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Logan Lucky

Logan Lucky

Filme - Komödie | mit: mit Channing Tatum, Adam Driver, Riley Keough
Bewertung: ★★★★★

Komödien, auch gerade wenn sie mal so richtig doof sind, machen mir einen Riesenspaß. Umso mehr aber, wenn sie vor Pfiffigkeit sprühen, und mit einigen guten Ideen aufwarten können. Es kommt auch immer auf das Timing an. Es gibt Schauspieler, die „versuchen“ komisch zu sein, und es gibt Schauspieler die komisch sind, weil sie ein gutes Timing haben. Die Darsteller aus diesem Film hier, haben nicht nur Timing, sondern auch jede Menge komödiantisches Talent. D.H. man kauft ihnen einfach ab, was sie tun und kann sich darüber amüsieren.
Ich für meinen Teil habe in der letzten Zeit selten so gelacht über eine Filmkomödie. Steven Soderbergh hat es wohl immer noch drauf.

Handlung

Jimmy Logan (Channing Tatum) lässt sich in der Eingangssequenz von seiner kleinen Tochter (herzallerliebst Farrah Mackenzie) bei der Reparatur seines Trucks assistieren, erklärt ihr dabei die Ursprünge von John Denvers „Country Roads“ und warum er ausgerechnet diesen Song so liebt.
In der nächsten Einstellung sehen wir Jimmy auf einer Baustelle als Baggerfahrer unter einer landesweit bekannten NASCAR-Strecke in South Carolina. Dort wird ihm dann leider der Job gekündigt. Aus „Versicherungstechnischen Gründen“ ,wegen seiner Knieverletzung die vor Jahren seine College-Football-Karriere abprubt beendete
Das wiederum passt zur schrägen Theorie seines Bruders Clyde (Adam Driver), der im Irak-Krieg seinen Unterarm verlor und seitdem als Barkeeper in der ortsansässigen Kneipe arbeitet. Der vertritt nämlich fest die Meinung, dass die Familie Logan mit einem „Pech-Fluch“ belegt ist. Aufgrund dessen, dass die Familie, zu der auch noch die Schwester Mellie (Riley Keough) die als Friseurin arbeitet, gehört, ziemlich abgebrannt ist, beschließen sie, während des Cola Cup-NASCAR-Rennen ein Riesending zu drehen. Da durch die Bauarbeiten die Sicherheitsvorkehrungen der Rennstrecke nicht so scharf sind wie sonst, wird eben diese bei der Planung des Coups zum Ziel, bzw. die Einnahmen des Cola Cups. Dazu brauchen sie aber auch den Sprengstoffexperten Joe Bang (Daniel Craig), der leider noch einsitzt, und zum Zwecke der Unterstützung erst überredet und befreit werden muss. Dieser möchte aber seine beiden etwas einfach strukturierten Brüder mit dabeihaben, was natürlich wiederum zu einigen „feinsinnigen“ Dialogen führt, die die ganze Planung schon ad absurdum zu führen scheint. Clyde lässt sich also, indem er mit einem Auto in eine Tankstelle fährt, ohne Fahrerlaubnis, für 90Tage einsperren um Joe Bang bei der Flucht zu unterstützen.
Was dann alles passiert, und wie der Coup durgezogen wird, soll hier nicht verraten werden, außer das es zu einigen originellen Cameos kommt, die teilweise zum schieflachen sind. Gewitzt, wie man es von Soderbergh kennt, kommt letztendlich alles so wie es kommen muss, oder auch nicht. Für Alibis ist gesorgt, das FBI zweifelt an den Versionen der Zeugen und der Gefängnisdirektion, die im Verlauf der Handlung noch eine größere Rolle spielen wird, kommt aber eben genau wegen der zweifelhaften Aussagen nicht so richtig zu Potte. Vor allem aber haben sie nicht mit der Cleverness der Räuber gerechnet.

Trailer

Bewertung

Steven Soderbergh beweist mit dieser witzigen Gauner-Komödie, in der alle Darsteller vor Spielfreude nur so strotzen, dass er immer noch einer der besten Independent-Regisseure ist, die das amerikanische Filmbusiness zu bieten hat. „Oceans Eleven“ war schon ein Geniestreich, der mit den Fortsetzungen mehr oder wenig erfolgreich weitergeführt wurde. Aber man sollte ihn nicht nur daran messen, sondern, wie ich Eingangs schon schrieb eher an seinen Stil und sein Timing. Dieser hier vorliegende Film hätte ebenso gut von Guy Ritchie stammen können. Das Tempo der Witz, und ein Daniel Craig, der sich selbst mit seinem coolen Bond Image auf die Schippe nimmt.
Die Sprüche, die Typen, aus der vor allem die klein Farrah Mackenzie hervorsticht, die an Niedlichkeit kaum zu überbieten ist, und mit ihren altklugen Dialogen die Handlung zu einem guten Teil mitträgt, und ihrer zickigen Mutter vor Augen führt, dass die Liebe zu ihrem Vater bedingungslos ist, wird mal eine ganz Große. Wo die nur immer diese Kinder herbekommen. Mich hat der Film gut abgeholt, und ich war voll dabei. Nichts wirkte gestellt oder zu arg konstruiert. Schon alleine die merkwürdigen Codewörter der Geschwister untereinander, fordern zumindest etwas mehr als ein Grinsen. Channing Tatum als liebender Vater agiert mit seiner Filmtochter absolut natürlich, und die Chemie der Beiden stimmt absolut. Die ganzen Flunkereien die den Film beherrschen, werden im Abspann beibehalten, indem Soderbergh wieder mal die üblichen Pseudonyme verwendet, um ein wenig seinen gesamten Einfluss an dem Werk zu verschleiern. Zu beachten ist hier, dass keiner im feinen Zwirn oder mit großartigen technischen Gimmicks, wie bei den „Ocean“-Filmen aufwarten muss. Ganz so, als wollte er es konträr den „Ocean“-Filmen gegenüberstellen. Hier wird wirklich kein Gag vergeudet und keine Wendung ausgelassen, zum Vergnügen der Zuschauer. Ein besonders großes Lob möchte ich an dieser Stelle dem Synchron-Studio aussprechen, die es wirklich perfekt geschafft haben den Wortwitz des Films Publikumswirksam zu übertragen. Von mir fünf Sterne, weil ich mich köstlich amüsiert habe, und weil alle Mitwirkenden mich wirklich zum Lachen bringen konnte. Und das sollte bei einer Gauner-Komödie so sein.

Fazit

Gelungene Gauner-Komödie, die hält was sie verspricht; nämlich pfiffige Charaktere, eine spritzige Handlung, spielfreudige Darsteller und viele Lacher. So sollte es sein. Viel Vergnügen damit.

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