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Defenders – Ohne Skrupel

Defenders – Ohne Skrupel

Comic - Marvel |Autor: Brian M. Bendis | Zeichner: David Marquez
Bewertung:★★★★

Es sollte ja mittlerweile Serienjunkies und Comicfans weitreichend bekannt sein, dass die Marvel Serien, die auf Netflix laufen, im Allgemeinen einen guten bis sehr guten Zuspruch erhalten. Mit der Serie The Defenders wurden die vier Hauptprotagonisten Luke Cage, Iron Fist, Daredevil und Jessica Jones in einem Crossover gemeinsam in die heimischen Wohnzimmer gebracht. Der aktuell vorliegende Comic bringt genau diese Helden erneut zusammen. Als Fan der Netflix Serien konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen und so sollte dieser Band mein erster Kontakt mit den Defenders innerhalb des Comicformates sein.

Handlung

Zu Beginn sehen wir Jessica Jones, die von einem Mann aufgesucht wird, der sie offensichtlich anheuern möchte. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass es sich dabei um keinen geringeren als Willis Stryker alias Diamondback handelt. Diamondback erzählt, dass Daredevil, Luke Cage und Iron Fist vor kurzer Zeit einen Nachtclub hochgenommen haben, sie das aber lieber hätten sein lassen sollen. Im Anschluss bedroht er Jessica und schießt letzten Endes auf sie. Zeitgleich werden die anderen Mitglieder der Defender ebenfalls angegriffen.

Die Gruppe kommt bei der Night Nurse zusammen um Jessica zu besuchen, die den Anschlag um ein Haar überlebt hat. Auch die anderen Mitglieder konnten dem Tod nur knapp entgehen. Nach einer kurzen Unterredung legen sie schnell ein neues Ziel fest: Diamondback soll aufgespürt und gestoppt werden. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, da Stryker seit seinem Erscheinen Superkräfte zu haben scheint.

Bewertung

Voller Freude hatte ich mich auf den Comic mit den Defenders gestürzt und wurde im Großen und Ganzen nicht enttäuscht. Die Erzählweise ist kurz, knackig und actiongeladen. Die Story macht nur kurze Zwischenpausen, wenn sich das Team bei der Night Nurse im Krankenhaus befindet. Das passiert innerhalb der Geschichte sehr oft. Bei diesem rasantem Erzähltempo und der Action wirkt der Comic sehr kurzweilig und es kommt einem fast schon vor, als würden sich die Protagonisten ständig bei der Night Nurse aufhalten. Im Grunde wird dem Leser hier grundsolides Popcornkino geboten, welches durch ein sehr sympathisches und teilweise durchaus witziges Team punkten kann. Die Dynamik zwischen den Helden stimmt, was der ganzen Sache die nötige Tiefe verleit.

Zur TV Serie sind einige Parallelen zu finden. Allein schon wie die Charaktere von Marquez dargestellt werden, erinnert stark an die Schauspieler der Serie. Als Serienfan fühlt man sich hier sofort zuhause und es kommt einem vor als wüsste man über den aktuellen Status quo Bescheid. An einigen Stellen wurde mir aber klar, dass dem auf jeden Fall nicht so ist. Hier bleibt Bendis den Vorgeschichten der Comicfiguren treu, wenn gezeigt wird, dass beispielsweise Luke Cage und Jessica Jones ein Kind zusammen haben. Wenn man jetzt wie ich, nur die TV Serie gesehen hat und man über die Gegebenheiten hinwegsehen kann, die im Comic anders sind, dann hat man mit dem Band durchaus seinen Spaß und man kann sich bestens unterhalten lassen.

Der Antagonist Diamondback ist natürlich der absolute Klassiker und man hat am Anfang schon so seine Bedenken, ob er dem Team auch gerecht werden kann. Zu Beginn hatte ich erwartet, dass die Defenders mit ihm einfach kurzen Prozess machen. Dem ist aber nicht so und er kann dem Team so einiges entgegenbringen. Die Dialoge mit Black Cat sind sehr cool inszeniert und Stryker wird super charakterisiert. Die Erzählweise wie die Vorgeschichte um Diamondback und Luke Cage erzählt wird, Fand ich sehr schön und lässt mich ein wenig über den echt fiesen Chliffhanger am Schluss hinwegsehen.

Die Zeichnungen von Marquez sind im Großen und Ganzen gut, sehr stimmig und wissen die Geschichte super zu untermalen. Bei einigen Panels war er jedoch etwas daneben, weswegen er nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte.

Fazit

Fans der Netflix Serien kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Geschichte ist actionreich und geht Schlag auf Schlag. Wer also auf solides Popcornkino unterlegt mit klasse Zeichnungen steht, macht hier definitiv nichts falsch.

Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an Panini.