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Tully

Tully

Filme - Drama | mit: Charlize Theron, Ron Livingston, Mackenzie Davis
Bewertung: ★★★★

Nach dem Erfolg von „Juno“ arbeiten Jason Reitman und Diablo Cody bereits zum dritten Mal zusammen. Damals haben die beiden den Geist der Zeit getroffen und ein großes Publikum angesprochen. „Tully“ greift wiederum ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema auf, zumindest werden laut Bundesamt immer mehr Babys in Deutschland und auch auf der ganzen Welt geboren. Vielleicht bin ich selbst auch zu nah dran, ich habe vor kurzem nämlich Nachwuchs bekommen, aber Werbung und Medien sprechen Bände. Mit der großartigen Charlize Theron haben sie eine Schauspielerin gefunden, die ihre Rolle authentisch rüber bringt.

Handlung

Marlo (Charlize Theron) hat gerade ihr drittes Kind bekommen. Die Kindererziehung gestaltet sich aber anstrengender als erwartet. Das liegt auch daran, weil ihr Mann Drew (Ron Livingston) ihr nicht helfen kann. Er verbringt die meiste Zeit auf der Arbeit und versucht dort erfolgreich zu sein. Die letzte Beförderung spricht für ihn. Wenn er zu Hause ist, unterstützt er aber nicht unbedingt seine Frau, sondern verbringt seine freien Minuten vor der Spielekonsole. Marlo ist sichtlich mit den Nerven fertig. Eines Tages nimmt sie endlich Hilfe an. Sie hat sich lange gegen eine Nachtnanny gewehrt, weil sie sich damit ein Stück weit eingestehen musste, als Mutter versagt zu haben, doch als die Not am größten wird, willigt sie letztendlich ein. Die Nanny (Mackenzie Davis) führt in Kürze Veränderungen durch, sodass Marlo zu alter Stärke zurück findet. Sie blüht förmlich auf und das Familienleben entspannt sich. Doch irgendetwas stimmt nicht...

Trailer

Bewertung

Babys hier Babys dort. Das Land beschäftigt sich mit dem Thema sehr. Mal sind es die fehlenden Kindergartenplätze und dann wiederum der Unterichtsausfall an den Schulen. Viele Probleme die uns beschäftigen und die sich im Film wieder finden. Jedes Elternpaar hat schon schlaflose Nächte hinter sich oder kommt an einen Punkt, indem es eine Pause braucht. Die Identifikation mit „Tully“ sollte keinem schwer fallen und ich denke viele unter uns werden immer mal wieder mit dem Kopf nicken. Irgendwie sitzt man schließlich im gleichen Boot.

Dass die Story auch authentisch beim Publikum ankommt, verdankt der Film seiner Hauptdarstellerin Charlize Theron. Ja, sie hat schon öfter unter Beweis gestellt, dass sie eine hervorragende Schauspielerin ist und auch in dieser schwierigen Rolle, weil sie immer eine gekonnte Gesichtsmimik aufsetzen muss, kann sie mit Bravour glänzen.

Neben den oben angesprochenen Momenten serviert uns „Tully“ aber nicht viel mehr. Was ich damit sagen will: Die Handlung plätschert vor sich hin. Doch ohne Grund habe ich dem Streifen nicht vier Sterne gegeben. Das liegt am Ende, denn dass kommt mit einem Twist daher, der sich gewaschen hat und dem ganzen Projekt eine tolle Würze verleiht. Hut ab, aber der Zuschauer benötigt auch ein wenig Sitzfleisch.

Fazit

„Tully“ ist ein Film, der viele Probleme junger Eltern anspricht und daher sehr sympathisch daher kommt. Allerdings ist die Handlung darüber hinaus sehr eindimensional, was allerdings durch ein hervorragendes Ende wieder wett gemacht wird. In der Summe ergibt das vier von fünf Sternen.