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Arkham Horror – Grundspiel

Arkham Horror – Grundspiel

Game - Horror | Richard Launius & Kevin Wilson
Bewertung: ★★★★★

H. P. Lovecraft und der von ihm begründete Cthulhu-Mythos sind Begriffe, die Freunden phantastischer Literatur geläufig sind. Der Heidelberger Spieleverlag hat seit dem Jahr 2006 das Arkham Horror – Grundspiel in seiner deutschen Version im Angebot, das die Spieler in die dunkle Welt des Mythos entführt und mit jeder Partie für neuen Spielspaß sorgt.

Handlung

Geheimnisvolle Tore in fremde Welten öffnen sich im Arkham der 1920er Jahre und furchterregende Kreaturen wandeln durch die Straßen der Stadt. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Ermittlern, die die mysteriösen Vorgänge untersuchen und deren Ziel es ist das Erwachen einer uralten dunklen Gottheit zu verhindern und sich dieser nötigenfalls in einer direkten Konfrontation zu stellen...

Bewertung

Lovecraft-Leser schätzen die Atmosphäre, die der Autor in seinen Geschichten zu erzeugen wusste. Meist beginnt es mit einem Geheimnis und je mehr die Protagonisten darüber in Erfahrung bringen desto bedrohlicher wird deren Situation. Schleichend arbeitet das Dunkle auf die finale Konfrontation hin, die die involvierten Personen regelmäßig in den Wahnsinn treibt.

Exakt dieses Handlungsmuster haben die Spieleentwickler, die erste Ausgabe des Originals erschien bereits im Jahr 1987 bei Fantasy Flight Games, mit Arkham Horror umgesetzt.

Das Spiel ist ein kooperatives, das heißt, die Spieler müssen gemeinsam versuchen das Spiel zu schlagen. Dazu übernehmen sie die Rolle von ein (ja, das Spiel kann man auch allein spielen) bis acht Ermittlern, die Hinweisen auf die merkwürdigen Vorkommnisse in der Stadt nachgehen. Dabei finden sie Unterstützung durch Verbündete, besondere Gegenstände und Zauber aber auch die finanzielle Seite kommt bei dem Erwerb dieser Hilfen nicht zu kurz. Und die braucht man dringend, denn mit fortschreitender Spieldauer machen Shoggothen, Flugkraken, Ältere Wesen und andere marodierende Monster sowie ungünstige Umweltbedingungen den Ermittlern das Leben schwer und es droht das Erwachen eines Großen Alten. Das gilt es unbedingt zu verhindern.

Hierzu müssen die Spieler ihre Charaktere die Tore in fremde Welten wie die Traumlande oder R'lyeh durchschreiten lassen um diese zu erkunden und nach ihrer Rückkehr zu verschließen. Damit dies von Dauer ist, können diese unter bestimmten Voraussetzungen versiegelt werden.

Sollte den Ermittlern hierbei kein Erfolg beschieden sein, erwacht die dunkle Gottheit. Der können sich die Spieler zwar in einem finalen Kampf stellen, aus eigener leidgeprüfter Erfahrung kann ich aber sagen, dass dieser Kampf in den seltensten Fällen zu gewinnen ist. Bei Azathoth als Gegner erspart man sich diese Erfahrung insofern, als das Spiel mit seinem Erwachen sofort verloren ist.

Den Spielspaß halten unzählige Variationen bereit. So beeinflussen insbesondere die Auswahl des Großen Alten (acht an der Zahl) und die Zusammenstellung des Ermittlerteams (es stehen 16 Charaktere mit unterschiedlichsten Fertigkeiten zur Verfügung) maßgeblich das Spielgeschehen und keine Partie verläuft wie die andere.

Darüber hinaus punktet das Spiel mit einer opulenten Ausstattung und erfordert einen etwas größeren Tisch wenn man nicht am Boden spielen möchte. Einen ungefähren Eindruck davon dürfte dieses Bild vermitteln:



Der Spielablauf ist in einzelne Phasen unterteilt und macht das doch recht komplexe Spiel händelbar. Dennoch braucht es den ein oder anderen Durchlauf bis sich einem alle Feinheiten des nicht immer übersichtlichen Regelwerkes und der Spielmechanismen erschlossen haben. Das ist im Ergebnis dem Spielspaß aber alles andere als abträglich. Die Spieldauer von 2 - 4 Stunden ist hingegen sehr optimistisch geschätzt. Allein der Aufbau braucht seine Zeit und ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern jemals eine Partie in nur zwei Stunden geschafft zu haben.

Für die gänzlich Verrückten gibt es neben vielen schönen Erweiterungen (dazu beizeiten gerne mehr) noch sogenannte Spieler-Tableaus, die für Übersichtlichkeit sorgen, und schön gestaltete Würfel in verschiedenen Farben zu kaufen.

Fazit

Das Spiel überzeugt mit einer atmosphärischen und üppigen Ausstattung sowie immer neuen Situationen, die den Spielspaß auch auf Dauer hoch halten. Aufgrund der Komplexität braucht es mehrere Durchläufe damit sich einem alle Facetten des Regelwerkes und sich daraus ergebende Lösungswege erschließen.

Hier kann ich nicht weniger als die Höchstpunktzahl vergeben.