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The Promised Neverland 1

The Promised Neverland 1

Comic - Mystery |Autor: Kaiu Shirai, Zeichner: Posuka Demizu
Bewertung: ★★★★★

Es hat mehr als eine zufällige Begegnung gebraucht bevor mein Interesse an The Promised Neverland geweckt wurde. Tatsächlich hatte ich über den Titel immer wieder hinweg geschaut. Das idyllische Cover sprach mich in Verbindung mit der Mystery-Thematik nicht zwingend an und so fand ich viele andere Serienstarts deutlich interessanter. Das änderte sich nach der Lektüre einer Leseprobe, die dem Titel, der als düsteres Mystery-Spektakel für Leser ab 15 Jahren empfohlen wird, eine deutliche Horror-Schlagseite verpasste. Den zweiten Blick auf die Serie wollte ich daher etwas ausführlicher gestalten und besorgte mir den Auftaktband.

Handlung

Emma, Norman und Ray wachsen gemeinsam mit vielen jüngeren Kindern im Grace Field House einem Heim für Waisen auf. Abgeschottet von der Umwelt ist die Betreuerin Isabella, die die Kinder „Mama“ nennen, deren einzige Bezugsperson.

Den Alltag erleben die Kinder völlig unbeschwert mit reichlich Spielzeiten auf dem Gelände des Waisenhauses. Dabei beachten sie strikt die gesetzten Grenzen, die ihnen beispielsweise das Betreten des umliegenden Waldes untersagen. Das Erlernte wird in täglichen Tests abgefragt, die ein recht hohes Bildungsniveau abverlangen.

Ab und an wird eines der Kinder adoptiert und über das Tor, das zu betreten den Kindern ebenfalls verboten ist, seinen neuen Eltern übergeben. So wird es den Waisen jedenfalls erzählt. Als eines Tages eines der adoptierten Kinder sein Kuscheltier vergisst, folgen ihm Emma und Norman. Als sie das Tor erreichen werden sie dort Zeugen von Vorgängen, die alles was sie bislang über ihr Heim zu wissen glaubten auf schreckliche Art und Weise auf den Kopf stellen.

Bewertung

Die Geschichte braucht gar nicht lange um in die Vollen zu gehen. Nach einer kurzen Einführung wird schnell klar, dass das was die Kinder bislang über ihr Leben zu wissen glaubten nicht stimmt und das Mysterium um ihr Waisenhaus ein für sie tödliches ist. Als sie dies erkennen geht es darum, wie sie ihrem Gefängnis an „Mama“ vorbei entkommen können.

Am Ende dieses Auftaktbandes fühlte ich mich ein wenig an „Alles was wir geben mussten“ erinnert, wobei es wohl nicht so ist, dass die Waisen als Ersatzteillager für ihre Originale dienen müssen. Das, was sich als „Verwendungszweck“ für sie andeutet, ist allerdings eine vergleichbare Ungeheuerlichkeit. Und was sich hinter der Tifary-Zeremonie steckt, für die nur ganz besondere Kinder geeignet sind, wird wohl über einen Festschmaus hinausgehen.

Was mich ein wenig nervte sind die Klugschieter-Sequenzen, die mich eigentlich bei jedem Detektiv-Manga stören. Da geht es mir weniger darum, dass die Charaktere sich Zusammenhänge logisch erschließen sondern mehr um die Art wie dies von ihnen präsentiert wird.

Die Zeichnungen gefallen mir ganz gut, allein die Darstellung der Münder finde ich etwas gewöhnungsbedürftig. Die Zahnreihen machen auf mich irgendwie immer den Eindruck, dass es sich um Vampire handelt.

Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen will, sollte zur Vorschau greifen. Der Band selber überrascht mit einem Prägedruck des Titels. An Carlsen Manga geht ein Dankeschön für das Rezensionsexemplar.

Fazit

The Promised Neverland 1 hält, was die Werbung mit dem Begriff „düsteres Mystery-Spektakel“ verspricht. Ich kann eigentlich keinen echten Schwachpunkt benennen und halte die Serie auch für eher weniger manga-affine Leser geeignet. Wenn man so will eine ideale Gelegenheit sich an dieser Spielart der neunten Kunst einmal zu versuchen.

Von mir gibt es daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.