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Black Widows - Rache auf Finnisch

Black Widows - Rache auf Finnisch

Filme - Komödie |mit Pihla Viitala, Wanda Dubiel, Malla Malmivaara
Bewertung: ★★★★★

In Finnland war die Serie „Mustat Lesket“ ein Hit und zwar ein so großer, dass die Serie direkt zwei Jahre nach erscheinen der ersten Staffel und noch im selben Jahr der zweiten Staffeln, von den eigenen Regisseuren in einer etwas größeren Produktion mit neuem Cast frisch aufgelegt wurde. Verwirrung ist vorprogrammiert, denn in Deutschland erscheint die komplette erste Serie unter dem Titel „Black Widows – Rache auf Finnisch“, während im Original die Neuauflage den Titel „Black Widows“, anstelle der finnischen Phrase „Mustat Lesket“ (übersetzt: schwarze Witwen/ black widows) trägt. Hierzulande erscheint nun die ursprüngliche Serie („Mustat Lesket“, bzw. „Black Widows – Rache auf Finnisch“), die stilistisch stark an Desperate Housewives erinnert, erstmals als komplette DVD-Box und die habe ich mir für euch angeschaut.

Handlung

Bei einem scheinbar harmlosen Pärchenurlaub explodiert ein Boot. Die drei Insassen, allesamt die Männer der Gruppe, scheinen den Vorfall nicht überlebt zu haben. Die Polizei beginnt mit ihren Untersuchungen und befragt die Frauen, was zunächst nichts Auffälliges ergibt. Allem Anschein nach ein unglücklicher Unfall. Doch schnell wird dem Zuschauer vermittelt, was der Polizei verborgen bleibt: Die Explosion des Motorbootes war ein Attentat der drei Frauen auf ihre Ehemänner. Die Beweggründe, die zu dieser Tat geführt haben sind vielseitig und haben doch eines gemeinsam. Die Männer haben das Leben der drei Frauen zuvor nicht gerade positiv bereichert. Johanna Koskinen wurde von ihrem Mann geschlagen und immer wieder auf übelste beleidigt und degradiert. Veera Joentie konnte die dubiosen Geschäfte ihres Mannes nicht einmal von ihrer gemeinsamen Tochter fernhalten, was soweit ging, dass sogar bewaffnete Bekannte des Mannes bei ihnen zuhause auftauchten. Und Kirsi Lundbergs Mann hatte Depressionen und mehrfach versucht sich das Leben zu nehmen und die Schuld daran gerne mal auf seine Frau abgeladen.

Aber nach der Tat entfalten sich ungeahnte Probleme, die den Frauen das Vertuschen der Straftat schwieriger machen, als sich es sich ausgemalt hatten. Mittendrin ein Geschäftspartner von Veeras Mann, der nun nach ihm sucht und nicht glaubt, dass er gestorben ist, sondern eine Flucht vermutet. Und tatsächlich scheint mehr dahinter zu stecken und einer der Männer nicht so tot zu sein, wie alle anfangs geglaubt haben.

Bewertung

Einen Mord zu planen und durchzuführen und noch dazu an den eigenen Ehemännern, ist eine grausame Tat. Dennoch beabsichtigt die Serie gerade in den ersten Folgen, dass man Sympathien zu den Frauen aufbaut und nachvollziehen kann, welche Verzweiflung sie dazu bewegt hat, einen solchen drastischen Schritt zu unternehmen. Das gelingt nur teilweise, denn auf der Gegenseite der Argumentation steht nach wie vor Mord. Die Erzählweise schwankt gefährlich zwischen Drama und Komödie und trifft dabei nicht immer den richtigen Ton. Häufig sind die Geschehnisse nicht klamaukig und absurd genug, um wirklich witzig zu sein, aber gleichzeitig nicht herzzerreißend und emotional genug für ein gutes Drama. Eine gewisse Spannung liegt der Serie dennoch von Anfang an zu Grunde. Es wird umgehend klar gemacht, dass nicht alles so ist, wie es zunächst scheint und die Abgründe hinter den Geschichten der drei Frauen, bzw. deren Männern, werden Stück für Stück aufgedeckt und erzählt. Das hält einen schon recht gespannt am Bildschirm.

Ähnlich inkonstant sind die schauspielerischen Leistungen der Hauptcharaktere. Einige, wie die eher dümmlich-naive Kirsi oder Johannas Sohn Jonas, sind eher als Comic Relief konzipiert und ziehen diese Rolle teils viel zu konsequent durch, obwohl sie ebenfalls am emotionalen Hintergrund der Geschichte teilhaben. Gerade emotionale Momente wirken daher hier und da nicht ganz überzeugend, obwohl das Schauspiel im Großen und Ganzen durchaus in Ordnung ist.
Technisch fällt schon auf, dass Black Widows keine Hollywoodproduktion ist. Vor allem die Explosion des Bootes, die ja immerhin den Kern der Geschichte bildet und immer wieder erneut eingeblendet wird, sieht schon recht schwach animiert, bzw. schlecht reingeschnitten aus. Auch stilistische Mittel Rückblenden darzustellen wirken etwas unpassend künstlerisch und variieren zu stark. Ebenso unrund, wenn auch nicht gravierend schlecht, ist die deutsche Synchronisation. Die Aussprache einiger finnischer Eigennamen kommt teilweise etwas holprig rüber und vor allem einige Sätze der Kinder hätte man lieber noch ein zweites Mal einsprechen lassen.

Fazit

Black Widows -Rache auf Finnisch ist gerade in der deutschen Synchronfassung kein Meisterwerk. Dafür gibt es zu viele Ungenauigkeiten in der Umsetzung der deutschen Fassung, aber auch schon in der Vorlage an sich. Hier und da ist unklar, in welchem Genre sich die Serie selbst genau ansiedeln möchte und das wirkt dann manches mal unfertig, bzw. undurchdacht. Die zugrunde liegende Geschichte allein ist aber mutig genug, um sich abzuheben und den Zuschauer bei Laune zu halten. Wer Zeit und Lust hat sich mit soliden Serienproduktionen von außerhalb Hollywoods zu beschäftigen soll den Versuch gerne wagen, ein absolutes Muss ist die Serie aber nicht. Dennoch ist Black Widows – Rache auf Finnisch ein weiteres gutes Beispiel, für die immer stärker und vielseitiger werdende finnische Film- und Serienlandschaft!