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Mittelerde: Schatten des Krieges

Mittelerde: Schatten des Krieges

Game - Abenteuer
Bewertung: ★★★★★

Heute fange ich mal meine Review mit einem kleinen Zitat an. „Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Natürlich habt ihr es erkannt, die Inschrift des einen Ringes aus dem großartigen Roman von J.R.R. Tolkin.
Dieser erschien bereits in den 50er Jahren. So richtig erfolgreich wurde die Saga allerdings erst mit der Verfilmung von Peter Jackson. Seitdem gibt es immer mehr Merchandise mit dem Herr der Ringe Aufdruck. Videospiele mit diesem Thema gibt es mittlerweile auch zur Genüge. Im Jahr 2014 erschien Mittelerde: Mordors Schatten, welcher trotz Schwächen zu einem Erfolg wurde. Jetzt veröffentlicht das Entwicklerstudio Monolith Productions mit Mittelerde Schatten des Krieges die Fortsetzung der Geschichte.

Handlung

Der Spieler schlüpft wieder in die Rolle von Talion, welcher immernoch mit dem Elbenlord Celebrimbor verbunden ist. Das Spiel beginnt mit dem Schmieden eines neuen Ringes, mit dessen Hilfe Celebrimbor zu einen mächtigen König aufsteigen möchte. Talion selbst hält nicht viel von diesem Plan, wird ihm aber dabei unterstützen. Sein Ziel ist es, Sauron und seine dunkle Armee daran zu hindern, Mittelerde komplett einzunehmen. Ein Vorhaben, welches sich für die zwei alleine als schwierig erweist.

Trailer

Bewertung

Fans des Vorgängers werden sich direkt nach Spielbeginn heimisch fühlen. Die Welt ist wieder düster gestaltet und übersät mit Orks. Das weckt Erinnerungen an dem Vorgänger Mordors Schatten. Ein kurzer Blick auf die Karte und ich dachte mir, dass diese irgendwie kleiner, als im ersten Teil aussieht. Dieser erste Verdacht war aber gleich wieder weg, da es ingesamt 5 Gebiete gibt, welche einzeln bereist werden können, nachdem man diese freigespielt hat. Sobald man in einem Gebiet angekommen ist, kümmert man sich am besten zuerst um die Haedir-Türme. Diese müssen auf der Spitze gesäubert werden, um einen Schnellreisepunkt freizuschalten. Außerdem können mithilfe der Türme Sammelobjekte und Missionen freigeschaltet werden. Dieses System gab es natürlich bereits im Vorgänger und erinnert sehr an die Assassin's Creed Reihe.

Die Steuerung allgemein stellenweise sehr gut gelöst, weist aber Schwächen im Detail auf. Gerade beim Klettern ist eine präzise Steuerung manchmal nicht möglich, sodass man nicht immer an den gewählten Punkt gelangt. Gleich verhält es sich auch mit dem Kampfsystem. Dank des Free-Flow-Systems kann man schnell von Gegner zu Gegner wechseln. Dies macht das Spiel ganz automatisch. Dadurch kommt es zu sehr dynamischen und schnellen Kämpfen, allerdings wird nie wirklich ein Gegner anvisiert, sondern immer der, der am nächsten ist. Wenn man zum Beispiel gegen eine Gruppe Orks kämpft und gleichzeitig einen Hauptmann auf seine Seite ziehen möchte, so kann es sein, dass nicht der Hauptmann die Gehirnwäsche erhält, sondern ein einfacher Gegner. Dies führt leider öfters zu Frustmomenten.

Ebenfalls wie im Vorgänger gibt es wieder das Nemisis-System. Hier sieht man alle Hauptmänner, Häuptlinge und Overlords vorerst verdeckt. Diese können mithilfe von speziellen Orks, welche wir verhören müssen, freigeschaltet werden. Diese geben uns dann auch gleich netterweise die Stärken und Schwächen des Kontrahenten bekannt. Manche Gegner sind nach einem Kopftreffer mit dem Pfeil betäubt, andere haben Angst vor Caragors. Nutzen wir dieses Wissen gut aus, so kann es sein, dass wir selbst nicht mal das Schwert zücken müssen. Da es mit eine unserer Hauptaufgaben ist, die Festungen und somit die Gebiete zu erobern, bedarf es einer Armee. Diese stellen wir mit den Hauptmännern zusammen. Wenn wir im Kampf genug Schaden angerichtet haben, ist der Gegner gebrochen. Nun können wir ihn beeinflussen, mit seiner Armee für uns zu kämpfen. Dies geht allerdings nur, wenn der Ork dasselbe Level wie wir haben oder niedriger. So da wir nun ein oder 2 Orks haben können wir ja die Festung übernehmen? So einfach ist es allerdings nicht. Dies bedarf noch etwas mehr an Vorbereitung. Hauptmänner erhalten ihre Befehle von Häuptlingen. Wenn man diese ebenfalls ausschaltet, wird die Festung geschwächt und man kann sich bei der Belagerung ganz auf den Overlord konzentrieren. Ist dieser dann ebenfalls gefallen, gehört die Festung uns und wir entscheiden zunächst, welcher Ork der neue Herrscher über das Gebiet wird.

Sobald der Spieler alle Gebiete erobert hat, beginnen die Schattenkriege. Hier können Saurons Truppen auch zu einem Gegenangriff aufschlagen, deswegen muss auch die Verteidigung im Blick gehalten und verbessert werden. Ebenfalls neu ist der Onlinemodus. Hier können Spieler versuchen, deine Festung in einer schnellen Zeit einzunehmen. Der Spieler selbst kann natürlich auch Online nach Spielern suchen, deren Festung er einnehmen möchte. Ist dies erfolgreich, so winken Rangverbesserungen und wertvolle Belohnungen.

Mit jedem neuen Rang erhalten wir auch Erfahrungspunkte. Diese können im Skillsystem eingesetzt werden, um neue Fertigkeiten freizuschalten. Zu jeder Basis-Fertigkeit gehört noch bis zu 3 Upgrades, welche ebenfalls freigeschaltet werden können. Es kann allerdings immer nur pro neuer Fähigkeit ein Upgrade aktiv gesetzt werden. So ist eine individuelles Skillen möglich und die Möglichkeiten sind enorm.

Talion findet immer wieder neue Ausrüstung, welche der Spieler ganz einfach im Menü auswählen und vergleichen kann. Da hätten wir Schwerter für den Nahkampfschaden, Dolche für Stealth-Angriffe, Bögen für den Fernkampf, Rüstung für die Verteidigung, umhänge für die Tarnung und Runen für den Ring. Der Effekt jeder Ausrüstung kann durch rote, grüne oder weiße Edelsteine aufgewertet werden. Rot steht für den verursachten Schaden, Grün bringt einen Gesundheitsvorteil und Weiß erhöht die Belohnungen. Die Hauptmissionen und die Story an sich wird leider zäh erzählt und es kommt kaum Spannung auf. Highlight für mich sind die Aufträge, welche die Vorgeschichte zu Celebrimbor erzählen.

Auch in Mittelerde gibt es (leider) ein Kistensystem. Der Spieler hat die Möglichkeit für echtes Geld Truhen zu kaufen, welche neue Hauptmänner beinhalten. Dadurch kann man sich einen zeitlichen Vorteil verschaffen, allerdings sind alle Inhalte der Kisten auch freispielbar. Wer allerdings dafür nicht die Geduld hat, kann natürlich auch die bequemere Variante nehmen, welche allerdings mit zusätzlichen Kosten daherkommt.

Größere Grafikfehler oder gar Spielabstürze sind mir während des Testes nicht aufgefallen und die Performance blieb trotz größeren Schlachten stabil. Grafisch sind die Umgebungen sehr detailliert gestaltet und den Hauptmänner, Häuptlinge und Overlords werden dank eigener Geschichte und individuellen Design lebhaft dargestellt.

Fazit

Mittelerde Schatten des Krieges ist ein actionreiches Open-World-Game, welches mit dynamischen Kämpfen und großen Umfang punkten kann, allerdings auch einige Schwächen aufweist. Wer den Vorgänger kennt, die „Herr der Ringe“ und „der Hobbit“ Trilogie liebt oder allgemein Fantasygeschichten mag, sollte einen Blick riskieren.