Drama
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Der Mann aus dem Eis

Der Mann aus dem Eis

Filme - Drama | Von: Felix Randau; mit: Jürgen Vogel
Bewertung: ★★★★★

Ötzi – die Mumie aus den Alpen wurde Anfang der Neunziger entdeckt. 2007 – 16 Jahre nachdem Ötzi gefunden wurde – ist ein Artikel in eine Fachzeitschrift für Archäologie erschienen, der seine Geschichte rekonstruierte. Genau ein Jahrzehnt später hat sich Regisseur und Drehbuchautor Felix Randau seine eigene Geschichte um den „Mann aus dem Eis“ ausgedacht.

Handlung

Die Alpen während der Jungsteinzeit ca. 3.300 v.Chr. Kelab ist der Häuptling und religiöse Führer einer kleinen Gemeinschaft. Als er eines Tages sich auf der Jagd befindet, überfallen drei Männer sein Dorf, ermorden die Männer, Frauen und Kinder und stehlen den „Tineka“ – eine Holzschatulle mit mysteriösem Inhalt – das Heiligtum der kleinen Gemeinschaft. Kelab macht sich mit einem Baby, das als einziger das Massaker überlebt hat, auf die Suche nach den Mördern. So beginnt ein Rachefeldzug in den Alpen.

Trailer

Bewertung

„Der Mann aus dem Eis“ ist ein seltsamer Film, was aber keineswegs als etwas Negatives aufgefasst werden sollte. Der Film kommt fast ohne Sprache aus, vielmehr verläuft die Kommunikation nonverbal über Körpersprache, Schreie oder Laute. Wenn aber gesprochen wird, ist die Sprache unverständlich. Denn für seinen Film wählte Randau die rekonstruierte rätische Sprache aus der Steinzeit. Diese verleiht dem Film etwas Neues, da der Zuschauer seine ganze Aufmerksamkeit auf den Film lenken muss um die Körpersprache und Mimik der Figuren zu lesen und somit die Handlung zu verstehen. Dennoch funktioniert dies – selbst wenn man die ganze Zeit darauf achtet – nicht immer. Denn zumindest mir blieben die Motivationen vieler Figuren schleierhaft. Vor allem der Grund, warum die drei Mörder den beschwerlichen Weg auf sich genommen haben, von der einen zur anderen Seite der Alpen zu gelangen, nur um das kleine Dorf zu überfallen, konnte ich mir nicht erschließen.
Doch obwohl die Nebenfiguren und ihre Motive etwas blass bleiben muss man an dieser Stelle die Figur Kelab besonders hervorheben. Jürgen Vogel spielt den von Rache getriebenen Mann mit einer Inbrunst und Wut, dass man überhaupt keine Sprache braucht, um ihn zu verstehen. Auch die gewaltigen Naturaufnahmen machen „Der Mann aus dem Eis“ sehenswert. Die Vielseitigkeit der Alpen: Die steinige Landschaft des Tals mit seinen Flüssen und Wäldern, die Wasserfälle und Höhlen, aber auch die eisigen Gipfel voller Schnee und Gletschern. Und alles so einsam und verlassen, dass die kleinen Menschen darauf sehr verloren und fehl am Platz wirken.

Fazit

„Der Mann aus dem Eis“ ist nicht für jeden ein Filmgenuss. Die fehlende Sprache macht es einem schwer, die Figuren und deren Motivationen zu verstehen und an der einen oder anderen Stelle wirkt der Film vielleicht eben dadurch ein bisschen in die Länge gezogen. Dennoch sollte man ihn gesehen haben, wenn auch nur um in den schönen Alpenaufnahmen zu versinken.