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Ab Irato

Ab Irato

Science-Fiction | von Thierry Labrosse

Bewertung: ★★★★★

„Ab Irato“ bedeutet übersetzt: im Zorn reagieren. Aus diesem Leitsatz resultiert eine fulminate Action. Hinzu kommen eine dichte Atmosphäre und ein Unterdrückungskampf. Thierry Labrosse vermischt gekonnt unterschiedliche Einflüsse zu einem aussagekräftigen Gesamtwerk.

Handlung

Im Jahr 2111 sieht die Welt anders aus. Das Wasser ist gekommen, eine Naturkatastrophe vor der Forscher schon länger gewarnt haben. Die Menschen haben ihren Planeten zerstört. Aber es gibt Zufluchtsorte: enge, schäbige Städte. In diesen gibt es gerade einen Aufstand gegen einen großen Konzern, der mit einem Impfstoff ein langes Leben verspricht. Um diesen zu bekommen, benötigt man aber das nötige Kleingeld. Daher können sich viele das Medikament nicht leisten. In diesen Hexenkessel reist Riel, um sein persönliches Glück zu finden. Er konnte noch nicht ahnen, dass er mitten zwischen die Fronten gerät.

Bewertung

Ab Irato“ ist das neuste Werk von der Allzweckwaffe Thierry Labrosse. Labrosse begann seine Zeichenkarriere ohne jemals einen Kurs belegt zu haben. Mit gerade einmal 19 Jahren bekam er seine ersten Aufträge, ehe er mit 25 zu den festen Größen der kanadischen Werbeindustrie gehörte. Nach ein paar Ausflügen in den Trickfilm-Bereich arbeitete er im Hagr 1996 an seinem ersten Comic „Bug Hunters“. Im Anschluss folgte die Serie „Morea“ die im Übrigen ebenfalls beim Splitter Verlag erschienen ist.

Der vorliegende Comic zeigt eine zerstörte Welt. Es scheint eine große Katastrophe gegeben zu haben, auf die aber nicht näher eingegangen wird. Die Bewohner leiden zudem sehr unter den Mächtigen und Reichen. Die aufkommende soziologische Kritik liegt wie ein Schleier über der kompletten Ausgabe. Parallelen zu der heutigen Welt, in der jetzt schon wenige ganz viel besitzen, sind nicht von der Hand zu weisen. Gerade der teure Impfstoff, den sich nur die Vermögenden leisten können, steht als Symbol für den Kapitalismus. Das auch Polizisten das Serum bekommen, dient nur zur Erhaltung der Macht. So ist gewährleistet, dass die Diener alles für den Endsieg geben…

Dazu wird eine Priese Science Fiction hinzu gemischt. Eigentlich logisch, wenn die Handlung im Jahr 2111 spielt. Doch zu erwähnen ist es, da eine der Hauptfiguren übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Woher diese kommen, wird natürlich nicht verraten. Sie nimmt den Status eines „Auserwählten“ an, Skywalker lässt grüßen… Sie ist aber nicht Dreh und Angelpunkt der Geschichte, dafür ist die Handlung zu breit gefächert, aber dennoch ist sie ein wichtiger Baustein in der Entwicklung. Der Wechsel zu den anderen Protagonisten ist fließend. Labrosse hat einige Charaktere eingebaut, die alle durch eine Hintergrundgeschichte dreidimensional wirken. Sie erwachen regelrecht zum Leben und der Leser kann bestens mit ihnen mitfiebern. Die Action rundet den Plot ab. Es gibt reichlich Kämpfe, Verfolgungsszenen, große Schlachten mit Panzern oder gute alte Schießereien zu sehen.

Die Zeichnungen von Thierry Labrosse können sich eindeutig sehen lassen. Sie stellen gut die Emotionen da. Das ist gar nicht so einfach in einer trostlosen, heruntergekommenen Großstadt, in der die Menschen zusammengepfercht auf engsten Raum leben. Die Farbgebung ist im Grundtenor stets dunkel gehalten, was durchaus dem Anlass entsprechend ist. Doch je nach Situation wechselt das Licht und fängt die jeweilige Stimmung ein.

Fazit

„Ab Irato“ hat alles: soziologische Kritik, Action, gute Protagonisten, Spannung, Gewalt, Emotionen und eine Rebellion. Abgerundet wird die gute Gesamtausgabe mit tollen Zeichnungen.

Autor: Andy

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