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Boston

Boston

Film - Drama | Mark Wahlberg, Dicky Eklund Jr.
Bewertung: ★★★★

Auch wenn sich seine Filme sonst eher durch übermäßigen US-Patriotismus auszeichnen, schafft es Regisseur Peter Berg mit seiner Dramatisierung der Anschläge auf den Boston Marathon im Jahr 2013 und die anschließende Jagd nach den Tätern, ein spannendes und wirklich rührendes Drama zu inszenieren.

Handlung

15. April 2013 - innerhalb von dreizehn Sekunden detonieren zwei Sprengsätze nahe der Zielgerade des Boston Marathons. Drei Menschen sterben und viele weitere werden dabei schwer verletzt. Dieser Film beschäftigt sich mit der Sichtweise von verschiedenen Zeugen der Ereignisse, die Jagd auf die Täter und den Zusammenhalt der Stadt.

Bewertung

Peter Berg - als Darsteller aus Filmen wie "Collateral" oder Wes Cravens "Shocker" bekannt - macht sich seit seinem Debüt, der schwarzen Komödie "Very Bad Things", einen Namen als erfolgreicher Regisseur. Und auch wenn sein Werk "Battleship" und "Hancock" umfasst, so sind es doch die auf Tatsachen basierenden Filme wie "Lone Survivor" und der letztjährige "Deepwater Horizon", die es dem 52-Jährigen zuletzt angetan haben. Auch "Boston" ist da keine Ausnahme, obwohl man vorneweg sagen muss, dass hier deutlich weniger die Brechstange in Sachen Pathos angesetzt wird, als noch in "Lone Survivor", der sich quasi wie ein Werbefilm für die US-Navy Seals schaute. Im Fall der tragischen Handlung dieses Films, hätte man mit einem vor Patriotismus triefenden Werk rechnen können, umso erfreulicher ist es, dass sich Berg hier in Zurückhaltung und Fingerspitzen-Gefühl geübt hat.

"Boston" präsentiert sich als dramatische Aufarbeitung des erschütternden Tatverlaufs und der darauffolgenden Jagd nach den beiden verantwortlichen Terroristen. Dabei springt die Handlung fließend zwischen der Arbeit der Ermittler und anderer beteiligter Personen, sowie den Tätern hin und her, so dass sich das Ganze quasi wie eine Dokumentation schaut - jedoch eine enorm spannend inszenierte Dokumentation. Speziell die körnigen Aufnahmen der Sicherheitskameras lassen die Linien zwischen Realität und Film deutlich verschwimmen, was der Dramatik mehr als nur zuträglich ist, jedoch auch ein gewisses Unwohlsein verursachen könnte, denn eins macht Berg in quasi jeder Szene klar: dieses Ereignis ist schmerzhaft real!

Um die Geschichte des Anschlags zu erzählen, hat Peter Berg einen namhaften Cast um sich gescharrt, der zum größten Teil in die Rollen von realen Personen schlüpft. Da hätten wir z.B. John Goodman als Kommissar Ed Davis, Kevin Bacon als FBI-Agent Richard DesLauriers und Alex Wolff in der Rolle eines der Attentäter, Dzokhar Tsarnaev. Schade ist dabei, dass Hauptdarsteller Mark Wahlberg in die Rolle einer gänzliche fiktiven Figur schlüpft und letztlich viele Handlungsfäden zusammenführt, was zwar narrativ gesehen Sinn macht, sich im Lichte einer realen Nacherzählung jedoch etwas zu konstruiert anfühlt.

Es schmälert allerdings nicht die emotionale Schlagkraft, die Berg mit "Boston" zur Schau stellt. Von der zutiefst verstörenden Inszenierung des Anschlags und der Nachwirkungen, über die unangenehm banalen Szenen mit den Tsarnaev-Brüdern, bis hin zur schweißtreibenden Jagd auf die Beiden, findet er als Regisseur fast immer die richtigen Bilder und Momente seiner Schauspieler. Entgegen vergangener Erfahrungen, schaltet er auch den Patriotismus um einen Gang zurück, was ich hier ein weiteres Mal absolut positiv erwähnen muss, suggeriert der US-Titel ("Patriots Day") hierzulande doch eher ein Rollen mit den Augen bzw. einen faden Beigeschmack. Er bezieht eine Menge seiner Inspiration aus der Stärke der Stadt Boston und der Energie des Heilungsprozesses, denn auch wenn sich der Film mit der einschneidenden Bösartigkeit des Anschlags beschäftigt, so liegt das Hauptaugenmerk glücklicherweise auf der Zusammenarbeit und dem Zusammenhalt.

Fazit

"Boston" schafft es nicht nur, die Realität in einen spannenden und denkwürdigen Film zu verdichten, sondern auch ein starkes Porträt des Zusammenhalts zu zeichnen. Die guten Darsteller und die zum Teil nervenaufreibende Inszenierung machen dieses Werk von Peter Berg zu seinem bisher mit Abstand besten Film!

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