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Gleipnir 2

Gleipnir 2

Comic - Science Fiction | Autor/Zeichner: Sun Takeda
Bewertung: ★★★★

Bei Egmont Manga startete in diesem Jahr mit Gleipnir eine neue Serie des Mangaka Sun Takeda, der hierzulande wohl noch nicht veröffentlicht wurde. Hauptpersonen sind der schüchterne Schüler Shuichi, der zu einer Art Wer-Kuscheltier geworden ist, und das mit leicht suizidalen Tendenzen „gesegnete“ Mädchen Claire. Als die beiden zusammenkommen um dem Geheimnis, das sie verbindet auf die Spur zu kommen, ergibt dies eine brandgefährliche Mischung und sie werden in Vorgänge hineingezogen, die sich ihrem bisherigen Erfahrungshorizont entziehen. Mir lag zur Rezension der zweite Band der SF-Horror-Serie vor.

Handlung

Im ersten Band rettete Shuichi Claire vor dem Freitod und fortan beschlossen beide dem Geheimnis um Shuichis Verwandlungen, die mit mysteriösen Münzen in Verbindung zu stehen scheinen, auf den Grund zu gehen. Dazu begeben sie sich auf die Suche nach Claires älterer Schwester. Die kann sich ebenfalls verwandeln und tötete einst Claires und ihre Eltern.

Dabei kommen ihnen Shuichis neue Kräfte zugute und viel schneller als gedacht machen sie die Gesuchte ausfindig. Die Begegnung mit Claires Schwester, die sehr viel stärker als Shuichi ist, verläuft jedoch völlig anders als erwartet. Sie selbst will für die Verwandlung des Jungen gesorgt haben und verweist auf einen Fremden, der hinter allem stecken soll. Als das Duo diesen aufsucht macht der ihnen ein Angebot, das ebenso gefährlich wie verlockend klingt…

Bewertung

Ein Junge, der sich in ein monströses Kuscheltier verwandeln kann (der Anblick ist in der Tat recht gruselig) und ein psychisch zumindest auffälliges und manipulatives Mädchen, das dessen Kräfte hemmungslos für eigene höchst fragwürdige Zwecke gebrauchen will; das waren die mir bekannten Zutaten als ich entschied in die Serie reinzulesen.

Nach den ersten beiden Bänden zeichnet sich ab, dass es am Handlungsort eine außerirdische Macht gibt, der es gefällt die Bewohner ihres Wirkungskreises für ihre Zwecke einzuspannen. Als Gegenleistung sollen diese Kräfte erhalten, die ihre Vorstellungskraft übersteigen. Wem würde das nicht grundsätzlich gefallen?

Damit wären wir aber auch bei dem Part angelangt, der für manch einen der blanke Horror sein mag. Psychisch labile Teenager mit nahezu unbegrenzten Kräften (da macht es mitunter nichts aus, wenn der Kopf etwas losgelöst vom Rest des Körpers agiert) sind ein kaum beherrschbares Bedrohungspotenzial, das durch den Umstand, dass die solcherart Gesegneten auch gerne aufeinander losgehen, nicht nennenswert begrenzt wird.

Der Serienname wird wohl nicht ohne Bedacht gewählt worden sein. Zwar habe ich keine Idee, wie der besonders starke Faden der nordischen Sage, der einst den Götterwolf festhielt, dazu passen soll. Die Übersetzung mit „Verschlinger“ kann man allerdings sehr unterschiedlich verstehen. Ob es diese Feinheiten im Japanischen ebenfalls gibt, kann ich nicht sagen. Vielleicht hat da auch der Übersetzer einfach einen interessanten Job gemacht.

Optisch gefällt mir die Serie gut. Die Leseempfehlung ab 16 resultiert allerdings nicht nur aus dem Horrorfaktor sondern dürfte eher im aggressiv-freizügigen Auftreten Claires begründet sein.

Diesem zweiten Band ist eine Posterkarte mit Claire beigefügt. Das soll wohl der Standard auch für Folgebände, in Japan erschien gerade der fünfte Band, sein. Ausschau sollte man auch nach dem ersten Band halten. Der hat einen sehr speziellen Schutzumschlag. Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Egmont Manga.

Fazit

Gleipnir ist ein SF-Horror-Hybrid, der bereits in den ersten beiden Bände einige Wendungen mit sich brachte und gegen Ende von Band zwei zumindest andeutet, was den Leser künftig erwartet. Entfesselte Teenager, die aufeinander losgehen um ein fragwürdiges „Spiel“ für sich zu entscheiden. Viele verschiedene Stilelemente werden durchaus gekonnt miteinander vermischt und irgendwie dürfte fast jeder etwas finden, das ihn an Gleipnir anspricht. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung.