Fantasy
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The Tale of the Wedding Rings

The Tale of the Wedding Rings 1

Comic - Fantasy |Autoren: maybe
Bewertung: ★★★★

The Tale of the Wedding Rings ist der zweite Titel mit dem Prädikat "sexy Comedy" an dem ich mich versuchte. Das eigentliche Genre der Serie ist jedoch eindeutig Fantasy und auch wenn einen der Name an eine teilweise Adaption eines ganz großen Klassikers denken lässt, bestreitet das unter dem Pseudonym maybe auftretende Künstlerduo einen solchen Zusammenhang. Ich dachte nach der Lektüre einer Leseprobe an eine ganz andere Vorlage und die Hoffnung darauf, dass mehr als nur Ecchi-Slapstick geboten wird, ließ mich zum Auftaktband - in Japan sind bislang sechs Bände erschienen - greifen.

Handlung

Sato und Hime sind der Inbegriff einer Sandkastenfreundschaft und so fällt es dem Jungen schwer, seiner Angebeteten die im Laufe der Jahre hochgekommenen Gefühle für sie zu gestehen. Als er sich aller Zweifel zum Trotz dann endlich aufrafft und all seinen Mut zusammennimmt, erzählt ihm Hime, dass sie mit ihrem Großvater umziehen wird und sich von ihm verabschieden muss.

Was Sato nicht weiß, Hime ist die Prinzessin des fantastischen Reiches Nokanatica und dazu bestimmt den Ringkönig zu ehelichen. Als er ihr folgt landet Sato in einer Welt, die einem Fantasyroman entsprungen scheint. Seine Ankunft dort bringt die lange im voraus geplanten Ereignisse jedoch durcheinander und so findet er sich plötzlich in der Rolle eines Weltenretters wieder, der sich mit für ihn bislang unvorstellbaren Gefahren konfrontiert sieht.

Bewertung

Es gibt den ein oder anderen Vergleich mit Werken der Fantasyliteratur, wobei speziell der mit dem Herrn der Ringe nur rudimentär zutrifft. Mich erinnerte das Setting viel mehr an die hierzulande leider nicht veröffentlichte DC-Serie Sword of Sorcery, die ich auch schon für Geek Whisper besprechen durfte. Ein Mädchen adliger Abstammung wird von einer Parallelwelt in die unsere gebracht um hier sicher aufzuwachsen und eines Tages in ihre Heimat zurückzukehren und diese vor dunklen Mächten zu schützen. Dabei ist der König des Abyssus so etwas wie der Sauron dieser Geschichte. Vor langer Zeit besiegte ihn der Ringkönig mittels der Macht von fünf Ringen und verbannte ihn. Doch nun gewinnt das Böse erneut an Kraft und ein neuer Ringkönig muss die Ringe der Macht vereinen um ihn erneut besiegen zu können. Wie diese Vereinigung aussieht will ich nicht verraten, das Genre Harem findet aber so Eingang in die Serie.

In diesem Auftaktband wird die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren aufgebaut und ohne allzu große Peinlichkeiten weiterentwickelt. Anzüglichkeiten finden sich überwiegend außerhalb der eigentlichen Geschichte und das ist gut so. Die noch übersichtliche Rahmenhandlung steht ebenfalls und wirkt etwas generisch. Ob sich das im Serienverlauf noch ändert oder der Hintergrund lediglich die Bühne für die bislang noch sparsam eingesetzte sexy Comedy ist, bleibt abzuwarten.

Die Zeichnungen gefallen mir gut, sind etwas "hart" geraten und sparen bei den Hintergründen gerne mal an den Details. Der Fokus liegt auf den Charakteren und deren Interaktionen. Expliziter als auf dem Cover wird es eher selten.

Im redaktionellen Teil gibt es neben einer Vorschau auf die Fortsetzung ein Nachwort der Künstler und zwei Lexikonseiten. Wäre toll, wenn insbesondere Letzteres fortgesetzt würde. Für Shopbesucher gab es eine Ausgabe zum Gratis Comic Tag 2018.

Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Kazé Manga.

Fazit

The Tale of the Wedding Rings ist für mich ein interessanter Serienneustart, der das Genre allerdings nicht neu erfindet - so das überhaupt möglich ist. In seiner Schlichtheit unterhält der Manga bis hierhin angenehm und verzichtet dabei auf unnötige Ecchi-Sequenzen. Fantasy-affinen Lesern würde ich daher raten einmal einen Blick zu riskieren.