Drama
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Der Himmel über Berlin

Der Himmel über Berlin

Filme - Drama | mit: Otto Sander (Darsteller), Peter Falk (Darsteller), Bruno Ganz (Darsteller) und Wim Wenders (Regisseur)
Bewertung: ★★★★★

Der Film „Der Himmel über Berlin“ ist bereits im Jahr 1987 erschienen und gilt noch heute als glanzvolles Meisterstück. Zur Berlinale 2018 spendierte man den Cineasten eine neue 4K-Fassung des bildgewaltigen Epos. Am 17. Mai des selben Jahres war es dann soweit, der Verleih „Studiocanal“ veröffentlichte für die Heimkinofans unter dem Label „Arthaus“ die 4K-Restaurierung in den Läden. Was besonders toll ist und an dieser Stelle noch einmal von mir hervorgehoben werden soll, ist die Preispolitik, denn mit einem Startpreis von „nur“ 14,99 EUR wählte man einen moderaten Einstieg, sodass die Gebühr mit Sicherheit kein Abschreckungsgrund ist. Dass sich der Streifen lohnt, liegt auf der Hand, was zahlreiche namenhafte Kritiker beurkunden. Und selbst Hollywood hat sich zumindest der Thematik von „Der Himmel über Berlin“ mit „Stadt der Engel“ (Nicolas Cage und Meg Ryan) angenommen.

Handlung

Die beiden Engel Damiel und Cassiel wandeln auf irdischen Wegen. Sie können nicht von den Menschen gesehen werden, noch können sie direkt mit ihnen sprechen. Doch sie hören genau hin, wenn es Probleme gibt und flüstern den Hilflosen und Niedergeschlagenen Mut zu. Damit spenden sie ihnen neuen Lebensmut. Damiel ist aber auch auf der Suche nach menschlichen Gefühlen. Er möchte Gefühle spüren, wie zum Beispiel Sehnsucht und Leidenschaft. Als er sich in die Trapezkünstlerin Marion verliebt, wird in ihm der Wunsch geweckt, seine Unsterblichkeit aufzugeben.

Trailer

Bewertung

Es soll Leute geben, an dieser Stelle ist das „Rolling Stones“ Magazin genannt, die halten „Der Himmel über Berlin“ für einen überschätzten Film. Vielleicht mag das auch sein, wenn man sich nur die Handlung zu Gemüte führt. Was jedoch überzeugt ist das Gesamtpaket. Gemeint sind damit die visuellen Eindrücke, die sehr ausdrucksstark ein verzehrtes Weltbild wiedergeben. Der zweite Weltkrieg und der kalte Krieg, beide Epochen haben Berlin geprägt, wie keine andere Stadt auf der Welt, sind erschütternde Einschnitte in die neue Welt. Der Zuschauer muss kräftig schlucken, als Opfer von Bombenangriffen gezeigt werden, auf den Straßen, die heute von Autos befahren werden und dessen Fassanden mit belanglosen Graffitis beschmutzt sind.

Der Film ist überwiegend in schwarz/weiß gedreht. Erst das irdische Leben haucht der Produktion die notwendige Farbe ein und das ist wortwörtlich gemeint. Ein guter Kontrast, der gleichsam gewollt war, wie auch in sich stimmig ist. Bruno Ganz („Der Untergang“) ist der richtige Mann für den Engel Damiel. Zunächst ist er der schweigende Wohltäter, der Retter der Hoffnungslosen, doch berührt durch den Anmut einer Frau möchte er das für sich gewinnen, was uns Menschen ausmacht: Gefühle. Er möchte das Leben schmecken mit all seinen Höhen und Tiefen, denn genau das macht das Menschsein aus.

Die melancholischen Einflüsse überwiegen jedoch und geben der Produktion einen erwachsenen Look, der mehr und mehr zum Nachdenken einlädt. Schreckliche Gedanken voller Hoffnungslosigkeit werden nur noch von deftigen Bildern übertroffen. Ein Gang über den geteilten Potsdamer Platz, vor dem Krieg war er der größte Knotenpunkt Europas, wirkte nicht nur trostlos, sondern zeigte den Wahnsinn, die böse Seite der Menschen.

Fazit

„Der Himmel über Berlin“ ist ein strahlendes Meisterwerk, obwohl es deftige und eindringliche Bilder serviert. Dennoch bleibt die Menschlichkeit im Fokus.