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Die gesammelten Chroniken von Wormwood

Die gesammelten Chroniken von Wormwood

Fantasy | von Garth Ennis, Jacen Burrows und Oscar Jimenez
Bewertung: ★★★★

Sex, Religionskritik und Gewalt im Comic? - Richtig, Garth Ennis! Mit dem wunderhübschen Hardcover-Sammelband „Die gesammelten Chroniken von Wormwood“ veröffentlicht Panini Comics die beiden vergriffenen Miniserien sowie einen One-Shot rund um Danny Wormwood, Jay und den sprechenden Hasen Jimmy endlich nochmal und diesmal gesammelt. Welch Blasphemie!

Handlung

Die erste enthaltene Miniserie startet von Beginn an voll durch. Danny Wormwood ist ein erfolgreicher Serienproduzent, eigentlich glücklich verliebt, betrügt seine Freundin aber trotzdem und ist eben auch der Antichrist. Letzteres macht ihn zu einer biblischen Figur, die zwar einmal am Tag seine Magie wirken kann, aber nicht im Traum daran denkt ihrer prophezeiten Rolle als Verkünder des Armageddon gerecht zu werden. Sein bester Freund Jay, der wiedergeborene Jesus, sieht das (auch trotz seines begrenzten geistigen Fähigkeiten) ganz genauso und beide beschließen die christlichen Erwartungen der Menschen nicht zu erfüllen.

Dannys Vater, Satan, sieht sich zur Erfüllung der Prophezeiung daher gezwungen, mit einem der unchristlichsten Menschen dieses Planeten, Papst Jacko, zusammenzuarbeiten und eine Intrige gegen seinen Sprössling anzuzetteln. Nach zwei beeindruckenden Ausflügen in den Himmel und in die Hölle sowie Auftritten weiterer heiliger Charaktere kommt es zum Showdown - inklusive dem Schöpfer persönlich.

Nach dem recht abartigen aber unterhaltsamen One-Shot „Der letzte Feind“ steht die zweite Hälfte des Bandes im Zeichen des Kampfs gegen den Geist des zwischenzeitlich verstorbenen Papstes bzw. den von ihm in Besitz genommenen Paul Carnovitz. Es geht um Neid, Nachwuchs, Computerdämonen die Kaninchen jagen und Freundschaft. Und Sex natürlich – das war ja klar.

Bewertung

Wer Comics von Garth Ennis kauft, der erwartet keine klassische Geschichte von Gut gegen Böse. Solch althergebrachte Grenzen verschwinden bei ihm häufig und werden immer wieder mit jeder Menge Groteske illustriert. Sex und Gewalt sind in seinen Werken allgegenwärtig und wechseln sich regelmäßig mit den Themen Religion und Menschenverachtung ab. Auch im hier vorliegenden Band beweist er, wie durchtrieben seine Protagonisten sein können oder wie überzogen und falsch manch eine Erwartungshaltung doch ist. Wenn beispielsweise nicht alle Kuttenträger in dieser Geschichte fromme Gläubige sind oder Danny und Jay von Anfang an keinen Bock auf den Weltuntergang haben, dann reißt mich das aus meiner gewohnten Lese-Komfortzone, fasziniert mich aber voll und ganz.

Schön ist, dass immer irgendwo deutliche Kritik an der Gesellschaft oder der Institution Kirche mitschwingt, was vor allem durch krasse Übertreibung dargestellt wird.

Die zweite Hälfte des Comics hat leider leichte Hänger und gelingt nicht ganz so spannend, was vor allem am Fehlen der beiden großen Satan und Gott liegt und der Papst-Dämon da nicht mithalten kann. Der Fokus liegt mehr auf weltlichen Problemen, welche eben auch nicht ganz so episch sind.

Während die erste enthaltene Miniserie noch von Jacen Burrows gezeichnet wurde, stammt der zweite Teil von Oscar Jimenez. Beide machen einen guten Job, wobei der Stilbruch sehr auffällt und insgesamt negativ ins Gewicht fällt.

Fazit

Ennis‘ Arbeit an Hellblazer gefiel mir zwar noch besser als Wormwood und an Preacher kommt diese Serie vermutlich auch nicht ran, wer aber zum Beispiel „The Boys“ mochte, der muss auch hier mal einen Blick riskieren. Wormwood macht Spaß, ist dreckig und es gibt Nippel zu sehen. Weißte Bescheid!

Vielen Dank an Panini Comics für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplares.

Autor: Andi

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