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Die Verlegerin

Die Verlegerin

Filme - Drama | mit: Meryl Streep, Tom Hanks und Steven Spielberg
Bewertung: ★★★★★

Die Verlegerin hat insgesamt zwei Oscar-Nominierungen (2018) erhalten. Gleich in der Königsdisziplin „Bester Film“ und dann für die tolle Meryl Streep in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“. Streeps Auswahl dürfte keinen überraschen, weil sie gefühlt in jedem Jahr für die Trophäe in Frage kommt. Dennoch wären beide Preise gerechtfertigt, da sich die „Die Verlegerin“ eindrucksvoll für die Pressefreiheit einsetzt.

Handlung

Die Washington Post ist noch ein kleines Blatt und steht eindeutig hinter der New York Times. Das Unternehmen wird von einer Familie geführt. Grundsolide mit guten Kontakten in die oberste Politik. Die Zeitung möchte aktuell an die Börse, damit sie ihre Reporter halten kann und sogar etwas wachsen kann. Und dann kommt der große Skandal. Die Times druckt die sogenannten „Pentagon-Papiere“ ab. In diesen steht, dass die US-Regierung bewußt die eigene Bevölkerung wegen des Vietnam-Krieges belogen hat. Die USA haben nämlich gezielt darauf hingearbeitet, dass es diesen Krieg gab. In öffentlichen Verlautbarungen klang das noch ganz anders.

Nachdem die Times eine gerichtliche Auflage erhalten hatte, dass sie die brisanten Dokumente nicht mehr abdrucken dürfe, hat die Washington Post sie in die Hände bekommen und veröffentlicht. Die Verlegerin erzählt, welchen Machtkampf es hinter den Kulissen gab und welche Einschüchterungen es aus dem Weißen Haus gab.

Trailer

Bewertung

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Amerikanischen Pathos sucht man vergebens. Bei solch einem Thema ist das schon verrückt, dass nicht irgendwer um die Ecke kommt und die US-Pressefreiheit glorifiziert. Jeder aufkommende Patriotismus wird im Keim erstickt und allgemeine, weltweite Werte einer Demokratie werden in den Fokus gestellt. Ben Bradlee, Chef-Redakteur der Washington Post und gespielt von der Hollywood-Ikone Tom Hanks, legt viel Wert darauf, dass er und seine Kollegen frei berichten dürfen. Diesen Kampf setzt er auch im eigenen Haus fort, indem er für die Veröffentlichung der Papiere kämpft. Die Verlegerin Katharine „Kay“ Graham, gespielt von Meryl Streep, ist anfangs strickt gegen den Druck. Sie will eher ihr Familienunternehmen schützen. Zudem fühlt sie sich sehr unsicher in der Geschäftswelt. Vor großem Publikum kann sie nicht frei sprechen und auch deshalb zögert sie. Doch sie macht eine Entwicklung durch, die man ihr anfangs sicherlich nicht zugetraut hätte.

„Die Verlegerin“ ist daher auch ein Film in punkto Frauenrechte. In den 70er Jahren waren Frauen in Chefpositionen eher die Ausnahme. Eine Szene, als sich die Männer über Politik unterhielten und die Damen sich daraufhin zurückzogen, ist Sinnbild für die damalige Gesellschaft.

Darüber hinaus hat sich „Die Verlegerin“ genügend Zeit genommen und ist auf viele Aspekte eingegangen. Der Zuschauer darf nun wahrlich keinen rasanten Thriller mit vielen Schnitten erwarten. Die Dialoge stehen im Vordergrund. Sicherlich nicht für jeden etwas, weil man sich grundsätzlich für Politik und Geschichte interessieren sollte. Steven Spielberg macht einen guten Job und erzählt sein Werk nicht trocken, sondern unterhält sein Publikum.

Im Original heißt der Streifen im Übrigen „The Post“. Ein Titel der in Deutschland vielleicht für Verwirrung gesorgt hätte, da „Die Verlegerin“ nun nichts mit dem gelben Unternehmen zu tun hat… Naja, jeder kann sich aber eine eigene Meinung bilden…

Fazit

„Die Verlegerin“ ist nichts für jeden, aber für Interessierte ist der Film ein Sahnestück.