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Avengers: Infinity War (SPOILERFREI)

Avengers: Infinity War (SPOILERFREI)

Filme - Marvel-Filme | mit:  Robert Downey Jr., Josh Brolin, Chris Evans, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Jeremy Renner, Benedict Cumberbatch, Chadwick Boseman, Chris Pratt, Tom Hiddleston, Gwyneth Paltrow, Benicio del Torro u.v.m.
Bewertung: ★★★★

Mit Marvels Avengers: Infinity War steht der vorläufige Höhepunkt der mittlerweile 10 Jahre andauernden, alle Filme umfassenden Storyline des Marvel Cinematic Universe (MCU) vor der Tür. Ob der Film den immensen Erwartungen der Fans gerecht werden kann erfahrt ihr in unserer Review, natürlich komplett spoilerfrei.

Handlung

Die Prämisse des Films ist so einfach wie mitreissend: Thanos ist hier. Der ewig lauernde Über-Bösewicht des MCU setzt endlich zu seinem grossen Angriff an. Sein Ziel sind die über die Jahre und Filme immer wieder auftauchenden Infinity Gems, mit deren Hilfe Thanos die Hälfte allen Lebens im Universum auslöschen will. Sollte er alle sechs in seinen Besitz bringen, würde dafür ein Schnipsen der Finger genügen. Natürlich ist es an den namensgebenden Avengers und den anderen Superhelden, wie Spider-Man oder den Guardians of the Galaxy ihn aufzuhalten. Infinity War führt das erste Mal alle Marvel-Helden in einem Film und an eine Aufgabe gebunden zusammen. Manche treffen sich das erste Mal, andere kennen sich seit den Anfängen des MCU. Ein spektakulärer Wettlauf quer durchs Universum beginnt.

Der Film startet dort wo die Post-Credit-Scene von Thor: Ragnarok aufhörte: Im Weltall. Thors Schiff, mitsamt Bruce Banner und hassgeliebtem Bruder Loki ist tatsächlich wie spekuliert von Thanos abgefangen worden. Allein diese Tatsache zeigt: Es lohnt sich (mit einigen sehr wenigen Ausnahmen) alle Marvel-Filme und ihre Extra-Szenen der vergangenen Jahre gesehen zu haben. Tatsächlich baut alles aufeinander auf, sodass bei Anspielungen und gewissen Ist-Zuständen in der Welt, bspw. den Verhältnissen zwischen Scarlet Witch (Elizabeth Olsen) und Vision (Paul Bettany) respektive Steve Rogers (Chris Evans) und Tony Stark (Robert Downey jr.) Vorwissen absolut vorausgesetzt ist.

Trailer

Bewertung

Avengers: Infinity War ist von der ersten Sekunde an eine Adrenalinrausch erster Güte. Ruhige Momente gibt es wenige, dafür sind sie umso wichtiger und eindrucksvoller. Die rund 2 1/2 Stunden Laufzeit vergehen wie im Flug; Langeweile müssen sich die Russo Brothers, die bereits bei "Civil War" Regie führten also nicht vorwerfen lassen. Der Film agiert mit seinen oft wechselnden Schauplätzen und Gruppenkonstellationen, sowie dem grossen Fokus auf Actionsequenzen allerdings an der Grenze zur Reizüberflutung. Infinity War verlangt über die gesamte Laufzeit stets die vollständige Aufmerksamkeit der Zuschauer und wird einige ermüdet, aber glücklich, aus den Kinosälen entlassen.

Visuell ist der Film grandios, messerscharf und immer auf Höhe des Geschehens. Dabei ist es völlig irrelevant ob CGI/Motion-Capture (Josh Brolin/Thanos) oder praktische Masken (Zoe Saldana/Gamora) verwendet werden. Infinity War sieht stets atemberaubend aus.

Thanos als lang erwarteter Antagonist ist vielschichtiger und mit stärkeren Motivationen ausgestattet als erwartet und der klare Fokus der Geschichte. Der Humor ist bis auf wenige Ausnahmen passend und funktioniert; die Kampfszenen innovativ. Das Highlight für Fans sind sicherlich die Interaktionen zwischen Charakteren, die man so bisher weder gesehen oder erwartet hatte. Infinity War führt extrem zufriedenstellend (fast) alles zusammen, was sich Marvel in 10 Jahren aufgebaut hat.
Garniert wird das Spektakel mit einigen überraschenden Gastauftritten und einem fantastischen Ende. Obwohl der Film in sich geschlossen und stimmig ist, bleibt trotz allem das Gefühl zurück nur den ersten Teil eines kompletten Films gesehen zu haben, der mit dem (mittlerweile wieder unbetitelten) vierten Avengers-Film 2019 abgeschlossen wird.

Fazit

Avengers: Infinity War ist die Erfüllung eines Versprechens, das Marvel vor 10 Jahren gemacht hat. Ein zusammenhängendes Universum, dessen kleine wie große Geschichten sich gegenseitig beeinflussen und bedingen und dessen Zustand auch über den Abspann hinaus bestehen bleibt. Dass das narrative Experiment, diese eigentlich für Comics typische Erzählstruktur einfach auf die grosse Leinwand zu bringen, ein absoluter Erfolg ist, daran hat das weitsichtige Marvel Mastermind Kevin Feige sicherlich enormen Anteil. Infinity War ist der vorläufige Höhepunkt dieses Experimentes. Dem Film zum Vorwurf machen, kann man lediglich ein extrem schnelles Pacing, einige schlicht nicht plausible Entscheidungen von Charakteren und die Tatsache, dass selbst bei 2 1/2 Stunden Laufzeit nicht jeder Charakter so zum tragen kommt wie er oder sie es vielleicht verdient hätte. Ein mitreissender Bösewicht, eine Story mit echten Konsequenzen, hervorragend inszenierte Kämpfe und das schier unglaubliche Gefühl all seine Lieblinge in einem Film zu sehen, machen Avengers: Infinity War zu einem der besten Marvel-Filme seit Entstehung des MCU.