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Granblue Fantasy 1

Granblue Fantasy 1

Comic - Fantasy | Autor: Makoto Fugetsu, Zeichner: cocho
Bewertung:★★★★★

Der zweite Fantasytitel des neuen Verlages altraverse, an dem ich mich versuchte, war das auf dem mir unbekannten Smartphonespiel des Entwicklers cygames basierende Granblue Fantasy. Ich erhoffte mir eine gute Story mit womöglich etwas zu stark betonten Rollenspielelementen.

Handlung

Der Junge Gran lebt auf einer Insel und träumt davon einmal die Sterneninsel Estalucia am Ende des Himmels zu erreichen, auf der er seinen verschollenen Vater wiederzufinden hofft.

Eines Tages trifft er mit seinem Drachen Vyrn auf das Mädchen Lyria. Truppen des Imperiums, die Grans Heimat angreifen, sind hinter dem Mädchen her, das über geheimnisvolle Kräfte verfügt mittels derer die Imperialen hoffen die Astralbestien besser beherrschen zu können. Diese sind neben gewaltigen Luftschiffen ein weiteres mächtiges Instrument, dessen sich das Imperium zur Unterdrückung der benachbarten Reiche bedient.

Gran verteidigt Lyria und nachdem diese einen Astraldrachen entfesselt, kann die kleine Gruppe fliehen. Gemeinsam mit der fahnenflüchtigen Soldatin Katalina Alize machen sie sich auf den Weg Grans großen Traum von der Reise nach Estalucia in die Tat umzusetzen.

Bewertung

Das von Makoto Fugetsu geschriebene Granblue Fantasy baut auf einem sehr ähnlichen Szenario auf wie das bei Tokyopop erst kürzlich gestartete Sky World Adventures von Taisuke Umeki, dessen Auftaktbank ich bereits für Geek Whisper rezensieren durfte.

Die Weltordnung hat sich nach einem großen Konflikt dramatisch verändert. Es existierte eine zentrale Macht, die ihren Einflussbereich mit allen Mitteln ausweiten will. Ganze Zivilisationen leben auf am Himmel schwebenden Inseln und ein Junge macht sich auf ein geheimnisvolles Ziel zu erreichen. Ihm zur Seite stellen sich nach und nach weitere Weggefährten, allen voran ein Mädchen mit mysteriösen Kräften.

Der nennenswerteste Unterschied ist für mich der, dass Sky World Adventures eher dem SF-Genre zuzuordnen ist während in Granblue Fantasy - Überraschung - fantastische Elemente dominieren. Technik ist in dieser Welt allerdings auch kein Fremdwort und so wäre Science Fantasy wohl die zutreffende Schublade. Darüber hinaus weist Granblue Fantasy mit der Beschwörung der Astralbestien, die man gegeneinander antreten lässt um Konflikte untereinander auszufechten, ein Element eines recht bekannten Trading Card Games auf. Wenn man die Bestien jetzt noch trainieren kann...

Für den Niedlichkeitsfaktor sorgt zu Beginn der Drache Vyrn, der auf mich schon wie ein Taschenmonster wirkt. Bei einer Leseempfehlung ab 13 Jahren scheint mir der aber eher die weibliche Zielgruppe ansprechen zu sollen. Später kommen mit den weiteren Völkern, speziell den Harvins, ganze Heerscharen süßer Protagonisten hinzu. Die sehen mitunter allerdings auch nur so aus wie das Beispiel der Söldner Sturm und Drang beweist.

Bei alledem gerät mir die Charakterisierung selbst für einen Auftaktband etwas zu kurz. Auch die Handlung ist noch nicht sonderlich fordernd. Das wiederum würde ich bei einem Serienstart noch nicht ernsthaft bemängeln wollen.

Die Zeichnungen des Debütanten cocho sind eher einfach gehalten und zeichnen sich durch einen klaren Strich aus. Chibi beherrscht der Künstler ebenfalls und setzt dies regelmäßig ein. Optisch hervorgehoben werden die Sternenschiffe und Astralbestien, die in Variationen von Schwarz eingefärbt werden und so recht düster rüberkommen.

Wie auch das ebenfalls bei altraverse erscheinende Record of Grancrest War ist Granblue Fantasy ein Franchise, das seinen Weg in verschiedene Medien gefunden hat. Am Anfang stand das Spiel, dem Manga, Light Novel und Anime folgten. Insofern also ein recht erfolgreicher Titel, der, dem Verlag sei es gegönnt, hoffentlich auch seinen Weg hierzulande nehmen wird. Für das Rezensionsexemplar geht ein Dankeschön an altraverse.

Fazit

Granblue Fantasy legt einen soliden Serienstart hin, der durchaus neugierig macht, bietet insgesamt aber noch ordentlich Luft nach oben. Genrefans sollten einen Blick riskieren, anderen Lesern würde ich erst einmal zu alternativen Titeln raten.