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Unser Erde 2

Unser Erde 2

Filme - Dokumentarfilm | mit: Günther Jauch
Bewertung:★★★★★

Was für ein fantastischer Planet unsere Erde ist versucht BBC Earth Films mit dem zweiten Teil von „Unsere Erde“ erneut darzustellen. Die Regisseure Peter Webber, Lixin Fan und Richard Dale greifen dabei im Original auf Robert Redford als Erzähler zurück. In der chinesischen Fassung übernimmt diesen Job Jackie Chan und auch die deutsche Version ist mit Günter Jauch prominent besetzt. In meiner Review werde ich euch verraten, ob Unsere Erde 2, wie bereits der erste Teil, zum absolut Besten aus dem Dokumentarfilmsektor gehört.

Handlung

Unsere Erde 2 hat sich einen interessanten Kniff einfallen lassen, um die Darstellung zu strukturieren. Immerhin will man sich dem Titel entsprechend der gesamten Welt auf der wir leben widmen. Dazu wird insgesamt im Verlaufe des Film nur ein einziger Tag dargestellt. Vom Sonnenaufgang bin zur Nacht kurz bevor ein neuer Tag hereinbricht. Dabei wird zwischen den unterschiedlichsten Schauplätzen hin und her gewechselt, immer aber spielt die entsprechende Tageszeit eine Rolle. Wann zum Beispiel jagen Raubkatzen in der afrikanischen Savanne, wenn sie Mittags aufgrund des Höchststandes der Sonne und mit den damit verbunden Temperaturen lieber im Schatten liegen? Diese und ähnliche Fragen beantwortet der Film für eine Vielzahl verschiedener Lebensräume und Vegetationszonen. Zu guter Letzt geht der Film sogar auf den Menschen ein, der aufgrund von Elektrizität selbst die Nacht hell erleuchtet und somit, anders als Teile der Tierwelt, selbst diese nicht zu fürchten braucht.

Trailer

Bewertung

Die eingangs gestellte Frage ließ sich für mich relativ schnell beantworten: Ja, Unsere Erde 2 gehört zweifelsohne zur Riege der besten Dokumentationen. Die Aufnahmen sind schlichtweg beeindruckend und durchweg atmosphärisch inszeniert. Die Idee den Tageszeitenrhythmus in den Fokus zu stellen und die unterschiedlichsten Habitate eben darauf zu untersuchen rahmt die einzelnen Szenen wunderbar ein. Anfangs zeigen schnelle Schnitte zwischen Luftaufnahmen farblich komplett unterschiedlicher Lebensräume noch die enorme Vielfalt unseres Planeten. Auf die aalglatten beigefarbenen Dünen einer Wüste, auf der lediglich ein einzelner Springbock wandert, folgt das türkisblaue, tropische Meer. Dieses wiederum geht in das kräftige grün des Regenwaldes über. Das sieht einfach fantastisch aus und hat eine ganz enorme Wirkung auf den Zuschauer. Man will einfach mehr sehen von diesen relativ (für die meisten Menschen) relativ unbekannten Welten. Zum Glück tut die Dokumentation genau das und geht weiter ins Detail. Einzelne Habitate werden genauer untersucht und darin lebende Tiere und Pflanzen beispielhaft präsentiert. Aber auch dabei bleiben die Aufnahmen und ihre Inszenierung einfach unglaublich beeindruckend. Das liegt vor allem an einer sehr guten Kameraarbeit. In den meisten Szenen ist man ganz dicht an den gezeigten Tieren dran. Ein schwimmendes Faultier wird beispielsweise aus nächster Nähe durch eine sich teils unter, teils über Wasser befindende Kamera gefilmt. So lassen sich alle Bewegungen des Tiers genaustens beobachten. Insgesamt entsteht ein Querschnitt aus Fauna und Flora der Erde, der natürlich etwas willkürlich wirkt. Vom Panda zum Pottwal, vom Kolibri zum Krokodil. Aber der Film erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und betont stattdessen auch erzählerisch immer wieder die unglaubliche Vielfalt, die sich auf unserem Planeten abspielt.

Dies ist die eine Sache, die das gezeigte solide untermalt. Die gesprochenen Texte sind informativ wo sie es sein müssen, aber haben genügend Witz an einigen Stellen, um nicht zu trocken wie eine langweilige Lehrstunde daher zu kommen. An den neuen Sprecher Günther Jauch muss sich zunächst gewöhnen. Stimmlich unterscheidet er sich schon etwas von bekannten, eher tieferen Stimmen aus anderen Dokumentarfilmen. Letztlich macht er seine Sache aber ordentlich. Dass bewusst eine eher humorvolle Stimme zeigen ja mit Robert Redford und Jackie Chan auch die englische und chinesische Vorlage.

Die zweite Komponente, die zu einer atmosphärischen Untermalung der Bilder beiträgt, ist die Musik. Teils orchestral-pompös und aufbrausend, teils an Stellen, an denen die Geräusche der Natur im Vordergrund stehen sollen ruhig oder ganz unterbrochen, wird hierbei immer der richtige Ton getroffen.

Fazit

Unsere Erde 2 ist jedem Menschen absolut zu empfehlen. Gerade heutzutage wird es immer wichtiger, sich mit der Erde auseinander zu setzen und sich ein Bild davon zu machen, was wir überhaupt schützen wollen, wenn von Umweltschutz und dem Kampf gegen den Klimawandel die Rede ist. Dieser Film schafft es absolut die Schönheit und Vielfalt der Natur in Szene zu setzen und informativ darzustellen. Der Film trägt in seiner deutschen Fassung den Untertitel „So haben Sie die Welt noch nie erlebt“. Das stimmt nicht ganz, immerhin gab es ja schon den ersten Teil, der mit einem ganz ähnlichen Slogan warb. Das spielt aber letztlich keine Rolle, denn von solchen Naturaufnahmen kann man nie genug haben.

Unsere Erde 2 ist ab 07.09. auf DVD, Bluray, 4K Ultra HD Bluray und als Video on Demand verfügbar.