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Akte x - Staffel 11

Akte X - Season 11

Filme - Mystery | mit: Schauspieler: Gillian Anderson, David Duchovny
Bewertung: ★★★★

Die 10. Season der Kultserie habe ich seinerzeit nur teilweise gesehen und insbesondere das Staffelfinale mit seinem wohl fiesen Cliffhanger ging damals komplett an mir vorbei. Umso gespannter war ich nun auf die zehn Episoden umfassende neue Staffel und hoffte den Einstieg trotz der beschriebenen Wissenslücke zu schaffen. Noch gespannter war ich darauf zu erfahren, ob es der Serie gelingen würde in mir das Feeling der neunziger Jahre wieder aufleben zu lassen. Bei all dem galt es da natürlich die Erwartungen nicht zu hoch zu stecken, sollte eine Enttäuschung vermieden werden. Zu der kam es dann glücklicherweise nicht.

Handlung

Der Kampf III
Scully hat nach einem Zusammenbruch Visionen von der Zukunft in der die Menschheit durch ein außerirdisches Virus dahingerafft wird. Zeitgleich versuchen unterschiedliche Interessengruppen William, den Sohn Scullys, ausfindig zu machen und Mulder ist bereit für die Sicherheit des Jungen und seiner Mutter bis zum Äußersten zu gehen…

Dieses Leben, jenes Leben
Mulder und Scully erhalten eine Handynachricht des verstorbenen einsamen Schützen Langly und entkommen unmittelbar darauf nur mit Mühe dem Einsatzkommando einer privaten Sicherheitsfirma. Die Suche nach einer Erklärung hierfür führt sie zu einem geheimen Projekt, das sich der Digitalisierung menschlicher Bewusstseine verschrieben hat.

Galgenmännchen
Eine Reihe von Menschen begeht Selbstmord, nachdem diese kurz zuvor von Sichtungen ihrer Doppelgänger berichteten. Ein typischer Fall für die X-Akten und die beiden Agenten beginnen mit ihren Ermittlungen.

Der Mandela-Effekt
Ein angeblich vergessener dritter Partner von Mulder und Scully nimmt Kontakt mit den beiden auf und berichtet von einer Verschwörung, die die Erinnerungen der Menschen manipuliert um so die Realität zu ändern.

Ghouli
Mulder und Scully ermitteln im Fall zweier Mädchen, die sich gegenseitig schwer verletzt haben und von einem Monster berichten, das sie in der jeweils anderen gesehen haben wollen. Darüber hinaus verbindet beiden, dass sie denselben Freund haben. Derweil hat Scully über Visionen wieder Kontakt zu William.

Kätzchen
Direktor Skinner ist verschwunden und die Agenten nehmen seine Spur auf. Dabei erfahren sie mehr über seine Vergangenheit in Vietnam, in der er und seine Kameraden in Kontakt mit einem experimentellen Nervengift kamen.

Rm9sbG93ZXJz
Mulder und Scully werden von wild gewordenen Automaten und Künstlichen Intelligenzen terrorisiert.

Das Tor zur Hölle
Der Tod eines kleinen Jungen, der scheinbar von einem Wolf gerissen wurde, verschlägt das FBI in die Wälder Connecticuts. Als Scully eine Mordthese nebst Täterprofil aufstellt, entwickelt sich in dem kleinen Städtchen Eastwood eine regelrechte Hexenjagd.

Nichts währt ewig
Scully und Mulder ermitteln in einem Fall illegaler Organentnahmen. Den Auftraggebern geht es aber um etwas anderes als den "profanen" Austausch kranker Organe. Und nur Freunde machen sie sich mit ihrer Tätigkeit auch nicht.

Der Kampf IV
Die Suche nach William findet ein Ende und alle daran beteiligten Parteien treffen im Staffelfinale aufeinander. Manch einer wird diese Zusammenkunft nicht überleben...

Trailer

Bewertung

Diese 11. Staffel bietet eine gelungene Mischung aus allen Zutaten, die die Serie für mich schon immer ausmachte. Insofern kam bei mir schon das „alte Feeling“ immer mal wieder auf.

Da steht ganz vorne natürlich die große Verschwörung im … äh … Hintergrund, die speziell in den Folgen „Der Kampf III und IV“ und „Dieses Leben, jenes Leben“ zum Tragen kommt. Mit dem Raucher sehen diese Episoden den Gegenspieler schlechthin in der Rolle des Antagonisten, der – wie sich in der Vergangenheit bereits andeutete – seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt in seinen Planungen Scullys Sohn William, den er suchen lässt und unbedingt in die Finger bekommen will bevor andere Interessengruppen ihm zuvorkommen.

Hier wird der Rote Faden um die scheinbar abgesagte Alieninvasion – von wegen, „der Tag steht schon fest“ - nachvollziehbar und nicht unplausibel fortgesetzt. Etwas over the top fand ich allerdings die telepathische Verbindung zwischen Scully und ihrem Sohn. Sehr viel schöner fand ich dagegen das Ende der Folge „Ghouli“. Was mich ebenfalls durchaus irritierte war die kompromisslose Art und Weise in der Mulder gegen Ende der Staffel agierte. Da muss mir der ein oder andere Entwicklungsschritt entgangen oder beizeiten entfallen sein.

Daneben ist aber auch Platz für die immer interessanten Einzelfolgen. Angefangen bei weiteren Verschwörungen wie in „Der Mandela-Effekt“ oder „Kätzchen“, spooky Episoden wie „Galgenmännchen“ oder „Nichts währt ewig“ bis hin zu den beliebten skurrilen Geschichten wie „Der Mandela-Effekt“ oder „Rm9sbG93ZXJz“. Der Titel letzterer ist übrigens nicht halb so willkürlich und sinnfrei gewählt wie man annehmen mag.

Ob das Finale nun der Bringer war muss jeder für sich entscheiden. Ich fand es trotz des Blutzolls eher unspektakulär zumal sich hinsichtlich der Untergangsvisionen von Scully nicht sonderlich viel tat. Das insofern offene Ende ist aber auch typisch für die Serie und passt für mich daher gut in den Kanon. Und ob es das am Ende wirklich war, wird sich zeigen.

Über Mulders Synchronstimme muss ich – denke ich – keine Worte mehr verlieren. Wirklich vertraut klingt die noch immer nicht. Aber ganz ehrlich? Wenn das, das größte Manko ist, macht diese Staffel sehr viel richtig.

An Extras bietet die DVD-Fassung einen Beitrag zur nachhaltigen Produktion der Serie, Audiokommentare zu den Folgen „Kätzchen“ und „Der Kampf IV“ sowie kleinere Filmchen zu Spaß am Set und drumherum. Welche Bedeutung die Serie für die TV-Geschichte hat, kommt dann nochmal gut im Beitrag "Der Scully-Effekt" rüber.

Für das Rezensionsexemplar geht ein herzliches Dankeschön an die MainFREIRAUM.

Fazit

Ich habe an dieser 11. Season meinen Spaß gehabt und fühlte mich nicht nur bestens unterhalten sondern immer wieder in die erste lange Phase der Serie zurückversetzt. Die Mischung macht es hier einfach und das Ende nach der 9. Staffel war einfach zu offen als dass da nicht noch etwas hätte kommen müssen. Nun ist das Ende zwar auf andere Art und Weise offen, aber für mich ist es jetzt rund.

Fans werden hier eh zugreifen, Neulinge sollten allerdings besser zu älteren Staffeln greifen. Insbesondere der Rote Faden dürfte für unbeleckte Zuschauer eher verwirrend sein.