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Hel'Blar 1 - Die Jäger der Draugar

Hel'Blar 1 - Die Jäger der Draugar

Comic - Fantasy |Autor: Alex Sierra, Zeichner: Sergio A. Sierra
Bewertung:★★★★★

Die Brüder Alex und Sergio A. Sierra waren mir bislang kein Begriff, so dass mir das Halbjahresprogramm des All Verlages ein wenig auf die Sprünge helfen musste. Mit dem auf zwei Bände angelegten Hel'Blar wird dort die zweite Kooperation der Spanier veröffentlicht, die einen Genremix aus Wikinger-Horror darstellt. Wer dabei - wie ich - unwillkürlich an den 13. Krieger denken muss liegt meines Erachtens völlig richtig obwohl die Künstler andere Inspirationsquellen, insbesondere Musik und Computerspiele, nennen. Mich sprachen der Genremix und die Zeichnungen an und so griff ich ohne lange zu überlegen zu.

Handlung

Als die Wikinger von Lagarvik von einem erfolgreichen Raubzug zurückkehren finden sie ihr Dorf verheert vor. Zwischen schrecklich zugerichteten Leichen bewegt sich ein Wiedergänger und die Überlebenden berichten von den Draugar, untoten Kriegern der nordischen Saga. Diese kamen mit ihren Wölfen ins Dorf, schlachteten die Bewohner regelrecht ab und entführten die Kinder.

Dreizehn Krieger unter der Führung des Jarl Harek brechen auf um den unheimlichen Angreifern zu folgen und ihnen ihre Beute zu entreißen. Doch schon bei der ersten direkten Konfrontation wird den Wikingern klar, dass sie es mit einem Gegner zu tun haben, dessen Kräfte weit über ihre eigenen hinausgehen und die nicht von dieser Welt sind. Wollen sie am Ende siegreich sein müssen sie weit über ihre eigenen Grenzen hinausgehen. Ein Vorhaben, das angesichts massiver Spannungen innerhalb der Gruppe, nicht einfacher wird.

Bewertung

Der eingangs erwähnte Film "Der 13. Krieger" steht bei mir persönlich auf der Liste der Filme, die ich immer wieder gucken kann ohne dass sie mich langweilen. Hel' Blar weist zu diesem viele Parallelen auf, geht dabei aber deutlich stärker in Richtung Fantasy. Die Draugar werden als eine Mischung aus Nazgûl und Vampiren dargestellt, die ihre magischen Fähigkeiten und Kräfte aus dem Blut ihrer menschlichen Opfer beziehen. Die Antwort auf die Frage danach, warum sie die entführten Kinder verschonen wird gegen Ende des Bandes angedeutet. Diese Frage stellen sich die Protagonisten angesichts der ihnen begegnenden Gräuel nämlich auch.

So simpel die Story an sich bislang gestrickt ist, verstehen es die Brüder durch die Spannungen innerhalb der Gruppe abseits des roten Fadens interessante Handlungsstränge einzuflechten. Da gibt es Machtspielchen und Intrigen um die Herrschaft über den Clan, einen von allen misstrauisch beäugten Seher, der Botschaften der Götter erhält und berichtet, dass sich die Geschehnisse wie ein Fluch gegen den Jarl richten und die ein oder andere Frau, die die Männer antreibt. Denkbar schlechte Voraussetzungen also um eine schwierige Aufgabe anzugehen, die ein außerordentliches Maß an Zusammenarbeit erfordert.

Das Ganze wird optisch gekonnt in Szene gesetzt. An der eher blassen Farbgebung gefällt mir, dass die den Leser angesichts winterlicher Landschaften ordentlich mitfrösteln lässt und diese Wirkung somit nicht allein der Darstellung der Untoten überlässt. Die Actionsequenzen weisen einen sehr dynamischen Strich auf und verleihen der Geschichte ordentlich Tempo.

Sammler sollten nach der auf 111 Exemplare limitierten Vorzugsausgabe Ausschau halten. Die ist mit € 39,80 zwar nicht wirklich billig, kommt allerdings mit einem signiertem Ex-libris (All Verlag-Standard) und Variantcover daher. Die Normalausgabe kostet nicht zu beanstandende € 15,80. Für das Rezensionsexemplar geht ein herzliches Dankeschön an den All Verlag.

Fazit

Hel'Blar hat mich inhaltlich wie optisch überzeugen können und sollte jeden ansprechen, der mit historisch-mystischen Geschichten etwas anzufangen weiß. Die Ausstattung des Bandes lässt ebenfalls keine Wünsche offen und erfüllt die hierzulande gesetzten hohen Standards. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.