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Silver Surfer Megaband: Was Surfer wollen

Silver Surfer Megaband: Was Surfer wollen

Comic - Marvel | Autor: Dan Slott, Zeichner: Michael Allred
Bewertung: ★★★★★

Unter Autor Dan Slott und unter Mitwirkung seines kongenialen Partners Michael Allred avancierte der Silver Surfer zu einem Marvel-Highlight ganz spezieller Art und gilt mit Fug und Recht als eine echte Perle. Die US-Hefte bis zum Marvel-Event Secret Wars erschienen in drei Sonderbänden bei Panini und wurden von Fans und Kritik zurecht gefeiert. Der Abschluss des Runs kommt nun komplett in einem 14 US-Hefte umfassenden Megaband, der nahtlos an die Vorgänger anschließt und deren Klasse zumindest halten kann.

Handlung

Norrin Radd und Dawn Greenwood kehren nach langer Zeit auf die Erde zurück und haben dort einiges nachzuholen. Dawns Familie hat die Nachfeiern zu Helloween, Thanksgiving, Weihnachten und diversen anderen Festen bereits organisiert. Aber die Feierlaune hält nicht lange an, denn die Hordax erscheinen und stehlen der Menschheit ihre Kultur. Wie sich herausstellt, wollten sie diese nur bewahren. Wovor erfährt die Menschheit schnell. Eine längst verloren geglaubte Person taucht auf und mit ihr wird der eigentliche Gegner vorstellig. Nur mit einem unfassbar großen Opfer kann der Silver Surfer diesen Feind abwehren.

Als Retter der Erde fühlen sich Norrin und Dawn aber nicht lange wohl und so brechen sie erneut zu einer fantastischen Reise ins Weltall auf. In deren Verlauf erleben sie unglaubliche Abenteuer und treffen eines Tages auf den ehemaligen und stark veränderten Herrn des Surfers. Der hat – wie aktuelle Marvelleser vielleicht wissen – eine gänzlich neue Funktion inne und verlängert gemeinsam mit dem Surfer und Dawn die Lebensdauer des Universums.

Es folgen die Grenzen von Raum, Zeit und gar Universen sprengende Reisen bevor die Serie zu einem hoch emotionalen Ende gelangt.

Bewertung

Als seinerzeit der erste Sonderband mit dem Auftakt des Slott-Runs erschien, war ich sehr skeptisch. Popart ist keine Kunstform, der ich sonderlich viel abgewinnen kann und die Art abstruser Geschichten, die ich erwartete, funktioniert für mich auch nicht in jedem Fall. Die Herren Slott und Allred belehrten mich aber schnell eines Besseren und ich bereue es bis heute nicht trotz überwiegender Marvelabstinenz neben dem Punisher auch noch dem Surfer treu geblieben zu sein. Entsprechend hoch war meine Erwartungshaltung an diesen Megaband.

Die hier versammelten Geschichten sind eine perfekte Mischung aus herrlich skurrilen, fantasievollen und auf dem Fundament eines stark ausgeprägten Humanismus basierender Geschichten, die unterhalten, zum Nachdenken anregen und emotional berühren. Speziell die beiden abschließenden US-Hefte, die den gemeinsamen Weg von Norrin und Dawn zu einem Ende bringen, treiben dem Leser das Wasser in die Augen.

Auf dem Weg dorthin begegnet man Figuren wie Harry, dem Herold … äh … Harald („Wir nennen ihn auf jeden Fall so.“); einem Alien, das nicht nur die erste sondern auch die zweite bis vierte Geige spielt – sehr zum Missfallen von Mephisto; Jumbonoy dem Gigawaltigen oder den Hologrammen von Inkantessa 4. Ebenfalls mit dabei sind alte Bekannte wie Krieger Null, Euphoria, Eternity oder die Never Queen.

Klasse fand ich, wie des Surfers Irritation über das neue Marveluniversum beschrieben wurde. Da ging es ihm wie mir, der ich viele Änderungen der letzten Jahre nur aus dem Forum kenne. Nick Fury Sen. (?) als Beoachter, das Verschwinden der Fantastischen Vier, Peter Parker als Firmenchef im Baxter Building, Galactus als Lebensbringer, etc.

Mehr Tiefe bekommt auch die Beziehung zwischen Norrin und Dawn. So darf der Silver Surfer erfahren, dass es nicht sonderlich hilfreich ist, wenn Frauen nicht alles wissen oder gar das Gefühl haben man verschweige ihnen etwas, speziell Beziehungen zu anderen Frauen. Weiter ausgearbeitet wird auch Dawns Verhältnis zu ihrer Familie, das mit der ein oder anderen Tragik versehen wird.

Die Zeichnungen von Michael Allred passen perfekt zum Garn, das Dan Slott hier spinnt und visualisieren dies in der einzig richtig anmutenden Art und Weise. So wird aus dem Silver Surfer ein wunderbares Gesamtkunstwerk. Und so bedauerlich es auch ist, dass hier der Schlusspunkt gesetzt wird, endet die Serie doch zu einem Zeitpunkt da man sie gerne liest. Und so soll es doch auch sein, gehen, wenn es am schönsten ist. Das ist hier gelungen.

Für das Rezensionsexemplar geht ein herzliches Dankeschön an Panini Deutschland.

Fazit

Der Slott-Run am Silver Surfer ist vermutlich mit das Beste was es von Marvel lange Zeit zu lesen gab. Dan Slott beweist in unvergleichlicher Art, dass er die Figur in einer Weise verstanden hat wie wohl nur wenige Autoren vor ihm. Seine Saga ist ohne Fehl und Tadel und verdient nicht weniger als die Bestnote. Also kauft das! Jetzt!