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Katanga Bd. 1: Diamanten

Katanga Bd. 1: Diamanten

Comic - Thriller | Autor: Fabien Nury | Zeichner: Sylvain Vallee
Bewertung: ★★★★★

Mit dem Comic „Katanga“ beginnt der Splitter Verlag eine Reihe die unterhaltsam, brutal, sexy und sehr politisch ist. Im Supermarkt würde man wohl von einem Knallerangebot sprechen. Die Handlung hält was sie verspricht und Autor Fabien Nury sowie Zeichner Sylvain Vallee verbinden ganz ungewollt die Vergangenheit mit der Gegenwart.

Handlung

Es ist so weit. Am 30. Juni 1960 sagt die Republik Kongo sich vom Königreich Belgien los. Doch die Unabhängigkeit ist gefährdet. Durch die innere Zerrissenheit wird ein großer Knall erwartet und so ist es auch kein Wunder, dass Wochen nach der Eigenständigkeit die Provinz Katanga ihre eigene Unabhängigkeit ausruft. Dadurch entsteht ein Konflikt, der sehr blutig ausgetragen wird.

Die UNO schaltet sich ein und entsendet Truppen, damit die Lage nicht vollkommen außer Kontrolle gerät. Nebenbei bauen die Machthaber von Katanga eine eigene Söldnertruppe auf, um die besetzten Mienen zu befreien. Ganz zufällig fällt Charlie, ein Butler und Fahrer, ein Koffer voller Diamanten in die Hände. Mit dieser Beute gerät er auf die Fahndungsliste…

Bewertung

Die Geschichte vom Kongo ist nicht jedem bekannt und auch ich muss zugeben, dass ich von den Geschehnissen keine Ahnung habe. Von Afrika weiß der Ottonormalverbraucher – und wie gesagt, ich schließe mich da nicht aus – wenig. Umso erfreulicher ist es, dass wichtige Themen einem näher gebracht werden. Mit dem Comic „Katanga“ passiert genau das, obwohl man immer im Auge behalten muss, dass es auf wahre Begebenheiten aufbaut, jedoch zum Großteil eine fiktive Geschichte ist. Dennoch weckt der Panelzauber die Neugierde beim Leser, sich weiter mit der Thematik zu beschäftigen.

Das liegt daran, dass der Comic sehr spannend ist. Ein gut aufgelegter Thriller, der alle Facetten breit hält. Ein Wirtschafts- und Politikkomplott im Hintergrund, Söldner an der Front und einen Bürgerkrieg, der für reichlich Chaos sorgt. Normalerweise ist der Stoff ausreichend für eine Handlung. Doch Autor Fabien Nury heizt mit einer Diamanten-Jagd noch einmal die Spannung an, sodass man den ersten Band nicht mehr aus der Hand legen kann.

Darüber hinaus sind viele brutalen Szenen zu sehen, in denen in bester Horrorfilm-Manier reichlich Blut spritzt. Selbst Kannibalismus kommt auf die Tagesordnung und entsetzt den Leser. Selten hat ein Comic in der Deftigkeit gezeigt, was der Bürgerkrieg im Kongo für dreckige Spuren hinterlassen hat.

Neben dem Rassenhass, der bei den vielen ethnischen Bevölkerungsschichten scheinbar alternativlos ist, setzt „Katanga“ in Punkto Ekelhaftigkeit die Krone auf, zumindest auf die Moralebene bezogen. Darüber hinaus kommt das weibliche Geschlecht nicht gut weg. Die lieben Frauen werden nämlich zunächst als Sklaven verkauft und im weiteren Verlauf sind sie lediglich Objekte für Männer.

Zeichner Sylvain Vallee sorgt mit seiner Darstellung für die optischen Schockmomente. An einigen Stellen stockt einem der Atem und ich habe mich dabei erwischt, dass ich mit weit offenen Augen vor den Zeichnungen saß und dachte: WOW! Krass!

Fazit

Der Comic „Katanga“ hat mich mit seiner Intensität positiv überrascht und die Vielschichtigkeit zahlt sich aus. Ich freue mich auf die zweite Ausgabe!