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Daredevil - So finster die Nacht

Daredevil - So finster die Nacht

Comic - Marvel |Autor: Charles Soule | Zeichner: Ron Garney
Bewertung: ★★★★★

In der deutschen Comicszene ist es selbst für einen Neuling wie mich kein Geheimnis, dass es Daredevil hierzulande mit neuen Veröffentlichungen, relativ schwer hat. Ich hatte bisher den Film mit Ben Affleck gesehen, den ich entgegen der allgemeinen Meinung, gar nicht mal so schlecht fand. Die Netflix-Serie habe ich auch mit Begeisterung angesehen. Deswegen hatte ich mich sehr gefreut, als Panini Daredevil - So finster die Nacht angekündigt hat. Demzufolge sollte dieser Comic (abgesehen von kleineren Gastauftritten in anderen Serien) der erste Kontakt mit dem Teufel von Hells Kitchen innerhalb eines Comics für mich sein.

Handlung

Auf den ersten Seiten lernen wir Samuel Chung, oder später auch bekannt als Blindspot, kennen. In was für Umständen er lebt und was in seinem Kopf vor sich geht. Es wird gezeigt, wie sich die Wege zwischen Dardevil und ihm zu ersten Mal kreuzen.

Danach steigen wir mitten in eine Story ein, die in Hong Kong spielt. Matt Murdock nimmt unter einem Decknamen an einem sehr großen Pokerspiel Teil. Dieses Spiel ist jedoch nur eine Fassade für ihn, um an einen bestimmten Aktenkoffer zu gelangen, dessen Inhalt für Matt von großer Bedeutung ist. Unterstützung bekommt er dabei von keinem geringeren als Spider-Man.

Im Anschluss steigen wir in das Leben von Matt Murdock in New York ein. Tagsüber arbeitet er als Bezirksstaatsanwalt und nachts beschützt er als Daredevil die Bewohner von Hells Kitchen vor dem organisierten Verbrechen. Seine Tätigkeit als Daredevil erschwert jedoch seine Arbeit als Anwalt. Und deswegen dauert es nicht lange bis er bei seinen Arbeitgebern in Ungnade fällt.

Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt fängt ein mysteriöser und brutaler Serienkiller an, die Stadt in Schrecken zu versetzen. Diesen Fall kann sich Matt, sowohl als Anwalt als auch als Daredevil natürlich nicht entgehen lassen.

Bewertung

Zu Beginn, während der Story um das Pokerspiel in Hong Kong, musste ich zwangsläufig an James Bond - Casino Royal denken. Hier wird perfekt Stimmung aufgebaut und sehr gut erzählt. Die Hilfe die Matt durch Spidey erhält macht ein lustiges Team Up daraus. Hier wird auch kurz angesprochen, warum keiner mehr Matts echte Identität kennt. (Was für mich als Neuleser eh relativ irrelevant war) Leider führt dieser erste Story-Plot zu keinem richtigen Ergebnis und wird auch nicht weitergeführt. Deswegen ist der erste Teil des Comics für den Rest des Bandes belanglos. Das finde ich wirklich sehr schade. Ist vielleicht aber auch der Veröffentlichungspolitik geschuldet, da wir in diesem Band mit dem achten US-Heft starten. Dementsprechend fehlen in Deutschland vom Soule-Run die ersten Hefte, was für Sammler eventuell nicht so toll sein könnte.

Der restliche Band, der sich um den Antagonisten Muse dreht, ist wie ein guter Krimi geschrieben und hat mir beim Lesen sehr viel Spaß gemacht. Zu Beginn ist Muse noch eine ungezeigte Bedrohung, was sehr förderlich für die Spannung der Story ist. Wenn man ihn dann sieht, wird sofort klar, was für eine kranke Seele sich dahinter verbirgt. Die Stimmung rund um den Serienmörder hat mich sehr begeistert.

Die Dynamik zwischen Daredevil und seinem Sidekick Blindspot wirkt noch etwas neu, hat aber auch das Potential etwas sehr Erfrischendes zu werden. Man merkt direkt, dass Blindspot noch viel zu lernen hat und seine weitere Zukunft bleibt am Ende des Comics ungewiss.

Das Artwork hat mich sehr beeindruckt und ich könnte mir für diese Geschichte keinen besseren Zeichner vorstellen. Ziemlich düster gehalten und mit anderen Farben als Rot und Schwarz wird hier eher sparsam umgegangen.

Fazit

Ein toller Daredevil Band, der bestens für Neueinsteiger geeignet ist und durch eine Story glänzen kann, die spannend und unvorhersehbar erzählt ist. Die Zeichnungen wissen zu gefallen und passen wie die Faust aufs Auge in die Welt des Teufels von Hells Kitchen. Absolute Kaufempfehlung!