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Weltengänger

Weltengänger

Filme - Science Fiction | mit: Nikita Wolokow, Ewgeny Tkachuk, Olga Borowskaja
Bewertung:★★★★★

Russland beweist in den letzten Jahren mehr und mehr, dass die filmischen Eigenproduktionen des Landes im Bereich Science Fiction und Fantasy weitaus mehr sind, als nur ein Geheimtipp für absolute Filmgeeks. Vom Produktionsaufwand und den Ergebnissen können einige russische Werke durchaus mit großen amerikanischen Blockbustern mithalten. Das strebt auch „Weltengänger“, eine Sci-Fi-Geschichte basierend auf einem Roman von Sergej Lukianenko, an. Der deutsche Release auf DVD und Bluray am 7. September bietet dem Filmpublikum hierzulande nun die Möglichkeit selbst ein Urteil zu fällen.

Handlung

Kyrill verdient mit den Designen von Computerspielen sein Geld, verdient damit gut und wird von seinen Kolleginnen und Kollegen als Genie bezeichnet. Außerdem ist er beliebt und hat eine Freundin. Alles läuft gut, bis die ihn eines Tages verlässt und ihm nahestehende Personen plötzlich anfangen, sich nicht an ihn zu erinnern. Als er nach Hause kommt lebt außerdem eine fremde Frau in seiner Wohnung. Die polizeiliche Kontrolle kurz darauf und weitere Recherchen, zum Beispiel beim Einwohnermeldeamt, ergeben: Kyrill existiert nicht. Er muss seine Wohnung verlassen und steht plötzlich mit nichts da. Doch nicht lange, denn scheinbar ist er auserwählt als eine Art Zollbeamter zwischen verschiedenen Welten in einem Turm zu leben. Nicht wirklich überraschenderweise kann Kyrill diesem Aufruf aber nicht vollkommen blind folgen. Er beginnt daher seine Nase (teils absichtlich, teils unabsichtlich) in Angelegenheiten zu stecken, die ihn nichts angehen sollen und so öffnen sich Tür für Tür Einblicke in fremde Welten, die rätselhaft zusammenhängen zu scheinen.

Trailer

Bewertung

Im typischen Stile einer Sci-Fi-Mystery-Geschichte versucht Weltengänger laufend durch Unklarheiten, mysteriöse Vorkommnisse oder einfach eine rätselhaft anmutende Welt Spannung aufzubauen. Leider misslingt ein solcher Spannungsaufbau immer wieder an Punkten, an denen man als Zuschauer den Überblick zu verlieren beginnt, welches denn nun die primäre Unklarheit ist. Es fehlt ein roter Faden, der den Zuschauer durch die Geschichte führt und begründet, welches Problem aktuell besteht und warum und wie es gelöst werden sollte. Das betrifft auch die Handlungen des Protagonisten. Kyrill weiß quasi nie was er als nächstes tun muss, findet aber immer sofort genau die Person, die ihm genau dabei weiterhelfen kann. Das wirkt leider schnell unglaubwürdig. Auch wirken viele Storyabschnitte so nur angerissen und alles bleibt recht oberflächlich. Man merkt hier deutlich das leidige Problem von Buchverfilmungen. Auch ohne die Buchvorlage zu kennen, kann man an einigen Stellen deutlich spüren, dass irgendwie Teile der Story ausgelassen wurden.

Ähnliches gilt für die Präsentation der verschiedenen Welten, die Kyrill als „Zollbeamter“ und „Weltengänger“ zu betreten im Stande ist. Optisch machen die schon einiges her und versprühen ein durchaus abwechslungsreiches Fantasyflair. Die CGI-Effekte sind zumindest anfangs grundsolide. Hier hätte man noch mehr drauf bauen sollen, denn auch die Welten und deren Darstellung bleiben letztlich dann doch nur oberflächliches, optisches Beiwerk, anstatt detailliert ausgestaltet zu werden. Auch hat man das Gefühl, dass die Spezialeffekte ebenfalls im Verlauf des Films unter der etwas wirren Darstellung der Haupthandlung leiden. Der Versuch Absurditäten und Mysteriöses darzustellen misslingt dann auf zwei Ebenen, wo eigentlich eine klarere, konkretere Abhandlung einzelner Inhalte effektvoller gewesen wäre.

Positiv zeigen allerdings die Synchronsprecher der deutschen Fassung. Diese machen einen sehr guten Job. Auch hier liegt der Vergleich mit bekannten Hollywood-Produktionen nahe und es fällt nicht auf, dass mit der russischen Vorlage eine sprachlich andere Ausgangsversion besteht. Was an einigen Stellen allerdings negativ aufgefallen ist, ist ein etwas archaischer Sprachgebrauch, bzw. der Gebrauch von Worten (z.B. „jedoch“ anstatt „aber“), die so eher in der Schrift- als in der gesprochenen Sprache verwendet würden.

Fazit

Insgesamt gilt doch im Fantasy-Genre vor allem eines: Die Welt sollte in sich geschlossen sein und glaubhaft die in dieser Welt geltenden Regeln und Gesetze vermitteln. Genau hier scheitert Weltengänger leider. Auch wenn der Film optisch, sowohl in Bezug auf Effekte, als auf Kameraarbeit und Schnitt, absolut ansehnlich ist, wollte der Funke nicht so recht überspringen. Ich habe zwar interessiert weitergeschaut, in der Hoffnung, dass sich meine Verwunderung im weiteren Verlauf des Films auflöst, musste dann aber am Ende enttäuscht feststellen, dass dies nicht der Fall war.