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Blade of the Immortal

Blade of the Immortal

Filme - Martial-Arts-Film | mit Takuya Kimura, Hana Sugisaki von Takeshi Miike
Bewertung: ★★★★

Es ist mir von jeher ein Vergnügen gewesen Comic-Verfilmungen zu schauen. Das Comics Lesen habe ich früher fast obsessiv betrieben, es dann aber vor ca. 25 Jahren aus persönlichen Gründen aufgegeben. Dennoch freue ich mich immer sehr wenn es einer meiner „Helden“ als Realfilm ins Kino schafft. Mit Mangas habe ich mich schon immer etwas schwergetan, jedoch gerne mal Animes geschaut. Wenn aber Takashi Miike am Werk war kann man sich auf ziemlich schräge Umsetzungen der Vorlagen gefasst machen. Hart, brutal aber auch komisch und manchmal etwas konfus. Das vorliegende Werk trifft es zwar nicht immer, aber meistens auf den Punkt.

Handlung

Der Einstieg in dieses Werk ist schon mal sehr bemerkenswert mit einem absurden Gemetzel in Schwarzweiß inszeniert. Manji (Takuya Kimura) ist ein hervorragender Samurai der jedoch mit ansehen muss wie bei einem seiner blutigen Aufträge die Frau eines seiner Opfer (Hana Sugisaki), die auch noch seine eigene kleine Schwester Machi ist, dem Wahnsinn verfällt, und er sich fortan als deren Beschützer sieht. Als sich ihm vom Shogun ausgesandte schurkische Kopfgeldjäger in den Weg stellen, bringt er sie alle um. Dutzende von Toten, und Lachen von Blut können jedoch nicht verhindern, dass der Anführer der Schurken, bevor er von Manji getötet wird, seine Schwester umbringt. Er selber ist auch dem Tod geweiht und will seiner geliebten Schwester, deren Tod er als sein Versagen ansieht folgen. Allerdings hat er die Aufmerksamkeit einer Hexe auf sich gelenkt, die ihn mit dem Fluch der „Blutwürmer“, des ewigen Lebens belegt.
Fünfzig Jahre später wird die gesamte Familie des Mädchens Rin (ebenfalls Hana Sugisaki) von dem Schwertkämpfer Anotsu (Sôta Fukushi) und dessen Anhängern getötet. Das Mädchen sinnt nun auf Rache, und bittet Manji um Hilfe. Dieser stellt sich erst stur, doch muss feststellen, dass dieses Mädchen sein Herz berührt, nicht nur wegen der verblüffenden Ähnlichkeit mit seiner vor langer Zeit getöteten kleinen Schwester. Er willigt widerwillig ein sich als ihr Leibwächter zu verdingen. Auf der Suche nach den Mörder ihrer Eltern zieht Manji eine blutige Schneise der Vernichtung und Verwüstung in den Reihen der Feinde die sich ihm in den Weg stellen.
Da sich sogar seine abgehackten Körperteile wieder regenerieren können, hat er ihnen gegenüber einen erheblichen Vorteil. Jedoch kann ihm niemand den Schmerz seiner Trauer und seiner Verwundungen nehmen.
Dennoch steht ihm der finale Endkampf noch bevor, und er spürt, dass Anotsu es ihm nicht leicht machen wird.
Vornan steht für ihn seine „Auftraggeberin“ Rin mit allem zu beschützen, was seine Kampfkünste hergeben und mit seinem eigenen Leben.

Trailer

Bewertung

Es wird westlich denkenden Menschen schwerfallen die Philosophie des „Bushido“ nachzuvollziehen, in dem es eigentlich immer nur darum geht unter höchsten Ehren für seinen Herren und dessen Ziele zu sterben. Das Vorbild der japanischen Schwertkampffilme ist sehr oft der als größter Schwertkämpfer in der Geschichte der Samurai geltende Miyamoto Musashi. Seine Geschichte hat Kurosawas Filme genauso beeinflusst, wie auch einige Werke von Takashi Miike.
„Blade of the Immortal“ ist aber nicht einfach nur ein „Metzelfilm“, der zu allererst einmal unterhalten soll, sondern stellt auch so manche japanisch-kriegerische Philosophie in Frage. Auch hier steht Miike wieder für banale Symbole, die nicht nur die kriegerischen Handlungen, sondern auch die Folgen der Rache an sich in Frage stellen.
Einem Manga und dessen eigentlichem Ziel zu folgen ist nicht immer so einfach, wie bei anderen „westlichen“ Comics. Diese Realverfilmung jedoch trifft es meistens auf den Punkt. Trotz allem Gemetzels und abgehackter Gliedmaßen steht hier immer die Frage des moralischen Wertes von Vergeltung auf dem Prüfstand. Ist das „Gute“ auch dann gut, wenn es mit denselben Verhalten wie das „Böse“ vorgeht? Der Film, der hier vorliegt mag nicht jedermanns Sache sein, mich dennoch hat er beeindruckt. Allein schon die Massenschlachtszenen(Einer gegen Hunderte) haben mich an den Schwertkampf-Meilenstein „Das Schwert des gelben Tigers“ aus den Shaw-Brothers-Studios erinnert. Nur ist alles viel perfekter inszeniert und moderner umgesetzt. Dennoch ist die Leistung der Darsteller, die schauspielerisch genauso punkten können wie in athletischer Hinsicht, beachtenswert. Miike schont seine Schauspieler nicht, dass sieht man auch diesem Film an.
So mancher Erschöpfungszustand scheint nicht nur „gespielt“ zu sein. Der Film bringt also alles mit was gute Unterhaltung im Kintopp ausmacht, hat jedoch aufgrund seiner manchmal nicht vorhandenen Logik auch seine Schwächen. In erster Linie ist aber die Filmlänge zu beanstanden. Mir ist es so erschienen, als ob manche Fights, bzw. Gegner nur als Füllmaterial herhalten mussten, um die Länge des Gesamtwerks zu erweitern. Einiges erscheint einfach nur unnötig. Ich kann und will hier aber nicht spoilern, und so soll sich der geneigte Zuschauer selber ein Bild machen, was ich meine. Alles in Allem aber mal wieder ein gelungenes Werk, des „Vielfilmers“ Takashi Miike, der laut einiger Filmdatenbanken schon mehr als hundert Filme, teilweise verbrochen hat. Hier kann sich aber so mancher amerikanischer "Actioner" noch eine Scheibe abschneiden.
Die Ausstattung der vorliegenden BluRay lässt Des Weiteren keine Wünsche offen, und entspricht der Norm.

Fazit

Unterhaltsame, aber dennoch anspruchsvolle Manga-Verfilmung, die nicht nur ein junges Publikum begeistern kann. Rasant und actionreich inszeniert garantiert der Film, mit einigen wenigen Abstrichen, einen gelungenen Heimkinoabend