeitdruck. Unsere Antwortmöglichkeiten hängen auch davon ab, wie wir uns in vorherigen Gesprächen verhalten haben. Das heißt, wenn man in vorherigen Gesprächen die falschen Fragen gestellt hat, fehlen später im Spiel Gesprächsoptionen. Unser Verhalten in Dialogen bestimmt zudem auch unser Verhältnis zu anderen Charakteren. Wenn sie einem freundlich gesinnt sind, helfen sie dir in einigen Situationen, können sie dich dagegen nicht leiden, ist man in manchen Situationen auf sich alleine gestellt.
Spielerisch kann man nicht sehr viel zu Detroit Become Human sagen. Das Spiel ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, in denen wir uns durch abgegrenzte Areale bewegen und unsere Umwelt nach Hinweisen und Interaktionsmöglichkeiten absuchen. Durch das Finden von Hinweisen oder bestimmte Interaktionen können sich auch weitere Dilaogoptionen oder Wege freischalten, die den Fortlauf der Story beeinflussen. Mit Connor analysieren wir z.B. Tatorte und rekonsstruieren den Tatvorgang. Umso mehr Hinweise man findet, desto höher ist die Wahrscheinlickeit wichtige Entscheidungsoptionen zu erhalten. Mit Markus hingegen kann man berechnen, wie man am sichersten Parcoursabschnitte übersteht. Das alles bleibt, wie das gesamte Gameplay, sehr anspruchslos. Das Gameplay besteht eigentlich hauptsächlich nur aus Dialogen und Quick Time Events.

Aber bei Detroit geht es auch nicht um das Gameplay, sonder um die Geschichte. Und diese ist sehr gut erzählt. Teilweise ist die Story zu klischeehaft, wie z.B. der gewalttätige Todd oder Alice. Auch alle moralischen Themen, wie z.B. Rassismus und Augrenzung, werden einem nicht sehr subtil rübergebracht. Der Story würde ein bisschen weniger Dramatik und der ein oder andere Moment ohne Moralpredigten gut tun. Ansonsten ist die Story aber sehr gut und hat sowohl viele beeindruckende als auch einige bedrückende Momente. Grad die Geschichte von Markus bieten viele epische Szenen, egal in welche Richtung man sich mit ihm entwickelt. Deshalb ist es in diesem Spiel sehr motivierend alle möglichen Wege zu probieren. Denn besonders ab der zwiten Hälfte des Spiels kann sich die Story in diverse Richtungen entwickeln. So war ich auch noch nach dem vierten Durchlauf überrascht und an den Bildschirm gefesselt, wohin sich die Geschicht entwicken wird. Außerdem wird nach jedem Kapitel ein Entscheidungsbaum angezeigt und man kann sehen, in wie viele Richtungen sich die Handlung entwickeln kann. Das erleichtert beim mehrmaligen Durchspielen die Geschchite in eine neue Richtung zu steuern. Man kann aber auch in den Kapiteln an bestimmten Stellen starten, wenn man z.B. bestimmte Szenen uberspringen will. Was Präsentation, Grafik, Soundtrack und Vertonung angeht, findet man kaum etwas Besseres. Besonders die Mimik der Charaktere sieht beeindruckend aus. Das Spiel besitzt eine gute deutsche Synchronistion, jedoch ist die englische Tonspur zu empfehlen, weil die Persönlichkeit der einzelnen Charaktere im Original authentischer wirkt.

Fazit

Detroit Become Human ist kein klassiches Videospiel, sondern eher ein interaktiver Film. Die Story nimmt besonders ab der zweiten Hälfte ordentlich an Fahrt auf und die unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten motivieren zum mehrmaligen Durchspielen. Die Geschichte ist spannend und dramatisch erzählt und weiß, bis auf die teilweise klischeehaften Darstellungen, durchgängig zu unterhalten. Und jedem Science-Fiction Fan, sollte die Story rund um Androiden gefallen. Es wird nicht sehr vieles neues erzählt, da man viele Ideen schon in anderen Spielen oder Medien gesehen hat. Trotzdem ist die Handlung mitreißend und entwickelt ihre eigene Dynamik und Charakter. Wer an einer guten Story mit vielen Wendungen und hoher Dramatik interessiert ist oder auch Heavy Rain und Beyond mochte, kann ohne Bedenken zugreifen. Für Videospielpuristen wird der Titel wohl nix sein, da das Gameplay wirklich einfach und anspruchslos bleibt.